Kurz gefasst
Macron erklärte am Mittwoch, 21. Oktober, in Doha, Frankreich brauche keinen Ausnahmezustand, schloss ihn aber nicht aus, falls die Lage es erfordere. Ausgangssperren und Versammlungsverbote hätten seit Montag, 19. Oktober, die Ruhe wiederhergestellt.
Macron nannte Äußerungen ausländischer Staatschefs inakzeptabel und dumm und warf einigen Regierungschefs vor, auf Kosten Frankreichs Wahlkampf zu betreiben. Donald Trump und der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar gehören zu denen, die die Unruhen mit Migration in Verbindung brachten.
Die von Gérald Darmanin zitierten Zahlen des Innenministeriums nennen 2.500 Personen in Polizeigewahrsam (gardes à vue) und 174 Inhaftierungen nach den Protesten vom 17. Oktober.
Die Gewerkschaft CGT rief laut der Live-Berichterstattung von Le Monde zu einem Generalstreik ab dem 5. November auf.
Macron trifft am Donnerstagmorgen, 22. Oktober, die Nachrichtendienste, den Premierminister und die zuständigen Minister, um einen detaillierten Bericht über die Ereignisse vom 17. Oktober zu erhalten.
- 21.10.Macron spricht in Doha, lehnt einen Ausnahmezustand ab und verurteilt ausländische Kommentare
- 22.10.Geplantes Treffen am Donnerstagmorgen mit den Nachrichtendiensten, dem Premierminister und Ministern
- 5.11.Beginn des von der Gewerkschaft CGT ausgerufenen Generalstreiks
Macron schließt Ausnahmezustand aus
Am Mittwoch, 21. Oktober, sagte Emmanuel Macron am Ende einer dreitägigen Golfreise in Doha vor Journalisten, Frankreich brauche keinen Ausnahmezustand, um die Folgen der Unruhen vom 17. Oktober zu bewältigen. Er argumentierte, das geltende Recht erlaube es den Präfekten bereits, Ausgangssperren oder Versammlungsverbote zu verhängen, und diese lokalen Maßnahmen hätten seit Montag, 19. Oktober, die Ruhe wiederhergestellt. Gänzlich ausschließen wollte er es nicht: Die Entscheidung könne getroffen werden, falls die Lage es erfordere. Macron bezeichnete die Ereignisse als sehr ernst und fügte hinzu, das Ziel der Regierung bleibe die Rückkehr zur Ruhe durch Härte, Ordnungsmaßnahmen und den Dialog mit legitimen Forderungen. Zugleich betonte er, Gewalt sei niemals gerechtfertigt:
„Keine Gewalt ist legitim, weder verbal noch körperlich, weder gegen Sachen noch gegen Menschen.“
Ausländische Kommentare und manipulierte Informationen
Macron machte eine ausländische Manipulation von Informationen für Äußerungen verantwortlich, die er als inakzeptabel und sogar dumm bezeichnete, darunter solche ausländischer Staatschefs. Namen nannte er nicht, sagte aber, einige Regierungschefs, die in ihrer eigenen Region oder jenseits des Atlantiks Wahlkampf betrieben, wiederholten leichtgläubig Behauptungen, die von künstlicher Intelligenz erzeugt worden seien. Donald Trump hat die Unruhen in Frankreich genutzt, um vor den Midterm-Wahlen im November Wähler zu mobilisieren, und erklärt, Frankreich werde von Migranten, Dschihadisten und Kommunisten in Brand gesetzt. Der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar schrieb auf X, das Chaos mache deutlich, warum Ungarn für den strengstmöglichen Kurs in der Migrationspolitik eintrete. Außenminister Jean-Noël Barrot bot an, den betroffenen Ländern zu helfen, die Lage zu verstehen und die Verbreitung falscher Informationen zu stoppen. Es gibt keine Belege, die die Vorfälle mit Einwanderung in Verbindung bringen, und Macron wies die Behauptung zurück, Frankreich sei von Migranten und Islamisten überrannt worden:
„Manche haben behauptet, wir seien von Horden von Migranten und Islamisten überrannt worden, was völlig falsch ist.“
Gewalt, Festnahmen und ein Streikaufruf
Hunderttausende Menschen demonstrierten am 17. Oktober friedlich gegen die Lebenshaltungskosten und die Zustände an den Schulen. Andere Demonstranten setzten öffentliche Gebäude in Brand, plünderten Geschäfte und lieferten sich in mehreren Städten Auseinandersetzungen mit der Bereitschaftspolizei. Gérald Darmanin meldete 2.500 Personen in Polizeigewahrsam (gardes à vue) und 174 Inhaftierungen. Den Nachrichtendiensten wird vorgeworfen, die soziale Mobilisierung schlecht vorhergesehen zu haben; Macron sagte, lokale Ausgangssperren hätten geholfen, die Ordnung wiederherzustellen. Die Gewerkschaft CGT hat einen Generalstreik ab dem 5. November ausgerufen.
- Polizeigewahrsam (gardes à vue)
- 2500
- Inhaftierungen
- 174
Daten aus dem Artikeltext
Überprüfung am Donnerstag und die Golfreise
Macron sagte, er habe seine geplante Golfreise trotz Kritik fortgesetzt, mit Verweis auf das Ansehen Frankreichs in der Region und seine Staatsangehörigen dort. Die Ergebnisse der Reise würden dem Land in den kommenden Wochen und Monaten dienen, darunter eine gesicherte Dieselversorgung und das Äquivalent von 2 TWh pro Monat Flüssigerdgas aus Katar für die Wintermonate. Für Donnerstagmorgen, 22. Oktober, plant er ein Treffen mit allen Nachrichtendiensten, dem Premierminister und den zuständigen Ministern, um einen detaillierten Bericht über die Ereignisse vom 17. Oktober zu erhalten. Er wolle Transparenz über die Gewalt bei den Protesten.