
May el-Toukhy gewinnt Goldenen Löwen bei den 83. Filmfestspielen von Venedig für „Woman Unknown“
Die dänische Regisseurin May el-Toukhy gewann am Samstag mit ‚Woman Unknown‘ den Goldenen Löwen der 83. Filmfestspiele von Venedig, die auf dem Lido zu Ende gingen. Mathilde Arcel wurde als beste Darstellerin ausgezeichnet, John Malkovich als bester Darsteller.
Goldener Löwe an May el-Toukhy verliehen
Die Jury der 83. Filmfestspiele von Venedig hat am 12. September 2026 den Goldenen Löwen an die dänische Regisseurin May el-Toukhy für ihren Spielfilm „Woman Unknown“ verliehen. Die 49-jährige Filmemacherin ist die achte Frau in der Festivalgeschichte, die den Hauptpreis gewann. Das Festival, das am 2. September 2026 auf dem venezianischen Lido eröffnet wurde, zählt neben den Filmfestspielen von Cannes zu den bedeutendsten Veranstaltungen der Filmwelt. Der offizielle Wettbewerb 2026 umfasste 21 Filme, von denen nur zwei von Frauen inszeniert wurden. Jurypräsidentin Maggie Gyllenhaal sprach während des Festivals über dieses Missverhältnis und bezeichnete den geringen Anteil von Regisseurinnen als strukturelles Problem.
- Die 83. Internationalen Filmfestspiele von Venedig eröffnen auf dem Lido
- Die Festivaljury gibt die Preisträger bekannt und verleiht den Goldenen Löwen an ‚Woman Unknown‘
Nachkriegsdrama in „Woman Unknown“
„Woman Unknown“ sicherte sich bei der Abschlusszeremonie zwei Top-Auszeichnungen, da die dänische Hauptdarstellerin Mathilde Arcel den Preis für die beste Darstellerin erhielt. Das Historiendrama spielt in Dänemark unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg und dreht sich um eine junge Dänin namens Marie. Marie steht kurz vor der Heirat mit ihrem wohlhabenden Arbeitgeber, was einen entscheidenden sozialen Aufstieg bedeutet. Diese vielversprechende Zukunft wird jedoch durch ein Geheimnis aus der Besatzungszeit gefährdet: Während des Krieges hatte sie eine Affäre mit einem deutschen Soldaten. In einem angespannten Nachkriegsklima, das von dem öffentlichen Verlangen nach Vergeltung geprägt ist, setzt Marie alles daran, ihr hart erkämpftes Leben vor der Aufdeckung zu schützen.
Schauspielehren für „Wild Horse Nine“
Der US-amerikanische Schauspieler John Malkovich erhielt den Preis als bester Darsteller für seine Leistung in „Wild Horse Nine“, Regie führte Martin McDonagh. Der 72-jährige Schauspieler nahm den Preis per Videobotschaft aus Montreal entgegen, wo er an einem anderen Projekt drehte. Der Film spielt 1973 kurz vor dem Militärputsch in Chile und folgt zwei erfahrenen CIA-Agenten, Chris (gespielt von Malkovich) und Lee (gespielt von Sam Rockwell), die auf die Osterinsel reisen. Abgeschieden auf der Insel stellen sich beide Agenten ihrer Vergangenheit und persönlichen Krisen. Chris, der unheilbar krank ist, nimmt Kontakt zu zwei rebellischen Universitätsstudenten auf und beginnt durch rätselhaftes Verhalten CIA-Pläne und Geheimnisse zu gefährden. Während die Einmischung der CIA in Chile und die amerikanische Machtpolitik den Hintergrund bilden, liegt der erzählerische Schwerpunkt auf der Bindung zwischen den beiden Männern. Nach der Premiere sagten Kritiker in Venedig eine Oscar-Nominierung für Malkovich voraus, und Reporter fragten auf der Pressekonferenz, ob er bereits eine Oscar-Rede verfasst habe.
Auszeichnungen der Festivaljury
Die Festivaljury verteilte die übrigen Preise auf mehrere internationale Produktionen. Der Große Preis der Jury, die zweithöchste Auszeichnung des Festivals, ging an den südkoreanischen Regisseur Lee Chang-dong für „Possible Love“. Der Spezialpreis der Jury wurde an Yuval Abraham und Rachel Szor für ihren Dokumentarfilm „NAZA“ verliehen, der sich auf israelische Luftangriffe im Gazastreifen konzentriert. Der in Russland geborene Regisseur Ilya Khrzhanovsky gewann den Preis für die beste Regie für „Dau“. Der Preis für das beste Drehbuch wurde an den Regisseur und Autor Stéphane Brizé sowie die Co-Drehbuchautoren Coralie Amédéo und Olivier Gorce für „Un bon petit soldat“ verliehen.
- Wettbewerbsbeiträge insgesamt
- 21 Filme
- Filme von Regisseurinnen
- 2 Filme

