
Saudi-Arzt zu lebenslanger Haft für Anschlag auf Magdeburger Weihnachtsmarkt verurteilt, bei dem sechs Menschen starben
Ein deutsches Gericht verurteilte Taleb al-Abdulmohsen am Freitag zu lebenslanger Haft für den Auto-Angriff auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt im Jahr 2024, bei dem sechs Menschen starben und Hunderte verletzt wurden.
Urteil
Am Freitag verurteilte das Landgericht Magdeburg Taleb al-Abdulmohsen zu lebenslanger Haft wegen sechsfachen Mordes, mehrfachen versuchten Mordes und schwerer Körperverletzung. Das Gericht stellte eine „besondere Schwere der Schuld“ fest, sodass eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren ausgeschlossen ist. Die Richter behielten sich zudem die Anordnung der Sicherungsverwahrung nach der Haftstrafe vor. Das Urteil wurde zweimal verlesen, da ein technischer Defekt die Audioübertragung in der Glaskabine des Angeklagten unterbrochen hatte.
Der Anschlag
Am 20. Dezember 2024 fuhr al-Abdulmohsen einen gemieteten BMW X3 durch eine Lücke in Betonbarrieren auf den überfüllten Weihnachtsmarkt. Das Fahrzeug wog über zwei Tonnen und hatte 340 PS; es erreichte Geschwindigkeiten von bis zu 48 km/h. Die Amokfahrt dauerte 64 Sekunden und tötete fünf Frauen im Alter von 45 bis 75 Jahren sowie einen neunjährigen Jungen. Mehr als 300 Menschen wurden verletzt, viele schwer. Er wurde unmittelbar danach am Steuer festgenommen.
Motiv und Prozess
Die Staatsanwaltschaft erklärte, der Anschlag sei über Wochen geplant gewesen und aus persönlicher Verbitterung heraus erfolgt, nicht aus ideologischen Gründen. Al-Abdulmohsen hatte einen Zivilprozess gegen eine Kölner Flüchtlingshilfsorganisation verloren und war über gescheiterte Strafanzeigen frustriert. Ein psychiatrischer Gutachter diagnostizierte bei ihm eine narzisstische Persönlichkeitsstörung. Während des im November 2025 begonnenen Prozesses räumte er ein, einen Anschlag geplant und das Auto gefahren zu haben, bestritt jedoch, absichtlich Menschen angefahren zu haben. Er zeigte keine Reue.
Dem Angeklagten ging und geht es nur um sich selbst.
Das Gericht hörte 109 Zeugen und acht Sachverständige. Mehr als 200 Opfer beteiligten sich als Nebenkläger am Verfahren. Viele schilderten ihre Todesangst, schwere Verletzungen und anhaltende psychische Traumata. Das Land Sachsen-Anhalt ließ einen provisorischen Leichtbau-Gerichtssaal errichten, um die große Zahl der Beteiligten unterzubringen. Der Prozess dauerte 41 Tage.
Breitere Auswirkungen
Der Anschlag von Magdeburg war einer von mehreren, an denen Einwanderer beteiligt waren, im Vorfeld der deutschen Bundestagswahl im Februar 2025 und rückte das Thema Migration in den Mittelpunkt des Wahlkampfs. Al-Abdulmohsen, der 2006 nach Deutschland kam und eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis besaß, war ein ehemaliger Muslim, der online rechtsextreme Sympathien äußerte. Er war zuvor durch drohendes Verhalten aufgefallen, hatte aber keine Gewaltakte begangen.
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