Spanien fordert Erklärungen zu manipulierten Operationswartelisten in Madrider Krankenhaus
Das spanische Gesundheitsministerium hat von den Madrider Regionalbehörden formelle Erklärungen gefordert, nachdem bekannt wurde, dass das Hospital Ramón y Cajal den Prioritätsstatus von 57 chirurgischen Patienten herabgestuft hatte, um administrative Ziele zu erreichen.
Whistleblower-Vorwürfe im Ramón y Cajal
Dokumente des 62-jährigen Orthopäden Luis Alberto Martos zeigten, dass die Krankenhausleitung die Operationswartekategorien für Patienten, die im Madrider Universitätsklinikum Ramón y Cajal behandelt wurden, geändert hatte. Martos, der jahrzehntelang in der Einrichtung arbeitete, entdeckte die Änderungen, als er seine geplanten traumatologischen Eingriffe überprüfte, bei denen alle roten Prioritätsindikatoren durch grüne Standardkennzeichnungen ersetzt worden waren. Zwischen dem 28. Februar und dem 14. März 2025 wurde der administrative Status von 57 Patienten in der Abteilung für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie vom dringenden Präferenzstatus auf normale Priorität geändert. Die Änderungen wurden vom Abteilungsleiter Basilio José de la Torre Escuredo und dem medizinischen Direktor Rafael Martínez Fernández angeordnet, so interne Aufzeichnungen, die von drei Kollegen der Abteilung bestätigt wurden. Die Neueinstufung erfolgte ohne klinische Neubewertungen oder Benachrichtigung der Patienten, wodurch sich die zulässige Wartezeit für geplante Eingriffe effektiv verdoppelte.
- Präferenzpriorität
- 90 Tage
- Normalpriorität
- 180 Tage
Betriebliche Auswirkungen und Reaktion des Ministeriums
Nach den üblichen regionalen Richtlinien müssen Patienten mit Präferenzstatus innerhalb von 90 Tagen operiert werden, während die normale Einstufung eine Wartezeit von bis zu 180 Tagen erlaubt. Durch die Änderung der Einstufungskennzeichnungen im elektronischen System erreichte die Krankenhausleitung administrative Produktivitätsschwellen, ohne die Operationen früher durchzuführen. Die spanische Gesundheitsministerin Mónica García reagierte am Dienstag mit einem offiziellen Schreiben an die Regionalbehörden, in dem sie Aufklärung und Datenüberprüfungen forderte. García verlangte eine Bestätigung darüber, ob ähnliche Änderungen in anderen öffentlichen Krankenhäusern der Region vorgenommen wurden, und wies auf die staatliche Aufsichtspflicht gemäß dem Allgemeinen Gesundheitsgesetz hin. Die Ministerin betonte, dass die Änderung von Patientenkategorien zur Erfüllung statistischer Quoten direkte Risiken für die Patientengesundheit darstelle.
Über Wartelisten zu lügen und Ziele zu erreichen, ist bereits ernst, aber dringende Operationen zu verzögern, damit die Zahlen passen, ist weitaus gefährlicher.
Regionale Reaktion und interne Verfahren
Die Madrider Gesundheitsrätin Fátima Matute äußerte sich am Dienstagnachmittag zu den Vorwürfen während einer Veranstaltung, bei der die Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso den Preis „Politiker des Jahres“ der Gesundheitspublikation ConSalud entgegennahm. Ayuso wich Fragen von Journalisten zu den Krankenhausakten aus und beschrieb das Madrider öffentliche Gesundheitsnetz stattdessen als hervorragendes System und Herzstück ihrer Verwaltung. Matute gab bekannt, dass die Regionalregierung interne Informationsverfahren eingeleitet habe, um die Datenüberprüfungsprotokolle im gesamten Krankenhausnetz zu überprüfen. Matute betonte, dass die Regionalbehörden keine Wartestatistiken fälschten, und bezeichnete die Handlungen des Whistleblowers als Angriff auf den regionalen Gesundheitsdienst. Sie erklärte auch, dass gegen Martos bereits vor der Medienveröffentlichung ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden sei, während Berichte darauf hindeuten, dass die Untersuchung gegen ihn Wochen nach seiner Beschwerde bei den Krankenhausdirektoren begann.
Ich möchte klarstellen, dass in der Autonomen Gemeinschaft Madrid keine Wartelisten gefälscht werden.
Reaktionen der Ärztegewerkschaften und Aufsicht
Berufsverbände, die Gesundheitspersonal vertreten, stellten fest, dass der Druck, regionale Leistungsbenchmarks zu erfüllen, die administrative Nachverfolgung in mehreren öffentlichen Krankenhäusern beeinflusst. Die AMYTS-Generalsekretärin Ángela Hernández erklärte, dass die Änderung von Patientenkategorien eine administrative Taktik sei, die von Gesundheitseinrichtungen angewandt werde, um die Meldung von Verzögerungen an regionale und zentrale Regierungsstellen zu vermeiden. Pedro Aparicio, Sprecher der Interessengruppe für öffentliche Gesundheit Defensa para la Sanidad Pública de Madrid, erklärte, dass die Regionalverwaltung Unternehmensleistungsziele über die klinische Dringlichkeit stelle. Das Gesundheitsministerium forderte über das Nationale Gesundheitsdienst-Wartelisten-Informationssystem (SISLE-SNS) überprüfte Dateneinreichungen an, um den vollen Umfang der Listenänderungen zu ermitteln. Diese Aufforderung folgt auf frühere Initiativen des Ministeriums im Interterritorialrat, die darauf abzielen, einheitliche Transparenzkriterien für Wartelisten in den Autonomen Gemeinschaften zu etablieren.
- Krankenhausleitung ändert chirurgische Prioritätskennzeichnungen für 57 orthopädische Patienten von präferent auf normal.
- El País veröffentlicht interne Dokumente, die die Änderungen der Wartelisten im Hospital Ramón y Cajal belegen.
- Gesundheitsministerin Mónica García sendet ein formelles Schreiben, das eine offizielle Erklärung der Region fordert.
- Madrider Gesundheitsrätin Fátima Matute kündigt interne Überprüfungsverfahren an und bestreitet Fälschungen.


