KI-generiert·Mehr erfahren
© LesEchos.fr
Wahlen·vor 2 Std.

Mélenchon startet Präsidentschaftswahlkampf 2027 mit Massenkundgebung in Saint-Denis und erklärt linke Vorwahl für „beendet“

Jean-Luc Mélenchon hielt am Sonntag seine erste große Wahlkampfkundgebung in Saint-Denis ab und präsentierte sich als einzigen aussichtsreichen linken Kandidaten, der es bei der französischen Präsidentschaftswahl 2027 mit dem rechtsextremen Rassemblement National aufnehmen könne.

Machtdemonstration in Saint-Denis

Jean-Luc Mélenchon, der Gründer von La France insoumise (LFI), hat am Sonntag mit einer großen Open-Air-Kundgebung in Saint-Denis, einem Pariser Vorort, offiziell seinen vierten Präsidentschaftswahlkampf gestartet. Die Veranstaltung fand auf dem Place Victor Hugo statt, zwischen dem Rathaus (inzwischen von LFI-Bürgermeister Bally Bagayoko geführt) und der Basilika von Saint-Denis. LFI schätzte, dass fast 26.000 Menschen an der Versammlung teilnahmen, die von mehreren Medien als beeindruckende Menschenmenge beschrieben wurde.

„Die Vorwahl ist beendet“

Mélenchon nutzte die Kundgebung, um Druck auf die übrige französische Linke auszuüben, die weiterhin über die Frage einer einheitlichen Vorwahl gespalten ist. Er erklärte, die Vorwahl sei „beendet“ und LFI habe sich das Recht verdient, den Kampf gegen den Rassemblement National anzuführen.

Wir [LFI] haben die Ehre gewonnen, in der ersten Reihe zu marschieren.

Angriff auf den Rassemblement National

Ein zentrales Thema der Rede war ein scharfer Angriff auf den Rassemblement National (RN) und seinen Vorsitzenden Jordan Bardella. Mélenchon beschuldigte den RN, „Suprematismus“ zu fördern, den er als den Wunsch definierte, eine menschliche Hierarchie zu errichten, indem man die Menschen nach ethnischen und religiösen Gesichtspunkten spaltet. Er kritisierte insbesondere Bardellas Vorschlag, das Geburtsrecht auf Staatsbürgerschaft abzuschaffen, und bezeichnete dies als „antinationales Verbrechen“.

In diesem aufkommenden Chaos, inmitten der Kriege im Nahen Osten und des Trumpismus, setzt sich ein neues politisches Projekt durch: das, was man Suprematismus nennen muss, also der Wunsch, eine menschliche Hierarchie zu errichten, um Völker zu beherrschen, indem man sie nach ethnischen und religiösen Gesichtspunkten spaltet. In Frankreich wird der Suprematismus vom RN vertreten.

Politische Vorschläge für ein „Neues Frankreich“

Mélenchon skizzierte mehrere zentrale politische Prioritäten im Rahmen seiner Vision eines „Neuen Frankreichs“. Er versprach einen starken Fokus auf ökologische Planung, einschließlich einer Änderung des Agrarmodells und eines Verbots krebserregender Schadstoffe. In wirtschaftlicher Hinsicht kündigte er an, den Mindestlohn (SMIC) auf 1.700 Euro anzuheben und das Recht auf Rente mit 60 Jahren oder nach 40 Beitragsjahren wiederherzustellen. Er forderte auch eine Umstrukturierung der Finanzen des Sozialversicherungssystems weg von der von Emmanuel Macrons Regierungen eingeführten „Sozial-Mehrwertsteuer“.

Territoriale und Medienreformen

In territorialen Fragen versprach Mélenchon, Korsika auf dem Weg zu erweiterter Autonomie zu begleiten, und erklärte, Neukaledonien „werde in die Unabhängigkeit gehen“. Er startete auch einen ausführlichen Angriff auf die Medienkonzentration und schwor, dass sein erster legislativer Akt ein Gesetz zur Zerschlagung von Medien- und Kulturtrusts sein werde. Er rief seine Anhänger ausdrücklich dazu auf, „Bolloré zu zappen“, in Anspielung auf den Einfluss des konservativen Milliardärs Vincent Bolloré im Kultursektor.

Der Weg bis 2027

Mélenchons Kundgebung ist der Auftakt eines Wahlkampfs, in dem er sich als wichtigster Herausforderer der extremen Rechten positionieren will. Indem er die linke Vorwahl für beendet erklärt und eine direkte Konfrontationslinie mit dem RN zieht, will er frühzeitig Unterstützung konsolidieren und die Wahl als binäre Entscheidung zwischen seiner Bewegung und der von Marine Le Pens politischem Erben darstellen.

Saint-Denis

8 Quellen

Pollar Weekly abonnieren

Die Woche in Nachrichten, jeden Freitag. Kostenlos.

Kostenlos. Kein Tracking, keine Werbung. Jederzeit abbestellbar.

Mehr aus Politik & Wirtschaft
Mailand · Siena
Kochav Yair · Tzur Yitzhak · Qalqilya · Tayibe