
Giorgia Meloni stellt italienischen Nachkriegsrekord auf: 1.413 Tage an der Macht
Giorgia Meloni erreichte bei einer Kundgebung in Bari 1.413 ununterbrochene Tage im Amt und übertraf damit Silvio Berlusconis Rekord, während sich ihre Partei auf die Wahlen im April 2027 vorbereitet.
Nachkriegsrekord der Amtszeit
Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erreichte am 4. September 2026 1.413 Tage im Amt und markiert damit die längste ununterbrochene Regierung Italiens seit Gründung der Republik im Jahr 1946. Meloni, die eine Koalition aus Fratelli d'Italia, der Lega und Forza Italia anführt, übertraf den bisherigen Rekord einer einzelnen Regierung von 1.412 Tagen, den Silvio Berlusconis zweites Kabinett hielt. Tausende Anhänger feierten den Meilenstein im süditalienischen Hafen Bari, wo Parteiorganisatoren eine öffentliche Kundgebung mit Musikdarbietungen und lokalen Gerichten wie Spaghetti all'assassina veranstalteten. Fratelli d'Italia verteilte eine 30-seitige Broschüre, die die Regierungsentscheidungen seit der Machtübernahme im Oktober 2022 zusammenfasst und politische Beständigkeit als Beleg internationaler Glaubwürdigkeit präsentiert.
Stabilität ist die erste große Reform, die der Nation angeboten wird. Wenn Italien an einem Tisch sitzt, wird unsere Nation ernst genommen, sie kann Nein sagen oder den Weg weisen.
Gesetzgebungsagenda und Migrationspolitik
In knapp vier Jahren verabschiedete die Koalition rund 300 Gesetze und Rechtsverordnungen, wobei sie sich häufig auf Vertrauensabstimmungen stützte, um Sicherheitspakete gegen Schleuser, Jugendkriminalität, Rave-Partys und Straßenblockaden durchzusetzen. In der Migrationspolitik meldete Fratelli d'Italia einen Rückgang der irregulären Ankünfte um 80 %, während separate Berichte einen Rückgang um 58 % auf bilaterale Abkommen mit Libyen und Tunesien zurückführten. Gleichzeitig genehmigte die Regierung knapp eine Million Arbeitserlaubnisse für ausländische Arbeitskräfte, um inländische Arbeitskräftelücken in Bereichen wie Landwirtschaft und Gastgewerbe zu schließen. Im Gegensatz dazu stieß das Flaggschiffprojekt der Regierung zur Bearbeitung von Asylsuchenden in speziellen Zentren in Albanien auf logistische und rechtliche Hindernisse.
- Meloni übernimmt das Amt an der Spitze einer rechten Dreierkoalition
- Italienische Arbeitslosigkeit sinkt auf 5,8 %
- Meloni erreicht 1.413 Tage im Amt und stellt Nachkriegsrekord auf
- Voraussichtlicher Termin für italienische Parlamentswahlen
Haushaltsindikatoren und Wirtschaftskritik
Die Finanzmärkte reagierten gelassen auf die Regierungskontinuität, wobei sich der Renditeabstand zwischen italienischen und deutschen Staatsanleihen seit Ende 2022 um fast zwei Drittel verringerte. Die öffentlichen Haushalte verzeichneten eine Senkung des Staatsdefizits um fünf Prozentpunkte, unterstützt durch höhere Steuereinnahmen und die Beendigung früherer Ausgabeninitiativen, sowie Steuersenkungen für Privatpersonen in Höhe von 21 Milliarden Euro. Die nationale Arbeitslosigkeit sank im Juli 2026 auf 5,8 %, und in der Parteiliteratur wurde über eine Million zusätzliche Erwerbstätige verzeichnet. Allerdings prognostizieren offizielle Schätzungen für 2026 ein Wirtschaftswachstum von lediglich 0,6 %, was den Vorsitzenden des Gewerkschaftsbundes Maurizio Landini veranlasste, die eingefrorenen Reallöhne und steigenden Ausgaben für Gesundheitsversorgung und Kraftstoff zu kritisieren.
Stabilität ist ein Instrument, kein Ziel; das Ziel ist Wachstum, und das haben wir nicht gesehen.
Koalitionsgleichgewicht und das Rennen um 2027
Fratelli d'Italia behält in nationalen Umfragen 27 % Wählerunterstützung, knapp vor dem Anteil von 26 % bei der Parlamentswahl 2022, während Melonis persönliche Zustimmungsrate bei etwa 40 % liegt. Massimiliano Panarari, Professor für Kommunikationssoziologie an der Universität Modena, beobachtete, dass Meloni die Einheit über gespaltene Koalitionspartner hinweg bewahrte und gleichzeitig gemäßigte Wähler anzog. Die Regierung verband starke atlantistische Unterstützung für die Ukraine mit pragmatischer Zusammenarbeit in Brüssel und vermied frühere antieuropäische Rhetorik. Da die nächste Parlamentswahl voraussichtlich im April 2027 stattfindet, beabsichtigt die Ministerpräsidentin, die Regierungsstabilität zum Kernpfeiler ihres Wahlkampfs gegen rechte Rivalen wie General Roberto Vannacci zu machen.
- Wahlergebnis 2022
- 26 %
- Umfragewert Partei 2026
- 27 %
- Persönliche Zustimmung Meloni 2026
- 40 %


