
Uber und Wayve erhalten erste Londoner Robotaxi-Lizenz – Sicherheitsfahrer vorerst verpflichtend
Transport for London hat 15 Mietwagen-Lizenzen an Uber und das britische Start-up Wayve für Ford Mustang Mach-E-Fahrzeuge mit autonomer Fahrsoftware vergeben. Sicherheitsfahrer sind zunächst Pflicht, die ersten Fahrten mit Passagieren werden für den Spätsommer erwartet.
Lizenz erteilt
Transport for London (TfL) hat 15 Mietwagen-Lizenzen für Ford Mustang Mach-E-Fahrzeuge mit Wayves autonomer Fahrsoftware vergeben. Dies ist das erste Mal, dass selbstfahrende Taxis in der britischen Hauptstadt zur Beförderung zahlender Passagiere zugelassen wurden. Die Fahrzeuge sind mit Kamera-Modulen auf dem Dach, Rundumkameras und kleinen Radareinheiten ausgestattet. Uber, das mit dem in London ansässigen Wayve zusammenarbeitet, erklärte, dass Inspektoren bestätigt hätten, dass die Fahrzeuge alle Richtlinien und Sicherheitsstandards von TfL erfüllen. Die Lizenzierung vervollständigt laut TfL die sogenannte „Dreifach-Sperre“-Anforderung für Mietwagenfahrten, bei der Betreiber, Fahrer und Fahrzeug alle Lizenzen derselben Behörde besitzen müssen.
Sicherheitsfahrer und nächste Schritte
Gemäß den Bedingungen der PHV-Lizenz muss ein TfL-lizenzierter Mietwagenfahrer während der Fahrten auf dem Fahrersitz sitzen und für das Fahrzeug verantwortlich bleiben, auch wenn die Software das Auto voraussichtlich steuern wird. Uber erklärte, dass einigen der über 100.000 Personen, die ihr Interesse bekundet haben, „im Spätsommer“ Fahrten angeboten werden, vor einem vollständigen öffentlichen Start. Der Betrieb der Taxis ohne menschlichen Fahrer erfordert eine separate Genehmigung der staatlichen Driver and Vehicle Standards Agency (Straßenverkehrsbehörde) über eine neue automatische Personenbeförderungsgenehmigung. Das Verkehrsministerium hatte dieses Genehmigungsverfahren im Mai 2026 eröffnet; Anträge werden weiterhin von der Zentralregierung unter Beteiligung lokaler Verkehrsbehörden einschließlich TfL geprüft.
- Wayve beginnt mit Tests autonomer Fahrtechnologie in London mit Sicherheitsfahrern
- Das britische Verkehrsministerium eröffnet Genehmigungsverfahren für fahrerlose kommerzielle Robotaxi-Dienste
- TfL erteilt 15 Mietwagen-Lizenzen an Uber und Wayve für Ford Mustang Mach-E-Fahrzeuge
- Erste ausgewählte Passagiere erhalten Fahrten mit Sicherheitsfahrern, vor dem vollständigen öffentlichen Start
- Baidu plant Robotaxi-Dienst mit Freenow in London
Wettbewerbslandschaft
Wayve, mitbegründet vom neuseeländischstämmigen Alex Kendall, testet seine Technologie seit 2018 in London mit Sicherheitsfahrern. Das Unternehmen ist eines von mehreren, die um die Einführung autonomer Ride-Hailing-Dienste in der Stadt wetteifern. Die Google-Tochter Waymo, die knapp 4.000 fahrerlose Fahrzeuge in 15 US-Städten betreibt und wöchentlich über 500.000 bezahlte Fahrten durchführt, hat für dieses Jahr einen Markteintritt in London angekündigt, ohne ein konkretes Datum zu nennen. Die chinesische Firma Baidu hat nach eigenen Angaben in London Testfahrten mit selbstfahrenden Autos begonnen und plant laut n-tv ab 2027 einen Dienst mit Freenow. Der Guardian merkte an, dass London eine der ersten Städte der Welt sein wird, in der amerikanische und chinesische Technologieunternehmen auf denselben Straßen operieren.
Öffentliche Meinung und Regulierung
Eine Umfrage des Verkehrsausschusses der Londoner Stadtversammlung ergab diesen Monat, dass nur 29 % der Londoner die Einführung autonomer Personenfahrzeuge befürworten. TfL erklärte, man werde die Nutzung der Fahrzeuge überwachen und sei bereit, einzugreifen, wenn die Sicherheit der Fahrgäste gefährdet sei.
Sicherheit hat für uns oberste Priorität. Jedes neue Fahrzeug, das für die Beförderung von Fahrgästen auf Londons Straßen zugelassen wird, muss mit unserem Vision-Zero-Ziel vereinbar sein, bis 2041 alle Todesfälle und schweren Verletzungen durch Verkehrsunfälle auf Londons Straßen zu eliminieren.
Ubers autonome Strategie
Uber hatte zuvor eine eigene autonome Fahrtechnologie entwickelt, das Projekt aber nach einem tödlichen Unfall bei einer Testfahrt aufgegeben. Stattdessen konzentriert sich das Unternehmen nun darauf, Robotaxis verschiedener Entwickler in seine Plattform zu integrieren. In einigen US-Städten sind Waymo-Fahrzeuge bereits über Uber buchbar. Uber plant zudem, gemeinsam mit dem Softwareentwickler Nuro und dem Elektrofahrzeughersteller Lucid rund 20.000 eigene Fahrzeuge einzusetzen, was zu einer Konkurrenz für menschliche Fahrer auf der eigenen Plattform führen würde. Wayves Ansatz unterscheidet sich von den meisten US-amerikanischen und chinesischen Entwicklern dadurch, dass die Software darauf ausgelegt ist, von menschlichem Verhalten zu lernen. Morgan Stanley schätzt, dass der weltweite Robotaxi-Markt bis 2040 ein Volumen von einer Billion US-Dollar erreichen könnte, mit 2,5 Millionen Robotaxis auf den Straßen weltweit bis 2035.


