
Meloni setzt Agenda für EU-Gipfel: Ukraine unterstützen, Ben Gvir sanktionieren und Europa eigene Stimme bei Friedensgesprächen geben
In ihrer Regierungserklärung vor dem Parlament vor dem Europäischen Rat am 18. und 19. Juni forderte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni ein 20. Sanktionspaket gegen Russland, Sanktionen gegen den israelischen Minister Itamar Ben Gvir und einen einheitlichen EU-Unterhändler für Friedensverhandlungen in der Ukraine.
Ukraine: eine eingefrorene Front und ein 20. Sanktionspaket
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erklärte vor der Abgeordnetenkammer, dass Italiens Unterstützung für die Ukraine unverändert sei. Sie stellte fest, dass der Krieg, der vor über vier Jahren begann, nun länger andauert als der Erste Weltkrieg. Trotz der russischen Offensiven im Winter, Frühling und Sommer sei die Frontlinie im Wesentlichen statisch, und Moskau habe den Prozentsatz des ukrainischen Territoriums unter seiner Kontrolle seit dem 1. Januar 2026 nicht erhöht.
Die Unterstützung Kiews und der Druck auf Moskau stellen unserer Ansicht nach nach wie vor den einzig ernsthaften Weg dar, um Bedingungen zu schaffen, die die Eröffnung einer ernsthaften Verhandlungssaison erzwingen können.
Meloni bestätigte, dass Italien das 20. EU-Sanktionspaket unterstützt, und verurteilte wiederholte russische Verletzungen des EU- und NATO-Luftraums, darunter Angriffe auf zivile Ziele in Rumänien. Ein im Parlament kursierender Mehrheitsentwurf fordert zudem die Planung einer schrittweisen Aufhebung des Sanktionsregimes nach Ende des Konflikts, was als Verhandlungshebel genutzt werden könnte.
Ein europäischer Unterhändler, kein variables Format
Meloni argumentierte, dass Europa die Bedingungen eines Friedensabkommens direkt aushandeln müsse, anstatt sie den USA zu überlassen. Sie betonte, dass die Koordinierung mit Washington unerlässlich sei, unterstrich jedoch, dass viele Bedingungen einer künftigen Einigung von Europa abhingen, Europa beträfen und auf Europa Auswirkungen hätten.
Koordinierung bedeutet nicht Delegation. In jedem ernsthaften Friedensszenario zwischen der Ukraine und Russland hängen mehrere Bedingungen von Europa ab, betreffen Europa und wirken sich auf Europa aus. Und Europa muss sie aushandeln.
Sie kritisierte das derzeitige Flickwerk an Verhandlungsformaten als zersplittert und nicht repräsentativ und wiederholte ihre langjährige Forderung nach einer einzigen autoritativen Persönlichkeit, die mit dem Vertrauen und dem Mandat aller Mitgliedstaaten ausgestattet ist, um Europas Position in Gespräche mit Russland und der Ukraine einzubringen.
Naher Osten: Sanktionen gegen Siedler und Ben Gvir
Zum Nahen Osten sagte Meloni, Italien sei nicht Partei des Konflikts und beabsichtige nicht, eine zu werden, betonte jedoch, dass Vorsicht nicht Untätigkeit bedeute. Sie kündigte Unterstützung für Maßnahmen gegen gewalttätige Siedler an, die Hass und Extremismus schüren, und forderte ausdrücklich Sanktionen gegen den israelischen Minister Itamar Ben Gvir.
Wir haben gefordert, Minister Ben Gvir nach seinem inakzeptablen Verhalten gegenüber italienischen Bürgern zu sanktionieren. Ich nutze diese Gelegenheit, um die Äußerungen desselben Ministers an den Absender zurückzugeben – inakzeptabel für Italien und der Würde Israels unwürdig.
Sie verurteilte auch alle Angriffe auf UNIFIL-Personal, -Stützpunkte und -Missionen und erklärte, dass jeder, der UNIFIL angreife oder bedrohe, die gesamte internationale Gemeinschaft angreife.
Verteidigungsausgaben und der NATO-Gipfel
Meloni teilte dem Parlament mit, dass Italien beim bevorstehenden NATO-Gipfel mit Verteidigungs- und Sicherheitsausgaben in Höhe von 2,8 % des BIP erscheinen werde, einem Anstieg um 0,71 Prozentpunkte. Sie stellte jedoch fest, dass der Anstieg hauptsächlich auf Ausgaben für die innere Sicherheit zurückzuführen sei. Die breitere Diskussion, so sagte sie, fließe in die anstehenden Verhandlungen über den mehrjährigen Finanzrahmen ein, der die Union mit angemessenen Mitteln ausstatten müsse, um ihre politischen Ambitionen zu verwirklichen.
Globale Handelsrouten und die Straße von Hormus
Meloni äußerte sich auch zu Spannungen, die die Weltwirtschaft betreffen, und erklärte, dass Italien einseitige Änderungen der Transitregeln in der Straße von Hormus nicht akzeptiere. Die Erklärung erfolgt vor dem Hintergrund breiterer Bedenken hinsichtlich der Freiheit der Schifffahrt und der Sicherheit von Handelsrouten, die italienische nationale Interessen direkt betreffen.
- Meloni beginnt ihre Ausführungen in der Abgeordnetenkammer vor dem Europäischen Rat am 18. und 19. Juni
- Erklärt Italiens unveränderte Unterstützung für die Ukraine und unterstützt das 20. EU-Sanktionspaket gegen Russland
- Fordert einen einheitlichen EU-Unterhändler mit einem Mandat aller Mitgliedstaaten für die Ukraine-Friedensgespräche
- Kündigt Unterstützung für Sanktionen gegen gewalttätige Siedler und den israelischen Minister Itamar Ben Gvir an
- Bestätigt, dass Italien beim NATO-Gipfel eine Verteidigungsausgabenquote von 2,8 % des BIP vorlegen wird
- Meloni wird dieselben Ausführungen im Senat halten

