
Pariser Gericht verurteilt Lakhdar Matoug wegen Mordes und Zerstückelung seiner Frau Assia zu 27 Jahren Haft
Das Pariser Schwurgericht verurteilte Lakhdar Matoug am Freitag für den Mord an seiner Frau Assia im Jahr 2023, deren Überreste im Park Buttes-Chaumont verstreut wurden. Die 27-jährige Haftstrafe entspricht dem Antrag der Staatsanwaltschaft.
Urteil und Strafe
Lakhdar Matoug, 53, wurde am Freitag, den 10. Juli 2026, vom Pariser Schwurgericht wegen Mordes an seiner Frau Assia zu 27 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Strafe folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft, wobei der vorsitzende Richter erklärte: „Sie haben Ihr Verbrechen mit einem Sakrileg noch verschlimmert.“ Der fünftägige Prozess hatte am Montag, dem 6. Juli, begonnen.
Der Mord
Am 30. Januar 2023 würgte Matoug seine Ehefrau während eines Streits in ihrer Wohnung in Montreuil. Gerichtsmediziner stellten fest, dass die Strangulation mehrere Minuten dauerte, und widerlegten damit seine Behauptung, es seien nur wenige Sekunden gewesen. Am nächsten Tag, dem 31. Januar, kaufte er einen Winkelschleifer und zerstückelte ihre Leiche. Er erzählte ihren drei Kindern, dass ihre Mutter krank sei und man sie nicht stören solle.
Vertuschung und Entdeckung
Matoug wickelte Teile der Leiche in Plastiktüten und verteilte sie unter Grünabfällen im Park Buttes-Chaumont im Nordosten von Paris. Der Torso wurde später auf einem unbebauten Grundstück in Bobigny entsorgt. Er meldete seine Frau als vermisst und schickte Nachrichten an ihr Telefon, das er noch besaß. Fünfzehn Tage nach der Tat gestand er während seiner dritten Polizeivernehmung und führte die Ermittler zu den Tatorten.
Prozessargumente
Staatsanwältin Sylvie Kachaner argumentierte, dass die anhaltende Kompression des Halses einen Tötungsvorsatz belege und keinen Unfalltod. Sie wies darauf hin, dass das Opfer zu ihm gesagt hatte „Aïe, aïe, du tust mir weh“, er aber dennoch weiterdrückte.
Sie sagte: Aïe, aïe, du tust mir weh. Und dennoch drückte er weiter zu.
Die Verteidiger Dominique Beyreuther und Gérard Tcholakian bestanden darauf, dass Matoug keine Tötungsabsicht gehabt habe, und beriefen sich auf Gutachten, die von „Derealisierung“ oder „psychischer Dissoziation“ sprachen.
Die fatale Geste, hat er sie gewollt, hat er sie beabsichtigt? Nein, es war eine mechanische Asphyxie.
Die Anwältin des Opfers, Marie Monsef, fragte: „Warum musste Assia sterben? Weil sie ihre Stimme erhob? Sie starb für gar nichts.“
Hintergrund des Paares
Das Paar, ursprünglich aus Algerien, lebte seit Jahren in einer Dreizimmer-Sozialwohnung in Montreuil, Seine-Saint-Denis, belastet von Schulden und Entfremdung. Das Opfer hatte die Scheidung beantragt. Die Staatsanwältin beschrieb sie als „im selben Appartement lebend, aber nicht mehr miteinander sprechend, nur noch per Nachrichten kommunizierend“ und verglich sie mit Simone Signoret und Jean Gabin im Film „Le Chat“. Von vorheriger körperlicher Gewalt war nichts bekannt, aber die Staatsanwaltschaft hob psychische Misshandlung durch anhaltendes Schweigen hervor.
Zeitleiste des Falles
Die Ereignisse erstreckten sich vom Mord am 30. Januar 2023 bis zum Urteil am 10. Juli 2026. Zu den wichtigsten Momenten gehören der Kauf des Winkelschleifers, das Verstreuen der Überreste, die Vermisstenanzeige und das spätere Geständnis. Der Prozess dauerte fünf Tage.
- Lakhdar Matoug stranguliert seine Frau Assia während eines Streits.
- Er kauft einen Winkelschleifer und zerstückelt die Leiche.
- Überreste werden im Park Buttes-Chaumont verstreut, ein Torso in Bobigny entsorgt.
- Matoug meldet sie als vermisst und gesteht später im dritten Polizeiverhör, 15 Tage nach dem Mord.
- Prozessbeginn am Pariser Schwurgericht.
- Staatsanwaltschaft beantragt 27-jährige Haftstrafe.
- Matoug wird zu 27 Jahren Gefängnis verurteilt.


