Kurz gefasst
Das Gericht in San Isidro legte den 22. Dezember als Termin für sein Urteil fest, nachdem die mündlichen Verhandlungen am 22. Oktober nach rund sechs Monaten geendet hatten.
Die Staatsanwaltschaft beantragte zwölf Jahre für den Neurochirurgen Leopoldo Luque und vier bis zwölf Jahre für sechs der sieben Beschuldigten. Die Nebenkläger forderten für einige Beschuldigte bis zu 16 Jahre.
Roberto Rallin wies das Argument der Vorhersehbarkeit zurück, während Francisco Oneto einen akuten und unvorhersehbaren Herzinfarkt als Todesursache beschrieb – eine Darstellung, die er am 21. Oktober wiederholte.
Maradonas älteste Tochter Dalma Maradona wandte sich zum Abschluss der Verhandlungen unter Tränen an die Richter und bat darum, dass ihr Vater Gerechtigkeit erfahre wie jeder andere.
- 21.10.Verteidiger plädieren in ihren Schlussplädoyers
- 22.10.Gericht legt den 22. Dezember als Urteilstermin fest
- 22.12.Angesetztes Urteil
Der Prozess tritt in seine letzte Phase
Die mündlichen Verhandlungen im Prozess um den Tod von Diego Maradona sind abgeschlossen, das Gericht in San Isidro hat den 22. Dezember als Termin für sein Urteil festgelegt. Seit April stehen sieben Personen vor Gericht, beschrieben als Ärzte, Psychiater, Psychologen und Pflegekräfte; ihnen wird Fahrlässigkeit bei der Behandlung des früheren Fußballers vorgeworfen, während er in einem von ihm gemieteten Haus genesen sollte. Maradona starb am 25. November 2020 im Alter von 60 Jahren, zwei Wochen nach einer Hirnoperation wegen eines subduralen Hämatoms. Eine Autopsie nannte einen Herzinfarkt und ein Lungenödem als Todesursachen. Die Beschuldigten weisen die Vorwürfe zurück.
Ein emotionaler Appell seiner Tochter
Dalma Maradona, seine älteste Tochter, brach in Tränen aus, als sie zum Abschluss der mündlichen Verhandlung ungeplant das Wort an die Richter richtete. Sie sagte, die Familie habe während des Prozesses schreckliche Dinge anhören müssen, und man habe gewusst, dass dies geschehen könne. Mit brüchiger Stimme bat sie darum, dass ihr Vater Gerechtigkeit erfahre wie jeder andere Mensch, unabhängig davon, dass er Maradona gewesen sei. Anschließend teilte das Gericht den Termin mit, an dem das Urteil verlesen wird.
Staatsanwaltschaft fordert Haftstrafen
Die Staatsanwaltschaft hat für Leopoldo Luque zwölf Jahre Haft gefordert, einen 45-jährigen Neurochirurgen, der Maradonas Vertrauensarzt und der zentrale Entscheider in dessen medizinischem Team zum Zeitpunkt des Todes war. Für sechs der sieben Beschuldigten wurden Haftstrafen zwischen vier und zwölf Jahren beantragt. Die Nebenkläger, darunter Maradonas Kinder und Schwestern, forderten für einige Beschuldigte, unter ihnen Luque, Strafen von bis zu 16 Jahren. Die Staatsanwaltschaft kritisierte Luques Untätigkeit und argumentierte, sein Vorgehen habe stets darin bestanden, angesichts von Warnzeichen wie Herzinsuffizienz und Schwellungen nichts zu unternehmen. Sie stützte sich auf eine medizinische Kommission, die das Gericht 2021 eingesetzt hatte und die zu dem Ergebnis kam, dass Maradonas Vorgeschichte mit Herzproblemen hätte berücksichtigt werden müssen.
Die Verteidigung weist die Vorwürfe zurück
Verteidiger Roberto Rallin wies das Argument der Anklage zurück, Maradonas Tod sei vorhersehbar gewesen, und erklärte dem Gericht, sein Mandant sei unschuldig. Den Kern der Verteidigung formulierte er schlicht: Luque werde zum Sündenbock gemacht.
„Leopoldo Luque ist der Sündenbock gewesen.“
Francisco Oneto, der andere Verteidiger, hielt daran fest, der Tod sei Folge eines akuten und unvorhersehbaren Herzinfarkts gewesen. In seiner Erklärung vom 21. Oktober beharrte Oneto darauf, der Ausgang sei nicht absehbar gewesen.
„Es gab absolut keine Möglichkeit, diesen tödlichen Ausgang vorherzusehen.“
Die Anwälte Luques stellten zudem die Schlussfolgerungen der interdisziplinären medizinischen Kommission infrage, die das Gericht 2021 eingesetzt hatte, um eine Stellungnahme zum Todesfall abzugeben.
Hintergrund und der erste Prozess
Maradonas Tod fiel in die Zeit der COVID-19-Pandemie und stürzte Argentinien in Trauer. Zehntausende Menschen missachteten die Abstandsregeln, um ihm die letzte Ehre zu erweisen, während er im Präsidentenpalast aufgebahrt lag. Er wurde tot in seinem Bett in der Residenz in Tigre nördlich von Buenos Aires aufgefunden, die für seine Genesung gemietet worden war. Ein früherer Versuch, den Fall zu verhandeln, scheiterte 2025, weil eine Richterin befangen war, nachdem sie heimlich an der Vorbereitung einer Dokumentarserie über den Fall mitgewirkt hatte. Das aktuelle Verfahren begann im April und umfasste rund fünfzig Verhandlungstage über sechs Monate.
Wie es weitergeht
Das Gericht wird sein Urteil am 22. Dezember verkünden, ein Termin, der am 22. Oktober zum Abschluss der mündlichen Verhandlung festgelegt wurde. Das Urteil soll die Verantwortung für Maradonas Tod klären. Bis dahin bleiben die sieben Beschuldigten angeklagt und weisen die Vorwürfe zurück; die Verteidigung konzentriert sich auf die These, dass der tödliche Herzinfarkt nicht vorhersehbar gewesen sei.