
Real Madrid verspielt 2:0-Führung im Testspiel gegen Florenz – Endrick und Ciria treffen
Real Madrid startete mit einem 2:2-Unentschieden gegen die Fiorentina in Klagenfurt, Österreich, in die Saisonvorbereitung. Endrick und Alexis Ciria brachten Mourinhos Team mit 2:0 in Führung, die nach der Pause dahinschmolz.
Erste-Halbzeit-Dominanz
Real Madrid begann sein erstes echtes Testspiel der Saisonvorbereitung im Wörthersee Stadion in Klagenfurt mit einem klaren Plan. José Mourinho stellte ein 4-2-3-1 auf, in dem Neuzugang Denzel Dumfries als Rechtsaußen und Trent Alexander-Arnold im Spielaufbau ins Mittelfeld rückte, während die Jugend-Innenverteidiger Joan Martínez und Mario Rivas aufgrund der Verletzungen von Asencio und Huijsen von Beginn an spielten. Der Ansatz zeigte sofort Wirkung. Endrick, zurück von einer Leihe zu Lyon, eröffnete in der 12. Minute den Torreigen, als er eine Hereingabe von Álvaro Carreras kontrollierte und flach an David de Gea vorbei ins Tor schoss. Zehn Minuten später tanzte Eduardo Camavinga durch den Strafraum und fand Alexis Ciria, der mit rechts souverän zum 2:0 vollendete. Arda Güler zog die Fäden, und Madrids Pressing erstickte die Fiorentina, die bis spät in die erste Hälfte keinen Schuss abgeben konnte.
- Endrick bringt Madrid 1:0 in Führung
- Alexis Ciria erhöht auf 2:0
- Piccoli verkürzt für Florenz
- Kean gleicht per Kopf aus
Fiorentinas Aufholjagd
Gegen den Spielverlauf spielte der ehemalige Real-Madrid-Jugendspieler Álex Jiménez in der 41. Minute einen Pass auf Roberto Piccoli, und der italienische Stürmer bezwang Andriy Lunin am kurzen Pfosten. Das Tor veränderte die Dynamik. Nach der Pause präsentierte sich Fabio Grossos Team wie verwandelt. Albert Gudmundsson lupfte den Ball aus kurzer Distanz am Tor vorbei, Rolando Mandragora setzte einen Freistoß knapp über die Latte, bevor Moise Kean in der 58. Minute eine Flanke von Nicolò Fagioli per Kopf zum Ausgleich einnickte. Madrids Intensität ließ merklich nach, und die Italiener, die bereits mehr Vorbereitungsspiele absolviert hatten, wirkten frischer und eingespielter.
Die Schlüsselspieler
Endrick zeigte den Stürmerinstinkt, den Madrid sich von ihm erhofft, als er sich blitzschnell drehte und mit links abschloss. Alexis Ciria, ein 18-jähriger Flügelspieler aus Badajoz, setzte seinen rasanten Aufstieg fort. Er war im Januar 2026 für rund 200.000 Euro vom FC Sevilla nach Madrid gewechselt, nachdem Vertragsverhandlungen ins Stocken geraten waren, und hatte bereits bei seinem Juvenil-Debüt getroffen, für Castilla gespielt und die Youth League sowie die Copa de Campeones gewonnen. Güler war der kreative Dreh- und Angelpunkt, lenkte das Spiel und zwang De Gea sogar zu einer Parade bei einem direkten Freistoß. Camavinga und Federico Valverde sorgten für Energie im Mittelfeld, während Carreras auf der linken Seite für ständige Breite sorgte.
Taktisches Experiment
Mourinhos Hybridsystem gab Alexander-Arnold die Lizenz, das Spiel aus der Tiefe zu lenken, während Dumfries auf der rechten Seite hoch aufrückte. Diese Formation schuf in der ersten Hälfte Überzahlsituationen, ließ Madrid aber bei Ballverlusten exponiert, insbesondere nach der Pause. Der Trainer gab auch Carlos Espí, einem kürzlich von Levante verpflichteten Spieler, sein Debüt und setzte in der Schlussphase auf die Akademiespieler Diego Lacosta, Dani Yáñez und Cestero, um noch einmal ins Spiel zu finden. Die Fiorentina brachte ihrerseits mit Víctor Valdepeñas ein weiteres ehemaliges Madrid-Jugendprodukt.
Wie es weitergeht
Dem Unentschieden waren zwei nicht öffentliche Trainingsspiele gegen Alcorcón (1:0) und Leganés (4:1) in Valdebebas vorausgegangen. Mourinho wird in der kommenden Woche die zurückkehrenden Nationalspieler integrieren, während der Kader seine europäische Vorbereitungstournee fortsetzt. Dabei bleiben nach einer zweiten Halbzeit, in der Madrid kaum Gefahr auf De Geas Tor ausstrahlte, strukturelle Fragen offen.


