
Lukaschenko: Handel mit Polen könnte helfen, einen Krieg zu vermeiden – Polen lehnen Pellets ab
Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hat am 12. Oktober 2026 erklärt, wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Polen, Litauen und Lettland könne helfen, einen Krieg zu vermeiden. Zugleich beklagte er, dass polnische Käufer kein belarussisches Brennholz und keine Pellets abnehmen. Polens Wettbewerbsbehörde UOKiK hat das Energieministerium in diesem Jahr bereits dreimal auf den Pelletmarkt hingewiesen.
Lukaschenko drängt auf Handel mit den Nachbarn
Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hat am 12. Oktober 2026 während eines Arbeitsbesuchs in der Region Minsk erklärt, Belarus müsse Geschäftsbeziehungen und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit seinen westlichen Nachbarn aufbauen – auch in der derzeit schwierigen Lage. Er nannte Polen, Litauen und Lettland und verknüpfte die Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit Nahrungsmittelknappheit in Europa infolge der Dürre. Die staatliche Nachrichtenagentur BelTA zitierte seine Äußerungen. Er argumentierte, wenn die Nachbarn aufhörten, einander nur durch die Visiere ihrer Waffen zu betrachten, und begannen, wirtschaftlich zu kooperieren, könne das bedeuten, dass Belarus einen Krieg vermeide.
Brennholz und Pellets bleiben unverkauft
Lukaschenko sagte, er sei von den Polen aufrichtig überrascht. Brennholz sei in Polen, in Litauen und bei allen Nachbarn von Belarus teurer geworden, und er habe vorgeschlagen, Brennholz, Pellets und ähnliche Produkte zu einem vernünftigen Preis zu kaufen. Die Nachbarn beharrten auf ihrer Haltung, und wenn sie nicht kaufen wollten, müssten sie es auch nicht. Er sagte zudem, Belarus werde ihnen keine Pellets mehr verkaufen können und den eigenen Verbrauch von Pellets erhöhen. Er verwies auf einen modernen Kessel aus Werken in Homel, in den Pellets in einen Trichter gefüllt und automatisch zugeführt werden. Er fügte hinzu, Belarus selbst werde das Holz und die Pellets brauchen.
Ex-Botschafter liest das Angebot als Sanktionsstrategie
Paweł Łatuszka, ein ehemaliger belarussischer Botschafter in Polen, sagte gegenüber Fakt, Lukaschenkos Erklärungen zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit passten zu seiner bestehenden Strategie. Łatuszka sagte, Lukaschenko versuche, den Westen zur Aufhebung der Sanktionen und zur Wiederaufnahme des Handels zu bewegen, weil die belarussische Wirtschaft in einer sehr schwierigen Lage sei. Lukaschenko treffe gelegentlich europäische Diplomaten und sage ihnen, sie sollten sich nicht in die inneren Angelegenheiten von Belarus einmischen, er beabsichtige nicht, seine Politik zu ändern, und die Repressionen würden fortgesetzt – ohne unabhängige Medien, politische Parteien oder Nichtregierungsorganisationen. Im Gegenzug könnten europäische Diplomaten, so Łatuszka, vom Handel mit Belarus profitieren.
Polnische Behörde sieht ein systemisches Problem
Das Amt für Wettbewerbs- und Verbraucherschutz (UOKiK) erklärte, hohe Pelletpreise seien für die Verwaltung nichts Neues. Sein Präsident Tomasz Chróstny hatte das Energieministerium schon vor den jüngsten Preissteigerungen auf die Marktlage aufmerksam gemacht. Er tat dies in diesem Jahr dreimal – im Februar, im April und im Juli – und informierte den Minister über die Ursachen der Lage und über Möglichkeiten, sie zu ändern. Die UOKiK bezeichnet das Problem als systemisch.
Die Behörde skizzierte zwei Hebel. Das Energieministerium könnte den Pelletverbrauch von Energie- und Heizungsunternehmen begrenzen, um private Käufer vor Preissteigerungen zu schützen. Das Ministerium für Klima und Umwelt, das die staatliche Forstverwaltung PGL Lasy Państwowe beaufsichtigt, könnte das Angebot an Rohmaterial für die Pelletproduktion erhöhen. Die Analyse der UOKiK nennt die steigende Nachfrage, mit der das Angebot an Pellets und deren Rohstoff nicht Schritt halten kann, als Hauptgrund für die höheren Preise. Chróstny sagte, es sei noch nicht zu spät zu handeln.
- Der UOKiK-Präsident schreibt an den Energieminister über die Ursachen der Lage am Pelletmarkt
- Der UOKiK-Präsident schreibt erneut an den Energieminister zum Pelletmarkt
- Der UOKiK-Präsident schreibt in diesem Jahr zum dritten Mal an den Energieminister
- Lukaschenko besucht die Region Minsk und fordert Handel mit Polen, Litauen und Lettland


