
Polnischer Verlagsmanager Maciej Hoffman nach jahrzehntelangem Einsatz für Urheberrecht gestorben
Der Mitbegründer der Polnischen Verlegerkammer (Polish Chamber of Publishers) und von Repropol starb am 22. August 2026, nachdem er sich jahrelang für verwandte Schutzrechte und den Schutz der Printmedien eingesetzt hatte.
Verlagsmanager und Kammergründer gestorben
Maciej Hoffman, ein langjähriger Verfechter des polnischen Journalismus und der Printmedien, starb am 22. August 2026. Die Mitteilung wurde auf der offiziellen Website der Polnischen Verlegerkammer (Polish Chamber of Publishers) veröffentlicht, einer Organisation, die zuvor als Kammer der Presseverleger bekannt war. Hoffman war Mitbegründer, Vorstandsmitglied und langjähriger Generaldirektor der Kammer während mehrerer Jahrzehnte des Wandels in der Medienbranche. Er war auch Mitbegründer des Verbands der Journalisten und Verleger Repropol, wo er als erster Präsident der Organisation fungierte. Der Vorstand der Kammer würdigte seine umfangreiche Karriere und gedachte seiner Hingabe zum Schutz von Urheberrechtsstandards und zur Aufrechterhaltung des Printjournalismus im digitalen Zeitalter.
Gesetzgebungsarbeit und Urheberrechtsschutz
Hoffman vertrat die Verlagsbranche im polnischen Parlament bei der Gesetzgebungsarbeit zu Reformen des Presserechts. In diesen parlamentarischen Diskussionen konzentrierte er sich auf die Definition der rechtlichen Stellung von Verlegern in der urheberrechtlichen Wertschöpfungskette und die Einführung von verwandten Schutzrechten für Verleger. Sein institutionelles Engagement erstreckte sich über mehrere Jahrzehnte auf zahlreiche Branchenorganisationen. Bei Repropol war Hoffman außerdem stellvertretender Vorsitzender des Prüfungsausschusses, bevor er im September 2022 von der aktiven Führung zurücktrat, als Grzegorz Cydejko zum Präsidenten der Organisation gewählt wurde. Zu diesem Zeitpunkt wurde Hoffman zum Ehrenmitglied von Repropol ernannt. Er wurde auch Ehrenmitglied des Creative Poland Verbandes, einer Vereinigung, die sich dem Schutz der moralischen und materiellen Rechte in den Bereichen Kunst, Literatur, Journalismus, Wissenschaft und Innovation widmet.
- Basisjahr für die von Hoffman zitierten Messungen der polnischen Printauflage
- Hoffman präsentiert Daten, die Verlegerverluste von 2,5 Milliarden PLN zeigen, und kritisiert Aggregation
- Grzegorz Cydejko wird Repropol-Präsident, während Hoffman zum Ehrenmitglied ernannt wird
- Polnische Verlegerkammer gibt den Tod von Maciej Hoffman bekannt
Position zu digitalen Inhalte-Aggregatoren
Während der Debatten über die digitale Urheberrechtsreform im Jahr 2016 sprach sich Hoffman gegen die Praktiken von Inhalte-Aggregationsdiensten und Presseausschnittsdiensten aus. Er argumentierte, dass kommerzielle Aggregatoren Material, das von unabhängigen Nachrichtenorganisationen produziert wurde, monetarisierten, ohne zu den zugrunde liegenden Betriebskosten beizutragen.
Aggregatoren verdienen an Werbung neben den Inhalten anderer, investieren aber nicht in deren Erstellung. Sie verringern auch die Leserschaft und den Traffic auf den Websites der Publikationen und damit die Werbeeinnahmen. Wo sollen Verleger das Geld hernehmen, um neue Inhalte zu schaffen? Wir wollen lediglich, dass diejenigen, die die Produktionskosten getragen haben, zumindest einen Teil dieser Kosten wieder hereinholen können.
Rückgang des Printmarktes und Kürzungen in den Redaktionen
Hoffman führte das Wachstum der unvergüteten Aggregation auf breitere finanzielle Schwierigkeiten im polnischen Printjournalismus zurück. Er wies darauf hin, dass die Printauflage in Polen zwischen 2005 und 2016 um über eine Milliarde Exemplare gesunken sei, was zu kumulierten Umsatzverlusten von mehr als 2,5 Milliarden PLN für inländische Verleger führte. Er stellte fest, dass geringere Auflagen die Vertriebskosten pro Leser erhöhten, während die Werbeeinnahmen, die den investigativen Journalismus finanzierten, schrumpften. Hoffman warnte, dass dieser sich verstärkende finanzielle Druck Verlage dazu zwang, Kostensenkungen vorzunehmen, vor allem durch Personalentlassungen, die die redaktionelle Kapazität verringerten.
Das bedeutet, dass Verleger mehr als 2,5 Milliarden PLN verloren haben. Wenn man bedenkt, dass je niedriger die Auflage, desto höher die Kosten, um den Leser zu erreichen, und desto geringer die Einnahmen aus Werbeverkäufen, ist es nicht schwer zu verstehen, warum Verleger in einer so schlechten Lage sind. Die Folge ist die Degradierung der Presse, denn auf geringere Einnahmen folgen Kostensenkungen, vor allem im Personalbereich.


