
Paul Magnier feiert dritten Etappensieg beim Giro d'Italia mit Sprint auf der 18. Etappe
Der französische Sprinter Paul Magnier fuhr am Donnerstag seinen dritten Etappensieg beim Giro d'Italia ein, als er die 18. Etappe im reduzierten Sprint in Pieve di Soligo gewann und sich das Purpur-Trikot der Punktewertung zurückeroberte, während Jonas Vingegaard die Gesamtführung behauptete.
Etappe 18: Ein harter Tag mit Sprintankunft
Die 18. Etappe des Giro d'Italia 2026 führte das Peloton über 171 Kilometer von Fai della Paganella nach Pieve di Soligo. Die Strecke war trügerisch schwer, mit einem welligen Finale, das vom Muro di Ca' del Poggio gekrönt wurde – einem 1,1 Kilometer langen Anstieg mit durchschnittlich 12,3 % nur zehn Kilometer vor dem Ziel. Eine frühe Ausreißergruppe bildete sich nach 100 Kilometern, bestehend aus James Shaw, Mattia Bais, Andrea Mifsud und Jonas Geens, aber ihnen wurde nie mehr als eine zweiminütige Führung zugestanden. Das Peloton holte den letzten Ausreißer zwölf Kilometer vor dem Ziel ein und bereitete so das Duell auf der steilen Rampe vor. Als sich die Fahrer dem Ziel näherten, begann es zu regnen, was die Dramatik noch verstärkte.
Magniers dritter Akt: Vom Leiden zur Dominanz
Paul Magnier war als vielversprechender Sprinter in den Giro gestartet, hatte aber in den Bergen schwere Momente erlebt. Der 22-jährige Franzose gestand, am ersten Anstieg des Tages abgehängt worden zu sein, zeigte aber Biss, um über den Poggio in der Führungsgruppe zu bleiben. Perfekt von seinem erfahrenen Teamkollegen Jasper Stuyven geführt, startete Magnier seinen Sprint aus 300 Metern und überwältigte das Feld einfach, wobei er den Italiener Edoardo Zambanini und Jonathan Milan besiegte. Magnier, der seine erste Grand Tour bestreitet, hatte bereits am Eröffnungstag in Burgas (wo er das Rosa Trikot eroberte) und auf der 3. Etappe in Sofia Siege errungen. Nachdem er das Purpur-Trikot während der hügeligeren Tage an Narvaez verloren hatte, behauptet er nun seine Sprint-Überlegenheit nachdrücklich.
Ich hätte nicht erwartet, dass dieser dritte Sieg heute kommt; das macht ihn umso besonderer. Ich kann meinem Team wirklich für das Vertrauen danken, denn ich war heute Morgen nicht selbstbewusst. Ich wurde sogar am ersten Anstieg abgehängt.
Vingegaard und das Gesamtbild
Jonas Vingegaard bleibt im Maglia Rosa unbedroht, mit einem Vorsprung von 4 Minuten und 3 Sekunden auf Felix Gall und Thymen Arensman. Der Däne war als Erster über die Spitze des Poggio und unterstrich damit seine Stärke. Der portugiesische Youngster Afonso Eulalio, Träger des Weißen Trikots, zeigte die aggressivste Fahrt des Tages: Nach einem Sturz in der Verpflegungszone 50 Kilometer vor dem Ziel griff er im Finale zweimal an, drohte kurzzeitig, den Sprint zu sprengen, wurde aber beide Male wieder eingeholt. Die Gesamtwertung blieb ansonsten unverändert.
Purpur-Trikot schwingt zurück zu Magnier
Mit seinem dritten Etappensieg eroberte Magnier das Purpur-Trikot der Punktewertung von Jhonatan Narvaez zurück, der bei diesem Giro ebenfalls drei Etappensiege hat. Der Franzose führt nun laut einer Quelle mit 33 Punkten Vorsprung (191 zu 158), während eine andere Quelle 195 Punkte angibt. Unabhängig davon, und da nur noch eine Flachetappe übrig ist – die sonntägliche Prozession in Rom –, hat Magnier die Punktewertung fest im Griff.
Dolomiten-Schlachten und Römisches Finale
Die 19. Etappe am Freitag ist die Königsetappe: 151 Kilometer von Feltre nach Alleghe mit vier Anstiegen der zweiten Kategorie und einer Bergankunft in Piani di Pezzé. Der legendäre Passo Giau, ein Anstieg der hors-catégorie, wartet unterwegs. Die Samstagsetappe von Gemona del Friuli nach Piancavallo bietet nach einem langen 200-Kilometer-Tag einen weiteren Bergankunft. Der 109. Giro d'Italia endet am Sonntag in Rom mit einer 131 Kilometer langen Flachetappe, bei der Magnier auf einen vierten Sieg und den Punkttitel hofft.


