
Lyten verschiebt Kaufvertrag für das Northvolt-Batteriewerk bei Heide
Das US-Startup hat sein Ziel für das dritte Quartal verfehlt, den rund 60 Millionen Euro teuren Kauf des Northvolt-Industrieareals in Heide abzuschließen, und verlängert die Gespräche über verbleibende rechtliche und kommerzielle Bedingungen.
Vertragsverzögerungen und abschließende Verhandlungen
Die geplante Übernahme des Northvolt-Industrieareals bei Heide im Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein hat sich weiter verzögert. Das US-Startup Lyten hat den Kaufvertrag nicht innerhalb seines ursprünglichen Zielkorridors – dem dritten Quartal 2026 – abgeschlossen. Die Verhandlungen zwischen den beteiligten Parteien laufen weiter, während technische, kommerzielle und rechtliche Details geklärt werden, bevor die formelle Unterzeichnung erfolgen kann.
Die Verhandlungen und die Arbeit am endgültigen Kaufvertrag sind weit fortgeschritten und befinden sich in der Schlussphase.
Laut Lyten-Marketingchef Keith Norman wird mehr Zeit benötigt, bevor die Parteien die institutionellen Freigabeprozesse einleiten können.
Für die abschließende Abstimmung einzelner noch offener rechtlicher und kommerzieller Details ist zusätzliche Zeit erforderlich.
Nach Abschluss dieser Gespräche muss die Vereinbarung in allen beteiligten Organisationen formelle Genehmigungsverfahren durchlaufen, bevor die Transaktion vollzogen wird.
Exklusivitätsvereinbarung und Erhalt des Standorts
Anfang Juli 2026 unterzeichnete Lyten eine Absichtserklärung mit der staatlichen Förderbank KfW, der Northvolt Drei Project GmbH und der Holdinggesellschaft LG Batterie GmbH. Unter dieser Vereinbarung übernahm das US-Unternehmen die finanzielle Verantwortung für den Erhalt der Sachwerte und die laufenden Personalkosten der deutschen Northvolt-Tochter. Im Gegenzug unterzeichnete die Landesregierung von Schleswig-Holstein einen Exklusivitätsvertrag, der Lyten den alleinigen Verhandlungsstatus für den Standort einräumte.
- Lyten-CEO Dan Cook skizziert bei einem Besuch bei Landesvertretern in Kiel erste Werkspläne
- Lyten unterzeichnet Exklusivitäts- und Kostendeckungsvereinbarungen mit der KfW und den Beteiligten von Northvolt Drei
- Lyten bestätigt, dass die Unterzeichnung des Kaufvertrags über das dritte Quartal hinaus verschoben wird
Anders als die schwedische Muttergesellschaft Northvolt AB, die ein förmliches Insolvenzverfahren einleitete, blieb die lokale Tochter Northvolt Drei von einer Insolvenz verschont. Gemeinsame Finanzhilfen der Bundesregierung und des Landes Schleswig-Holstein hielten das Unternehmen als fortgeführtes Unternehmen am Leben, um einen Vermögensverkauf zu ermöglichen.
Finanzielle Dimension und Rückführung des Staatsdarlehens
Lyten soll rund 60 Millionen Euro für das 100 Hektar große Areal bei Heide zahlen, für das bereits Baugenehmigungen vorliegen. Nach der Insolvenz von Northvolt bewerteten unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaften das Land und die Erschließungsrechte mit einem Basiswert von 11 Millionen Euro. Nach den Bedingungen des anstehenden Geschäfts werden die Kauferlöse zu gleichen Teilen zwischen dem Bund und dem Land Schleswig-Holstein aufgeteilt.
Die Transaktion betrifft öffentliche Mittel, die vor dem finanziellen Zusammenbruch des schwedischen Herstellers in den Standort geflossen sind. Northvolt erhielt zunächst ein Wandeldarlehen von 600 Millionen Euro über die KfW zur Finanzierung des Werksbaus, wobei der Bund und Schleswig-Holstein jeweils die Hälfte der Gesamtsumme garantierten. Nach der Insolvenz konnten die öffentlichen Stellen 153 Millionen Euro dieser Summe zurückholen, sodass bei Schleswig-Holstein eine Finanzierungslücke von rund 200 Millionen Euro verbleibt.
Verkleinerte Produktionspläne
Lyten will einen kleineren Betrieb verfolgen als der Komplex, den Northvolt ursprünglich für Dithmarschen geplant hatte. Der schwedische Batteriehersteller hatte eine Produktionsstätte mit rund 3.000 Beschäftigten vorgesehen.
- Ursprünglicher Plan von Northvolt
- 3000 Arbeitsplätze
- Erster Plan von Lyten
- 1000 Arbeitsplätze
Im März 2026 stellte Lyten-CEO Dan Cook bei einem Besuch bei Landesvertretern in Kiel erste Betriebspläne vor. Cook erklärte, das Unternehmen erwarte rund 1.000 Arbeitsplätze zum Start am Standort. Zudem will das Unternehmen nicht ausschließlich auf die Fertigung von Batterien für Elektrofahrzeuge setzen, sondern ein breiteres Produktspektrum abdecken.
