
Johan Manzambi trifft doppelt: Schweiz deklassiert Bosnien 4:1 in der WM-Gruppe B
Johan Manzambi erzielte als Einwechselspieler in der zweiten Halbzeit zwei Tore und führte die Schweiz zu einem 4:1-Sieg gegen Bosnien und Herzegowina bei der Weltmeisterschaft, wodurch die Schweiz kurz vor dem Einzug in die K.o.-Runde steht.
Spielbericht
Die Schweiz erholte sich von einem Auftakt-Unentschieden und deklassierte Bosnien und Herzegowina im zweiten Gruppenspiel der Gruppe B im SoFi Stadium mit 4:1. Die Schweizer dominierten den Ballbesitz, taten sich aber schwer, die Abwehr zu knacken, bis Trainer Murat Yakin nach der zweiten Trinkpause Johan Manzambi und Ruben Vargas einwechselte. Manzambi traf per Volley drei Minuten nach seiner Einwechslung zum 1:0 in der 74. Minute. Bosnien wurde durch die rote Karte für Tarik Muharemovic dezimiert, und Vargas erhöhte in der 84. Minute auf 2:0. Manzambi erzielte in der 90. Minute seinen zweiten Treffer, bevor Ermin Mahmic tief in der Nachspielzeit den Anschlusstreffer erzielte. Kapitän Granit Xhaka verwandelte dann mit dem letzten Schuss einen Foulelfmeter zum 4:1-Endstand.
Taktisches Timing
Yakin sagte, er habe bewusst bis zur zweiten Trinkpause gewartet, um seine schnellsten Spieler einzusetzen. Er sagte Reportern, er hätte die Wechsel früher vornehmen können, aber Bosnien keine Zeit zur Reaktion geben wollen. Der Schweizer Trainer hatte Vargas bereits vorgewarnt, dass er zurückgehalten würde, bis die Gegner ermüdet seien. Die dreiminütige Kühlpause ermöglichte es ihm zudem, die Mannschaft neu zu ordnen und die Anpassungen zu erklären.
Wir mussten sehr geduldig sein und im Spiel bleiben. Es war wichtig, dass wir nach der zweiten Trinkpause einige Dinge geändert haben. Das war der Vorteil, den wir hatten.
Manzambis Moment
Der 20-jährige Freiburger Mittelfeldspieler sagte, der Doppelpack sei der erste seiner Karriere gewesen. Als sich die Gelegenheit für sein erstes Tor bot, hatte er nur wenige Optionen, aber sein Fallrückzieher nach einem Klärungskopfball ließ die bosnische Abwehr staunen. Anschließend kombinierte er mit Vargas zum dritten Tor.
Ehrlich gesagt, gab es im Strafraum nicht viel Platz. Ich glaube nicht, dass es tausend Optionen gab, aber – Gott sei Dank – hat es geklappt.
Xhakas Inszenierung
Nach einem zurückhaltenden Auftritt gegen Katar stellte Granit Xhaka seinen Einfluss als Schweizer Taktgeber wieder her. Er vollendete 94 von 103 Pässen und lieferte 26 vertikale Pässe, fast doppelt so viele wie im Auftaktspiel. Sieben dieser Pässe führten zu Torchancen, und er krönte seine Leistung mit dem späten Elfmeter.
- gegen Katar (Spiel 1)
- 14 Pässe
- gegen Bosnien-Herzegowina (Spiel 2)
- 26 Pässe
Die Steigerung spiegelte einen Spieler wider, der nach dem schleppenden Turnierstart öffentlich eine Reaktion gefordert hatte.
Bewertungsschere
Schweizer Medien und Fans bewerteten die Einwechselspieler am besten, während mehrere Startelfspieler Kritik erhielten. Eine Leserumfrage des Tages-Anzeigers gab Manzambi eine mannschaftsbestnote von 5,3 aus 6, Vargas 4,8. Von den Startelfspielern erzielten nur Manuel Akanji (4,3) und Xhaka (4,2) überdurchschnittliche Noten. Die Außenverteidiger Ricardo Rodriguez und Silvan Widmer waren unter den am schlechtesten bewerteten. SRF-Nutzer setzten Manzambi (5,7) und Vargas (5,4) ebenfalls klar vor dem Rest des Feldes.
- Johan Manzambi
- 5.3
- Ruben Vargas
- 4.8
- Manuel Akanji
- 4.3
- Granit Xhaka
- 4.2
- Fabian Rieder
- 3.5
- Michel Aebischer
- 3.4
Wie es weitergeht
Die Schweiz steht nun bei vier Punkten und braucht gegen Kanada am Mittwoch in Vancouver nur ein Unentschieden, um sich einen Platz in der Runde der letzten 32 zu sichern. Bosnien steht bei einem Punkt und trifft in Seattle auf Katar – die Chance auf das Weiterleben besteht noch.

