
USA greifen 140 Ziele im Iran an; Teheran warnt: „Ära der einseitigen Abkommen ist vorbei“ und schließt die Straße von Hormus
Nach einem Zwischenfall mit einem unter zypriotischer Flagge fahrenden Schiff griffen die USA über Nacht rund 140 militärische Einrichtungen im Iran an. Der iranische Parlamentssprecher erklärte das Ende einseitiger Abkommen mit Washington und ordnete die Schließung der strategischen Wasserstraße an.
Nächtliche Eskalation der Kämpfe
Die USA und der Iran lieferten sich über Nacht schwere Gefechte, nachdem ein unter zypriotischer Flagge fahrendes Containerschiff bei der Durchfahrt durch die Straße von Hormus offenbar unter iranischen Warnschuss geraten war. Nach Angaben des US-Zentralkommandos beschossen die Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) das Schiff, woraufhin das Pentagon eine präzise und umfassende Vergeltungsaktion startete. Iranische Staatsmedien berichteten von mehreren Explosionen in der Provinz Buschehr, in der sich das Atomkraftwerk des Landes befindet, sowie in mehreren Küstensiedlungen nahe der Meerenge. Offizielle Angaben zu Schäden oder Opfern wurden von keiner Seite gemacht, doch die Angriffe stellen den schwersten direkten militärischen Austausch seit dem Waffenstillstandsabkommen vom 17. Juni dar.
- Die USA und der Iran unterzeichnen ein Memorandum of Understanding zur Beendigung des Krieges und zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus.
- Iran feuert angeblich Warnschüsse auf ein unter zypriotischer Flagge fahrendes Containerschiff ab; USA starten Präzisionsangriffe auf rund 140 Ziele im Iran.
- Iran vergeltet mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Stützpunkte in Jordanien, Kuwait, Katar und Bahrain; Explosionen in der Provinz Buschehr gemeldet.
- Mohamad Baqer Qalibaf erklärt das Ende einseitiger Abkommen und signalisiert die Schließung der Straße von Hormus.
USA greifen 140 Ziele im Iran an
Das Zentralkommando erklärte, seine Streitkräfte hätten rund 140 militärische Ziele im gesamten Iran getroffen, darunter Raketen- und Drohnenanlagen, Marineeinrichtungen, Munitionslager, Kommunikationsnetze und Küstenüberwachungsposten. Die Angriffe wurden mit Präzisionsmunition von Kampfjets, Drohnen und Kriegsschiffen aus durchgeführt. Das Pentagon erklärte, die Operation sei nach Erreichen ihrer operativen Ziele „abgeschlossen“ worden. Die Angriffe waren eine direkte Reaktion auf das, was Washington als unprovozierte Belästigung der Handelsschifffahrt in der strategisch wichtigen Wasserstraße bezeichnete.
Irans Vergeltung und Warnung
Innerhalb weniger Stunden starteten die IRGC eine eigene Welle von Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Stützpunkte in Jordanien, Kuwait, Katar und Bahrain.
Die Offensive erfolgte als Reaktion auf einen US-Luftangriff auf mehrere Küstenstützpunkte und Telekommunikationsantennen im Süden Irans.
Kurz darauf veröffentlichte der iranische Parlamentssprecher und oberste Atomunterhändler Mohamad Baqer Qalibaf in den sozialen Medien eine unmissverständliche Botschaft an Washington.
Die Ära der einseitigen Abkommen ist vorbei. Wir haben es euch gesagt: Haltet euer Wort oder zahlt den Preis. Die Realität klopft an eure Tür.
Der Beitrag zeigte ein Bild des am 17. Juni unterzeichneten Memorandum of Understanding, in dem die Klausel „Die Islamische Republik Iran wird die notwendigen Maßnahmen ergreifen“ unterstrichen war. Die Warnung ließ wenig Raum für Zweifel: Teheran ist bereit, eigenständig zu handeln.
Straße von Hormus faktisch geschlossen
Qalibafs Botschaft wurde von iranischen Staatsmedien umgehend als faktischer Befehl zur Schließung der Straße von Hormus für den gesamten kommerziellen Schiffsverkehr interpretiert. Durch die Wasserstraße werden etwa 20 % des weltweiten täglichen Ölverbrauchs transportiert; eine anhaltende Schließung würde die Rohölpreise in die Höhe treiben. Der Schritt kehrt ein zentrales Element des Abkommens vom 17. Juni um, das die Wiedereröffnung der Meerenge als vertrauensbildende Maßnahme vorsah. Die globalen Schifffahrtsversicherer haben bereits damit begonnen, ihre Risikobewertungen zu überprüfen.
Waffenstillstand in Trümmern
Das Memorandum vom 17. Juni, das zur Beendigung des Krieges und zur Aufnahme von Atomverhandlungen vermittelt worden war, liegt nun in Trümmern. Präsident Donald Trump hatte die Vereinbarung bereits Anfang des Monats als „aufgehoben“ bezeichnet und dabei auf Irans angebliche Böswilligkeit und die Wiederaufnahme von Bombardierungen im gesamten Nahen Osten verwiesen. Qalibafs Erklärung bezieht sich ausdrücklich auf den Bruch und wirft Washington vor, seine Verpflichtungen nicht eingehalten zu haben. Der diplomatische Hintergrundkanal, der das Memorandum hervorgebracht hatte, scheint abgerissen zu sein.
Wie geht es weiter?
Nachdem beide Seiten ihre Fähigkeit demonstriert haben, tief in das Territorium des jeweils anderen einzudringen, und die Straße von Hormus nun ein umkämpfter Engpass ist, ist das Risiko eines größeren regionalen Krieges höher als zu jedem Zeitpunkt seit dem US-Ausstieg aus dem Atomabkommen im Jahr 2018. Internationale Schifffahrtsunternehmen leiten Schiffe um, und die Energiemärkte stellen sich auf Volatilität ein, wenn der Handel am Montag beginnt. Es wurde keine neue Vermittlungsinitiative angekündigt, und beide Hauptstädte verharren in einer Eskalationshaltung.


