Regierung · Lissabon
Portugals Verfassungsgericht wählt João Carlos Loureiro zum Präsidenten, nur Stunden nach Amtseinführung von vier neuen Richtern
Das 13-köpfige Plenum wählte am Montagnachmittag den bisherigen Vizepräsidenten und stellte damit die volle Handlungsfähigkeit des Gerichts wieder her, das seit Oktober vergangenen Jahres unterbesetzt war.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von Publico, SAPO und Notícias ao Minuto. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Am Montag wurden im Palácio de Belém vier neue Richter vereidigt, womit das Verfassungsgericht nach neun Monaten mit zwei Vakanzen wieder seine volle Stärke von 13 Richtern erreicht hat.
João Carlos Loureiro, seit 2023 kooptierter Richter und seit Oktober 2025 Vizepräsident, wurde am selben Nachmittag zum Präsidenten gewählt.
Rui Guerra da Fonseca, ebenfalls 2023 kooptiert, wurde für das Amt des Stellvertreters ausgewählt.
Beide neuen Führungskräfte wurden von ihren Richterkollegen kooptiert statt von politischen Parteien nominiert, was als Maßnahme zur Verringerung politisierter Entscheidungen gilt.
José João Abrantes legte sein Amt nach einer mehrwöchigen Ankündigungsfrist nieder; Richterin Joana Fernandes Costa schied nach Ablauf ihrer neunjährigen Amtszeit aus.
- 29.05.PSD, Chega und PS reichen eine gemeinsame Liste mit vier Kandidaten zur Nachfolge der ausscheidenden Richter ein.
- 12.06.Das Parlament billigt die Liste mit 176 Stimmen und erreicht damit die Zweidrittelhürde.
- 15.06.Vereidigungszeremonie im Palácio de Belém vor Staatspräsident António José Seguro.
- 15.06.Das Plenum wählt João Carlos Loureiro zum Präsidenten und Rui Guerra da Fonseca zum Vizepräsidenten.
Vakante Stellen besetzt
Das portugiesische Verfassungsgericht ist seit Montag wieder vollzählig mit 13 Richtern besetzt, nachdem im Palácio de Belém vier neue Mitglieder vereidigt wurden. Die Richter – Luís Filipe Brites Lameiras, Joaquim Pedro Formigal Cardoso da Costa, Maria Gabriela Abrantes Leal da Cunha Rodrigues und Maria Paula Bonifácio Ribeiro de Faria – waren am Freitag vom Parlament auf Basis einer gemeinsamen Liste von PSD, Chega und PS gewählt worden. Die Liste erhielt 176 Stimmen und erreichte damit nach monatelangen Verzögerungen im Gesetzgebungsverfahren die erforderliche Zweidrittelmehrheit.
An der Zeremonie nahmen Staatspräsident António José Seguro, der Vizepräsident der Assembleia da República Marcos Perestrello, mehrere Regierungsminister sowie die Spitzen des Obersten Gerichtshofs, des Rechnungshofs und der Generalstaatsanwaltschaft teil.
Wahl der Führung
Nachdem die neuen Richter ihre Plätze eingenommen hatten, trat das Plenum im Palácio Ratton zusammen und wählte einen neuen Präsidenten sowie einen Vizepräsidenten. João Carlos Loureiro, der seit Oktober 2025 als Vizepräsident fungierte, wurde zum Präsidenten befördert. Rui Guerra da Fonseca, der ebenfalls im April 2023 als Richter kooptiert wurde, wurde zu seinem Nachfolger als Vizepräsident gewählt. Das Gericht bestätigte das Ergebnis in einer kurzen Stellungnahme:
„Das Plenum des Verfassungsgerichts hat am 15. Juni Richter João Carlos Loureiro zum Präsidenten und Richter Rui Guerra da Fonseca zum Vizepräsidenten gewählt.“
Warum Loureiros Wahl von Bedeutung ist
Die Wahl eines Präsidenten, der von seinen Richterkollegen kooptiert wurde und nicht als Parteikandidat antrat, könnte das Gericht vor Vorwürfen politisch motivierter Urteile schützen. Loureiro war der einzige Richter, der bei der verfassungsrechtlichen Überprüfung des neuen Staatsbürgerschaftsgesetzes gegen die Aufhebung zweier Bestimmungen stimmte – eine Haltung, die ihn dem konservativeren Flügel des Gerichts zuordnet.
Scheidende Führung
Die Sitzung am Montag formalisierte zudem den Abschied von José João Abrantes, der als Präsident zurückgetreten war, sowie von Richterin Joana Fernandes Costa, deren neunjährige Amtszeit abgelaufen war. Beide waren ursprünglich von der Sozialistischen Partei vorgeschlagen worden. Durch diese beiden Abgänge sowie die früheren Rücktritte von José António Teles Pereira und Gonçalo Almeida Ribeiro (nominiert von der PSD) war das Gericht seit Oktober 2025 nur mit 11 Richtern arbeitsfähig.
Loureiros Hintergrund
João Carlos Loureiro wurde 1962 in Buarcos, Figueira da Foz, geboren. Er ist Professor an der juristischen Fakultät der Universität Coimbra, wo er auch sein Studium absolvierte sowie seinen Master und Doktortitel in rechts- und politikwissenschaftlichen Disziplinen erwarb. Seine akademische Arbeit konzentriert sich auf Verfassungsrecht, Gesundheit, soziale Sicherheit und Armut.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- João Carlos Loureiro
- Neu gewählter Präsident des portugiesischen Verfassungsgerichts, zuvor Vizepräsident und seit 2023 kooptierter Richter.
- Rui Guerra da Fonseca
- Neu gewählter Vizepräsident des portugiesischen Verfassungsgerichts, seit April 2023 kooptierter Richter.
- António José Seguro
- Präsident der Portugiesischen Republik, der die Vereidigungszeremonie der vier neuen Verfassungsrichter leitete.
- José João Abrantes
- Scheidender Präsident des portugiesischen Verfassungsgerichts, dessen Rücktritt die Wahl der neuen Führung auslöste.
- Marcos Perestrello
- Vizepräsident der Assembleia da República, anwesend bei der Vereidigungszeremonie.
- Luís Filipe Brites Lameiras
- Einer der vier neuen Verfassungsrichter, vereidigt am 15. Juni 2026, nominiert von Chega.
- Joaquim Pedro Formigal Cardoso da Costa
- Einer der vier neuen Verfassungsrichter, vereidigt am 15. Juni 2026, nominiert von der PSD, ehemaliger Staatssekretär.
- Maria Gabriela Abrantes Leal da Cunha Rodrigues
- Eine der vier neuen Verfassungsrichterinnen, vereidigt am 15. Juni 2026, nominiert von der PS.
- Maria Paula Bonifácio Ribeiro de Faria
- Eine der vier neuen Verfassungsrichterinnen, vereidigt am 15. Juni 2026, nominiert von der PSD, ordentliche Professorin.
- Joana Fernandes Costa
- Scheidende Verfassungsrichterin, die nach Ablauf ihrer neunjährigen Amtszeit ausschied.
- José António Teles Pereira
- Ehemaliger Verfassungsrichter (nominiert von der PSD), der im Oktober 2025 zurücktrat.
- Gonçalo Almeida Ribeiro
- Ehemaliger Verfassungsrichter (nominiert von der PSD), der im Oktober 2025 zurücktrat.
- Orte
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