
Wall Street auf Rekordjagd: Öl fällt nach Iran-Gesprächen, Palantir schießt um 29 % hoch
Die US-Aktienmärkte legten am Dienstag kräftig zu. Der S&P 500 und der Dow Jones Industrial Average schlossen auf Allzeithochs, angetrieben von starken Unternehmenszahlen und einem deutlichen Ölpreisverfall, nachdem Finanzminister Scott Bessent Gespräche mit dem Iran über eine mögliche Wiedereröffnung der Straße von Hormus in Aussicht gestellt hatte.
US-Indizes auf Allzeithoch
Der S&P 500 stieg um 1,79 % und schloss bei 7.736,52 Punkten – sein erstes Rekordhoch seit Juni. Der Dow Jones Industrial Average legte um 907,47 Punkte bzw. 1,71 % auf 54.085,88 Punkte zu und durchbrach damit erstmals die 54.000er-Marke. Der Nasdaq Composite kletterte um 2,59 % auf 26.584,99 Punkte. Die Technologiebranche führte mit einem Plus von 4 % alle Sektoren an, während Finanzwerte um 1 % zulegten (Goldman Sachs gewann mehr als 2 %) und sowohl Industrie- als auch Grundstoffwerte um jeweils knapp 2 % anzogen.
- S&P 500
- 1.79 %
- Dow Jones
- 1.71 %
- Nasdaq
- 2.59 %
- CAC 40
- 0.61 %
- DAX
- 0.77 %
- FTSE MIB
- 1.26 %
- IBEX 35
- 0.21 %
- FTSE 100
- 0.2 %
Ölpreis stürzt nach Gesprächen über die Straße von Hormus ab
Die Rohölpreise fielen deutlich, nachdem US-Finanzminister Scott Bessent gegenüber CNBC erklärte, dass Washington in direkten Gesprächen mit Teheran stehe. Die Aussagen nährten die Hoffnung, dass die Straße von Hormus, ein kritischer Engpass für die weltweiten Öllieferungen, bald wieder geöffnet werden könnte.
Wir sind in Gesprächen mit den Iranern. Es besteht die Möglichkeit, noch heute oder morgen eine Einigung zur Öffnung der Meerenge zu erzielen, um eine Normalisierung der Lage in dem Konflikt voranzutreiben.
West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung fiel um 5,69 % auf 75,77 Dollar pro Barrel, während die Nordseesorte Brent um 5,26 % auf 79,36 Dollar nachgab. Der Rückgang der Energiekosten wirkte sich direkt positiv auf die Aktienmärkte aus, da billigeres Öl die Inputkosten und Inflationsängste mindert.
Europäische Börsen schließen sich der Rally an
Die Rally beschränkte sich nicht auf New York. In Paris stieg der CAC 40 um 0,61 % auf 8.666,63 Punkte und übertraf damit seinen Rekordstand von vor dem Iran-Krieg vom 26. Februar 2026. Der Frankfurter DAX legte um 0,77 % auf 26.202,35 Punkte zu und brach damit den Rekord, den er erst am Vortag aufgestellt hatte. Der Mailänder FTSE MIB gewann 1,26 % auf 53.540,50 Punkte und lag damit über seinem bisherigen Höchststand von 52.959,14 Punkten vom 6. Juli. Der Madrider IBEX 35 schloss erstmals über der 20.000-Punkte-Marke, mit einem Plus von 0,21 % auf 20.023,60 Punkte. Der Londoner FTSE 100 legte leicht um 0,20 % zu, wurde aber von fallenden Ölmultis gebremst (BP verlor 4,91 %, Shell 2,47 %).
Die Umschichtung in deutsche Aktien bringt eine überraschend positive Dynamik in den DAX zu Beginn eines ansonsten üblicherweise ruhigen Augusts. Die Haupttreiber sind der anhaltende Rückgang der Energiepreise sowie überzeugende Quartalszahlen und deren Zukunftsaussichten.
Unternehmenszahlen beflügeln Technologie- und Industrieaktien
Palantir Technologies ragte heraus: Die Aktie schoss um 29 % in die Höhe – die beste Tagesperformance seit mehr als zwei Jahren. CEO Alex Karp bezeichnete die Ergebnisse des zweiten Quartals als „unwirklich“ und führte die Stärke auf die boomende Nachfrage nach KI-Souveränitätslösungen zurück. Das Unternehmen hob zudem seine Umsatz- und Gewinnprognose für das Gesamtjahr an. Halbleiteraktien setzten ihre Erholung von der Juli-Korrektur fort: Micron Technology legte um mehr als 7 % zu, Marvell Technology sprang um knapp 13 %.
Caterpillar war der Spitzenreiter im Dow und stieg um rund 6 %, nachdem das Unternehmen besser als erwartete Quartalszahlen vorgelegt und seinen Umsatzausblick angehoben hatte. Der Industriekonzern begründete dies mit der starken Nachfrage nach Ausrüstung für den Bau von KI-Rechenzentren.
- Technologie
- 4 %
- Finanzen
- 1 %
- Industrie
- 2 %
- Grundstoffe
- 2 %
Ausblick: SpaceX-Zahlen mit Spannung erwartet
Die Anleger fiebern zudem den ersten Quartalszahlen von SpaceX seit dem Börsengang am 12. Juni entgegen. Der Bericht dürfte einer genauen Prüfung des Starlink-Satelliteninternetgeschäfts unterzogen werden, das Analysten als die Cash-Maschine betrachten, die Elon Musks breitere Ambitionen, einschließlich Künstlicher Intelligenz, finanziert.
Die Anleger werden sich auf Starlink konzentrieren, die Cash-generierende Maschine, um andere Ausgaben von Elon Musks Unternehmen zu finanzieren, insbesondere Künstliche Intelligenz.


