
Mann tötet Ehefrau mit Machete am helllichten Tag in Kelkheim; Zeugen überwältigen Angreifer
Ein 60-jähriger Kroate soll am Dienstagabend seine von ihm getrennt lebende Ehefrau auf einer belebten Straße in Kelkheim (Hessen) mit einer Machete angegriffen haben. Die 58-jährige Frau starb noch am Tatort, Passanten überwältigten den Angreifer, bevor die Polizei eintraf.
Der Angriff auf der Frankfurter Straße
Der Angriff ereignete sich kurz nach 21 Uhr am Dienstag, dem 14. Juli 2026, auf der Frankfurter Straße nahe dem Marktplatz im Zentrum von Kelkheim. Das Gebiet war zu dieser Zeit noch belebt, zahlreiche Restaurants und Geschäfte waren geöffnet, und es hielten sich viele Menschen auf. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft erklärte, der 60-jährige Tatverdächtige habe seiner 58-jährigen Ehefrau mit einer Machete „mindestens 30 unterscheidbare Stich- und Schnittverletzungen am Kopf, Hals, Nacken und Oberkörper“ zugefügt. Das Opfer, ebenfalls kroatische Staatsangehörige, starb noch am Tatort an ihren Verletzungen.
Der Mann fügte ihr mit einer Machete mindestens 30 unterscheidbare Stich- und Schnittverletzungen am Kopf, Hals, Nacken und Oberkörper zu.
Ein Zeuge namens Peter berichtete der Nachrichtenagentur dpa, er habe während des Angriffs nur etwa fünf Meter entfernt gestanden. Er sagte, der offenbar betrunkene Tatverdächtige habe der Frau einmal in den Hals gestochen. Der Zeuge gab an, nur diesen einen Stich gesehen zu haben, bevor der Angriff „vorbei“ gewesen sei. Das Opfer sei noch ein paar Schritte in die gleiche Richtung gelaufen, bevor es zusammengebrochen sei, so der Zeuge.
Alles war voller Blut. Ich rannte um mein Leben.
Zeugen entwaffnen den Tatverdächtigen
Mehrere Passanten griffen sofort ein, überwältigten den Angreifer und hielten ihn fest, bis Polizeibeamte eintrafen, um ihn festzunehmen. Der Tatverdächtige erlitt bei der Bürgerfestnahme Verletzungen. Ein Polizeisprecher bestätigte, dass der Tatort bis spät in die Nacht aktiv blieb, während Spurensicherungsteams in weißen Schutzanzügen den Bereich zentimeterweise absuchten. Am nächsten Morgen waren auf dem Gehweg über Dutzende Meter verteilt blaue Kreise zu sehen, die Beweisstücke markierten. Kelkheims Erster Stadtrat Dirk Hofmann (CDU) traf am Abend am Tatort ein und dankte den Bürgern, die eingeschritten waren. Notfallseelsorger wurden eingesetzt, um traumatisierte Schaulustige zu betreuen, darunter auch mehrere Jugendliche.
Leider waren auch jüngere Leute anwesend. Einige waren durch die Ereignisse traumatisiert. Aber die Notfallseelsorgeteams haben sich vorbildlich um die Jüngeren gekümmert.
Motiv und Vorgeschichte der Beziehung
Das Paar war seit 1991 verheiratet, lebte aber nach Angaben der Staatsanwaltschaft seit etwa drei Jahren getrennt. Die Ehefrau hatte den Mann vorübergehend wieder in das gemeinsame Haus gelassen. Er habe ihr wiederholt gedroht, sie zu töten, falls sie die Scheidung einreiche, was sie wünschte. Die Staatsanwaltschaft erklärte, der Mann habe aus „übertriebenem Besitzdenken und Eifersucht“ gehandelt, in der Annahme, sie betrüge ihn. Die Polizei hatte der Frau zuvor Unterstützungsangebote unterbreitet. Sie lehnte ab, da sie glaubte, der Tatverdächtige werde ihr nichts antun, weil er sie noch liebe.
Der Mann handelte aus übertriebenem Besitzdenken und Eifersucht, in der Annahme, sie betrüge ihn.
Die Frage, ob es sich bei der Tat um einen Femizid handelt, ließen die Behörden zunächst offen. Der Tagesspiegel wies darauf hin, dass die häufigste Form von Femizid die Tötung von Frauen durch Partner oder Ex-Partner ist, mit Motiven wie männlichem Besitzdenken, Kontrolle und Dominanz.
Juristisches Verfahren und Nachwirkungen
Der Tatverdächtige wurde am Mittwochnachmittag, dem 15. Juli, einem Ermittlungsrichter am Frankfurter Amtsgericht vorgeführt. Es wurde Haftbefehl wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen erlassen. Die Ermittlungen dauern an, und die Staatsanwaltschaft prüft, welche der zahlreichen anwesenden Zeugen aussagen müssen. Bis Mittwochmorgen hatten Anwohner Blumen und Kerzen am Tatort nahe dem Marktplatz in der 28.000 Einwohner zählenden Stadt im Main-Taunus-Kreis nahe Frankfurt am Main niedergelegt. Der Mittwochsmarkt war nur schwach besucht, aber die Menschen bewegten sich wie gewohnt durch die Innenstadt. Eine Anwohnerin berichtete, Freunde, die in einer Bar am Marktplatz ein Fußball-WM-Spiel verfolgt hatten, hätten die Tötung miterlebt und seien immer noch geschockt.


