
Dreijähriges autistisches Mädchen aus Preetz ertrunken im Gartenteich der Eltern, nachdem die Suche ihn zweimal übersehen hatte
Ein dreijähriges autistisches Mädchen, das aus Preetz in Schleswig-Holstein vermisst wurde, wurde nach einer mehrstündigen Suche tot in einem Teich auf dem Grundstück ihrer Eltern gefunden. Eine vorläufige Autopsie bestätigte Ertrinken als Todesursache, ohne Anzeichen von Gewalt.
Verschwinden und Suche
Ein dreijähriges Mädchen namens Bella S. verließ am Mittwochmittag ihr Zuhause in Preetz, Schleswig-Holstein, mit unbekanntem Ziel. Die Polizei beschrieb das Kind als autistisch, seh- und hörbehindert und dringend auf medizinische Hilfe angewiesen, mit einer Neigung, sich zu verstecken. Ihre Eltern meldeten sie am Mittwochnachmittag als vermisst, was eine großangelegte Suche mit Hubschrauber, Drohnen, Spürhunden, Wärmebildkameras und Freiwilligen aus Kiel, Preetz, Klausdorf und Eutin auslöste. Beamte der Polizeidirektion Kiel und der Bereitschaftspolizei Eutin sowie die Freiwilligen Feuerwehren aus Preetz und Klausdorf suchten die Nacht hindurch bis in die frühen Morgenstunden des Donnerstags.
- Bella S. verlässt ihr Zuhause in Preetz mit unbekanntem Ziel
- Polizei durchsucht Grundstück der Familie; Teich nur oberflächlich gesichtet
- Haus und Garten erneut durchsucht; Teich genauer überprüft, aber Kind nicht gefunden
- Suche nach nächtlicher Pause wieder aufgenommen
- Kind tot im Teich auf dem Grundstück der Eltern gefunden
- Polizei gibt vorläufiges Autopsieergebnis bekannt: Ertrinken, keine Anzeichen von Gewalt
Entdeckung und Autopsieergebnis
Das Kind wurde am Donnerstag gegen 09:30 Uhr tot in einem Teich auf dem Grundstück ihrer Eltern gefunden. Eine vorläufige Autopsie bestätigte Ertrinken als Todesursache, wie die Polizeidirektion Kiel am Freitag mitteilte. Es wurden keine Anzeichen von Gewalt festgestellt. Die gerichtsmedizinische Untersuchung bestätigte auch die Identität des Kindes als die vermisste Bella S. Der leitende Oberstaatsanwalt Michael Bimler sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet worden sei, was bedeute, dass es keinen Anfangsverdacht auf eine Straftat gebe, sondern lediglich Beweise gesichert würden.
Fehler bei der Teichsuche
Die Polizei räumte ein, dass der Teich, in dem das Kind schließlich gefunden wurde, bei der ersten Durchsuchung des Grundstücks gegen 14:00 Uhr am Mittwoch nicht gründlich durchsucht worden war. Laut Polizei wurde zu diesem Zeitpunkt nur eine oberflächliche Sichtprüfung des Teichs durchgeführt. Gegen Mitternacht wurde der Teich genauer durchsucht, aber auch dabei wurde das Kind nicht entdeckt. Die Polizei sagte, es bleibe unklar, warum die Mitternachtssuche des Teichs nicht zum Auffinden des Kindes führte.
Hier müssen wir natürlich auch die Frage prüfen, ob ein Aufsichtsversagen oder Ähnliches eine Rolle gespielt haben könnte. Aber es ist zu früh, das jetzt zu beurteilen.
Polizeikorrektur und zeitliche Ungewissheit
Die Polizeidirektion Kiel zog frühere Aussagen zum vermuteten Todeszeitpunkt in einer am Freitagnachmittag veröffentlichten Korrektur ausdrücklich zurück. Sicher sei, so die Polizei, dass das Kind bereits mehrere Stunden tot gewesen sei, bevor die Leiche geborgen wurde. Nach derzeitigem Kenntnisstand sei das Mädchen unmittelbar nach ihrem Verschwinden in den Teich gefallen und bereits ertrunken, als die polizeilichen Suchmaßnahmen begannen. Eine genauere Bestimmung des Todeszeitpunkts sei nicht möglich, obwohl die Polizei davon ausgeht, dass er weit vor der Mitternachtssuche lag.
Reaktion der Gemeinschaft
Das Verschwinden löste in Preetz eine große Welle der Solidarität aus. Anwohner legten nach der Bestätigung der Nachricht Stofftiere, Blumen und Kerzen nieder. Anke Johanßon, die zweite stellvertretende Bürgermeisterin von Preetz (SPD), sprach in einem Interview mit dem NDR Schleswig-Holstein ihr Beileid aus.
In unseren Gedanken gehen unsere Wünsche natürlich auch an die Familie des kleinen Mädchens.
Sie lobte die Hilfsbereitschaft der Rettungskräfte und der Bevölkerung und sagte, es habe sich eine wunderbare Gemeinschaft gebildet, die geholfen habe. Die Ermittlungen zu den genauen Umständen des Todes dauern an, ein endgültiges Autopsieergebnis steht noch aus.


