
Mann in Chieri nach zwölfstündigem Angriff auf Partnerin wegen Folter festgenommen
Die Carabinieri in Chieri bei Turin haben einen Mann wegen Folter festgenommen, nachdem seine Partnerin rund zwölf Stunden körperlicher und psychischer Gewalt gemeldet hatte, die als einvernehmlich vereinbarte BDSM-Sitzung begonnen hatte.
Der mutmaßliche Angriff
Die Carabinieri in Chieri, einer Stadt im Turiner Umland in Piemont, haben einen Mann wegen Folter festgenommen, nachdem seine Partnerin rund zwölf Stunden Gewalt gemeldet hatte. Das Paar hatte ein sexuelles Treffen im Rahmen von BDSM vereinbart, einer Praxis, die auf einvernehmlichem Austausch von Macht, Rollen und Empfindungen beruht, doch der Mann soll die vereinbarten Handlungen nicht ausgeführt haben. Stattdessen soll die Frau geschlagen, gewürgt und mit Stromstößen aus einem selbstgebauten Taser traktiert worden sein, der aus einer umgebauten elektrischen Mückenklatsche bestand. Berichten zufolge schoss er zudem mit einer Druckluftpistole auf sie und verwendete Werkzeuge für extreme Sexualpraktiken mit Metallspitzen und Ketten. Die Frau erklärte den Ermittlern, sie habe ihre ursprüngliche Einwilligung während der Sitzung widerrufen, der Mann habe dennoch fortgefahren.
Notruf und Krankenhausaufnahme
Den Berichten zufolge gelang es der Frau, nach Stunden der Misshandlung den Notruf 112 zu erreichen und um Hilfe zu bitten. Das medizinische Personal, das die Wohnung des Paares erreichte, fand sie mit noch eng um die Fußknöchel gezogenen Kabelbindern vor. Sie wurde am 3. Oktober mit dem Krankenwagen in das Krankenhaus von Chieri gebracht, wo das Personal Verletzungen am ganzen Körper, Würgemale am Hals und ein Gesichtstrauma feststellte. Sie sagte dem medizinischen Personal, ihr Partner habe sie zwölf Stunden lang körperlich und psychisch misshandelt. Angesichts des Ausmaßes ihrer Verletzungen alarmierte das Klinikpersonal die Carabinieri.
Die Wohnung und die Durchsuchung
Als die Carabinieri eintrafen, fanden sie den Mann dabei, die Wohnung aufzuräumen, sichtlich unter Drogeneinfluss, die er nach eigenen Angaben auch der Frau verabreicht hatte. Die Ermittler erklärten, die Wohnung sei in Unordnung gewesen, was auf ein Handgemenge hindeute, und an einer Wand habe eine selbstgebaute Fesselvorrichtung gehangen. Der Mann soll erklärt haben, die Vorrichtung habe dazu gedient, die Frau an den Handgelenken aufgehängt zu halten. Bei der Durchsuchung wurden das umgebaute Elektrogerät, eine Druckluftpistole mit zahlreichen Geschossen und mehrere Werkzeuge für extreme Sexualpraktiken sichergestellt.
Untersuchungshaft und die Vorwürfe
Ein Ermittlungsrichter bestätigte die Festnahme und ordnete auf Antrag der Staatsanwaltschaft Turin die Untersuchungshaft für den Mann an. Ihm wird Folter vorgeworfen, und die Vorwürfe müssen im Verfahren noch geklärt werden. Die Frau soll der Notrufzentrale gesagt haben, sie sei wiederholt sexueller Gewalt ausgesetzt gewesen und habe sich ausdrücklich dagegen gewehrt. Die bisherigen Vorwürfe stützen sich auf ihre Aussagen gegenüber Ärzten, der Notrufzentrale und den Carabinieri sowie auf Gegenstände, die in der Wohnung sichergestellt wurden.


