
Macrons Beliebtheitswert sinkt auf 15 Prozent – niedrigster Stand seit seinem Amtsantritt 2017
Nur 15 Prozent der Befragten im jüngsten Ipsos-BVA-Cesi-Barometer bewerten Emmanuel Macron positiv, während Premierminister Sébastien Lecornu um zwei Punkte auf 22 Prozent zulegt. Energiekosten, Kaufkraft und Schulden stehen an der Spitze der Sorgen der Wähler.
Ein neuer Tiefststand im Barometer
Nur 15 Prozent der Befragten im jüngsten Ipsos-BVA-Cesi-Barometer bewerten Präsident Emmanuel Macron positiv – sein niedrigster Wert seit seinem Amtsantritt 2017. Das ist ein Punkt unter den 16 Prozent, die einen Monat zuvor gemessen wurden, als dieser Wert bereits sein schwächster war. Das Barometer wurde am Samstag von La Tribune Dimanche veröffentlicht, die die Online-Umfrage unter 1.000 Erwachsenen in Auftrag gegeben hatte. Die Erhebung fand am 7. und 8. September statt, die Fehlermarge der Stichprobe liegt zwischen 0,6 und 3,1 Punkten. Unter den Wählern des zentralen Lagers unterstützen noch 53 Prozent Macron, während 47 Prozent eine negative Sicht auf ihn haben.
Sorgen um Kaufkraft und Sozialsystem
Die Befragten nannten hohe Energiekosten als ihre größte Sorge, doch die Zahlen setzen die Kaufkraft an die erste Stelle, die von 54 Prozent genannt wurde. Die Sorge um die Zukunft des Sozialsystems nannten 44 Prozent, die Staatsschulden 33 Prozent. Die Umfrage fiel in eine Zeit, in der die Kraftstoffpreise Rekordstände erreichten und Gymnasiasten landesweit protestierten. Die Erhebung beschreibt Macron als Brennpunkt dieser Sorgen, die auf das politische Klima in Frankreich drücken.
- Kaufkraft
- 54 %
- Zukunft des Sozialsystems
- 44 %
- Staatsschulden
- 33 %
Haushaltsdruck und Proteste
Die Regierung erwartet, dass die Gesamtschulden im kommenden Jahr 121,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen, und plant Einsparungen in zweistelliger Milliardenhöhe im Staatshaushalt. Frankreich ist bereits höher verschuldet als jedes andere EU-Land, und die Zinszahlungen belaufen sich in diesem Jahr auf fast 80 Milliarden Euro. Die Finanzmärkte zeigen sich zunehmend besorgt über diese Entwicklung. In den vergangenen Wochen kam es zu Streiks und Demonstrationen gegen den Sparkurs der Regierung. Landesweite Schülerproteste für bessere Lernbedingungen und Chancengleichheit führten zu zahlreichen Verletzten und Festnahmen.
Premierminister und mögliche Präsidentschaftskandidaten
Premierminister Sébastien Lecornu legte um zwei Punkte auf 22 Prozent Zustimmung zu, nachdem er einen Monat zuvor um sieben Punkte gefallen war. Jordan Bardella (33 Prozent) und Marine Le Pen (32 Prozent) bleiben an der Spitze der Liste möglicher Nachfolger, verloren aber im Vergleich zum Vormonat drei bzw. vier Punkte. Édouard Philippe stieg um einen Punkt auf 20 Prozent und belegt damit den dritten Platz der Liste. Mediapart veröffentlichte innerhalb der vergangenen zwei Wochen antisemitische Nachrichten, die Bardella, dem RN-Vorsitzenden, zugeschrieben werden, der bestreitet, deren Autor zu sein. Den Vorwürfen zufolge wurden die Nachrichten als Teenager von einem alten Facebook-Konto aus verschickt. Die Präsidentschaftswahl steht im kommenden Frühjahr an, und die Umfrage bietet eine Momentaufnahme des Feldes vor diesem Urnengang.
- Emmanuel Macron
- 15 %
- Sébastien Lecornu
- 22 %
- Jordan Bardella
- 33 %
- Marine Le Pen
- 32 %
- Édouard Philippe
- 20 %


