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Regierung·vor 2 Std.

Portugals Verfassungsgericht wählt João Carlos Loureiro zum Präsidenten, nur Stunden nach Amtseinführung von vier neuen Richtern

Das 13-köpfige Plenum wählte am Montagnachmittag den bisherigen Vizepräsidenten und stellte damit die volle Handlungsfähigkeit des Gerichts wieder her, das seit Oktober vergangenen Jahres unterbesetzt war.

Vakante Stellen besetzt

Das portugiesische Verfassungsgericht ist seit Montag wieder vollzählig mit 13 Richtern besetzt, nachdem im Palácio de Belém vier neue Mitglieder vereidigt wurden. Die Richter – Luís Filipe Brites Lameiras, Joaquim Pedro Formigal Cardoso da Costa, Maria Gabriela Abrantes Leal da Cunha Rodrigues und Maria Paula Bonifácio Ribeiro de Faria – waren am Freitag vom Parlament auf Basis einer gemeinsamen Liste von PSD, Chega und PS gewählt worden. Die Liste erhielt 176 Stimmen und erreichte damit nach monatelangen Verzögerungen im Gesetzgebungsverfahren die erforderliche Zweidrittelmehrheit.

An der Zeremonie nahmen Staatspräsident António José Seguro, der Vizepräsident der Assembleia da República Marcos Perestrello, mehrere Regierungsminister sowie die Spitzen des Obersten Gerichtshofs, des Rechnungshofs und der Generalstaatsanwaltschaft teil.

Wahl der Führung

Nachdem die neuen Richter ihre Plätze eingenommen hatten, trat das Plenum im Palácio Ratton zusammen und wählte einen neuen Präsidenten sowie einen Vizepräsidenten. João Carlos Loureiro, der seit Oktober 2025 als Vizepräsident fungierte, wurde zum Präsidenten befördert. Rui Guerra da Fonseca, der ebenfalls im April 2023 als Richter kooptiert wurde, wurde zu seinem Nachfolger als Vizepräsident gewählt. Das Gericht bestätigte das Ergebnis in einer kurzen Stellungnahme:

Das Plenum des Verfassungsgerichts hat am 15. Juni Richter João Carlos Loureiro zum Präsidenten und Richter Rui Guerra da Fonseca zum Vizepräsidenten gewählt.

Tribunal Constitucional
Weg zur neuen Führung des Verfassungsgerichts
  1. PSD, Chega und PS reichen eine gemeinsame Liste mit vier Kandidaten zur Nachfolge der ausscheidenden Richter ein.
  2. Das Parlament billigt die Liste mit 176 Stimmen und erreicht damit die Zweidrittelhürde.
  3. Vereidigungszeremonie im Palácio de Belém vor Staatspräsident António José Seguro.
  4. Das Plenum wählt João Carlos Loureiro zum Präsidenten und Rui Guerra da Fonseca zum Vizepräsidenten.

Warum Loureiros Wahl von Bedeutung ist

Die Wahl eines Präsidenten, der von seinen Richterkollegen kooptiert wurde und nicht als Parteikandidat antrat, könnte das Gericht vor Vorwürfen politisch motivierter Urteile schützen. Loureiro war der einzige Richter, der bei der verfassungsrechtlichen Überprüfung des neuen Staatsbürgerschaftsgesetzes gegen die Aufhebung zweier Bestimmungen stimmte – eine Haltung, die ihn dem konservativeren Flügel des Gerichts zuordnet.

Scheidende Führung

Die Sitzung am Montag formalisierte zudem den Abschied von José João Abrantes, der als Präsident zurückgetreten war, sowie von Richterin Joana Fernandes Costa, deren neunjährige Amtszeit abgelaufen war. Beide waren ursprünglich von der Sozialistischen Partei vorgeschlagen worden. Durch diese beiden Abgänge sowie die früheren Rücktritte von José António Teles Pereira und Gonçalo Almeida Ribeiro (nominiert von der PSD) war das Gericht seit Oktober 2025 nur mit 11 Richtern arbeitsfähig.

Loureiros Hintergrund

João Carlos Loureiro wurde 1962 in Buarcos, Figueira da Foz, geboren. Er ist Professor an der juristischen Fakultät der Universität Coimbra, wo er auch sein Studium absolvierte sowie seinen Master und Doktortitel in rechts- und politikwissenschaftlichen Disziplinen erwarb. Seine akademische Arbeit konzentriert sich auf Verfassungsrecht, Gesundheit, soziale Sicherheit und Armut.

Lissabon

4 Quellen

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