
Macadamia-Ernte in Australien abgeschlossen – Branche blickt auf heimisches Erbe und Gesundheitsvorteile
Die Macadamia-Ernte in Australien endete Ende September in den Obstgärten von Queensland und lenkte die Aufmerksamkeit auf die botanischen Ursprünge der heimischen Kulturpflanze aus dem Jahr 1857 sowie ihr Nährwertprofil.
Ernte und Verarbeitung an der Sunshine Coast
Die jährliche Macadamia-Ernte entlang der australischen Sunshine Coast endet Ende September und schließt ein saisonales Erntefenster, das jedes Jahr im März beginnt. Anders als viele kommerzielle Baumfrüchte fallen reife Macadamias vor der Sammlung in den regionalen Obstgärten auf natürliche Weise zu Boden. In Yandina, etwa 100 Kilometer nördlich von Brisbane, erhält das Verarbeitungsunternehmen Nutworks Nüsse von mehr als 80 regionalen Erzeugern. Die Anlage verarbeitet rund 9 % der nationalen Macadamia-Ernte Australiens, betreibt Knackmaschinen zum Öffnen der Schalen und sortiert Kerne, bevor sie gewürzte Snacks, Macadamia-Butter und Speiseöle herstellt.
Obwohl die Produktion international auf Länder wie China und Südafrika ausgeweitet wurde, bleibt Australien der einzige geografische Ursprung der Wildgattung. Chris Fuller, der bei Nutworks die Beziehungen zu den Erzeugern betreut, beschrieb die weltweite Verbreitung der Kulturpflanze:
Australien ist das einzige Land, in dem die Macadamia heimisch ist, auch wenn sie heute in vielen Ländern produziert wird, vor allem in China und Südafrika.
Botanische Entdeckung und kultiviertes Erbe
Die indigene Bevölkerung Australiens entlang der östlichen Regenwaldküste sammelte über Generationen hinweg wilde Macadamias unter dem einheimischen Namen Kindal Kindal, knackte die Schalen mit Steinen und röstete die Kerne über offenem Feuer. Die formale botanische Klassifizierung folgte 1857, als der in Rostock geborene Botaniker Ferdinand von Mueller die erste wissenschaftliche Beschreibung der Gattung veröffentlichte. Er benannte die Pflanze nach seinem Mitarbeiter John Macadam, einem australischen Wissenschaftler und Politiker.
- Ferdinand von Mueller veröffentlicht die erste wissenschaftliche Beschreibung der Gattung Macadamia
- Walter-Hill-Baum im Botanischen Garten Brisbane gepflanzt
- Klinische Studie belegt cholesterinsenkende Wirkung beim Menschen
Der kommerzielle Anbau begann kurz darauf im Jahr 1858 mit der Pflanzung des Walter-Hill-Baums im Botanischen Garten von Brisbane. Eine Gedenktafel am botanischen Standort markiert das Exemplar:
Dieser Baum gilt als Ausgangspunkt der Macadamia-Industrie.
Der Baum trägt weiterhin Nüsse. Botaniker erkennen vier verschiedene Macadamia-Arten in der Gattung, aber nur zwei sind für den menschlichen Verzehr geeignet: Macadamia integrifolia und die seltenere Macadamia tetraphylla.
Nährstoffzusammensetzung und Ernährungsforschung
Macadamias enthalten hohe Anteile an einfach ungesättigten Fettsäuren und weisen den höchsten Fettgehalt aller kommerziellen Nüsse auf, ausgeglichen durch einen vergleichsweise niedrigen Kohlenhydratanteil. Eine 2008 durchgeführte Ernährungsstudie zeigte, dass die Aufnahme von Macadamias in die Ernährung den Cholesterinspiegel bei Personen mit leicht erhöhten Ausgangswerten senkte. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung wies darauf hin, dass der regelmäßige Verzehr von Nüssen aufgrund der Kombination von ungesättigten Fettsäuren, Ballaststoffen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen dazu beiträgt, das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken.
Die Nüsse liefern essentielle Mikronährstoffe wie Vitamin E, B-Vitamine, Kalzium, Magnesium und Eisen. Die World Macadamia Organisation betonte die metabolische Wirkung der Makronährstoffbilanz der Nuss:
Der Blutzuckerspiegel steigt nach dem Verzehr nur minimal an.
Da Macadamias mehr als 700 Kalorien pro 100 Gramm sowie eine cremige, buttrige Textur liefern, empfehlen Ernährungswissenschaftler den Verzehr einer kleinen Handvoll täglich.


