Kurz gefasst
- Mitte Oktober 2026Lkw-Fahrer beginnen mit Blockaden von Straßen, Autobahnen und Häfen auf Sizilien und in Süditalien
- Wochenende des 17.–18. Oktober 2026Bei Demonstrationen gegen die Inflation kommt es in Mailand und anderen Städten des Nordens zu Ausschreitungen
- 20.10.Rummo setzt die Pasta-Produktion aus, nachdem die Rohstoffe ausgegangen sind
Pastaproduzenten stoppen die Fertigung
Das in Kampanien ansässige Pastaunternehmen Rummo teilte am Dienstag, 20. Oktober, mit, die Produktion ausgesetzt zu haben, weil die Rohstoffe ausgegangen seien. Über die Aussetzung berichtete Reuters. Cosimo Rummo, der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, sagte der „La Repubblica“, nahezu alle großen Pastaproduzenten im benachbarten Apulien stünden vor ähnlichen Problemen. Apulien, Kampanien und Sizilien bilden zusammen das Herz der italienischen Pasta-Industrie, sodass die Stilllegungen weit über ein einzelnes Werk hinausreichen.
„Das bedeutet, dass der größte Teil der italienischen Pasta-Produktion gestoppt ist oder kurz davor steht, gestoppt zu werden.“
La Molisana aus der Region Molise erklärte, die Produktion sei deutlich zurückgegangen, und man greife nun auf die Vorräte an Rohstoffen wie Weizen und Grieß zurück. Italmopa, der italienische Verband der Mühlenbetriebe, hatte bereits in der Woche zuvor gewarnt, dass immer mehr Fabriken zur Produktionseinstellung gezwungen sein könnten, sollten die Proteste andauern – mit Folgewirkungen für die gesamte Lieferkette.
Blockaden und Engpässe
Lkw-Fahrer in Süditalien begannen ihre Proteste Mitte Oktober mit Blockaden von Straßen, Autobahnen und Häfen auf Sizilien und in anderen Teilen des Südens. Sie protestieren gegen die stark gestiegenen Kraftstoffpreise und die steigenden Lebenshaltungskosten; die Blockaden halten Rohstoffe von den Fabriken fern. Die Folgen reichen über die Industrie hinaus. Aus mehreren Regionen Süditaliens werden Lücken in den Supermarktregalen gemeldet, und an Tankstellen haben sich Schlangen gebildet. Eine 78-jährige Frau berichtete, ein Tankstellenmitarbeiter habe ihr am Montag nahegelegt, ihren Tank zu füllen.
Eine 45-jährige Frau aus Locri in der Provinz Reggio Calabria sagte Reuters, die Menschen versuchten zu kaufen, was noch übrig sei, und sie sei in eine nahegelegene Stadt gefahren, um zusätzliches Mehl und die Lebensmittel zu besorgen, die ihr Haushalt am meisten braucht. Das Centro Agroalimentare Roma (CAR), nach eigener Darstellung der größte Großmarkt für Obst und Gemüse in Italien, warnte, Engpässe bei Tomaten, Paprika und Trauben trieben die Preise und erhöhten die Abhängigkeit von Importen, unter anderem aus Spanien und Albanien. Confagricoltura, ein Landwirtschaftsverband, warnte, Erzeuger auf Sizilien könnten große Mengen verderblicher Waren vernichten müssen, falls der Transport nicht wiederhergestellt werde. Die Pasta-Lieferkette erwirtschaftete im Jahr 2025 einen Umsatz von 13,5 Milliarden Euro, wie aus einem Bericht von European House-Ambrosetti (TEHA Group) vom September hervorgeht.
Reaktion der Regierung
Die Regierung hat den Güterkraftverkehrsunternehmen zusätzliche finanzielle Unterstützung zugesagt. Nach einem Treffen mit Branchenvertretern am Dienstag sagte der stellvertretende Infrastrukturminister Edoardo Rixi, ein Hilfspaket im Wert von mehr als 150 Millionen Euro werde bald bereitgestellt. Zugleich bereitet die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni härtere Sicherheitsmaßnahmen vor als Reaktion auf die Ausschreitungen am Wochenende des 17. und 18. Oktober in Mailand und anderen Städten des Nordens. Diese Ausschreitungen waren während Demonstrationen gegen die Inflation ausgebrochen.
Wie es weitergeht
Rixi nannte kein Datum für das Hilfspaket, das lediglich als „bald“ bezeichnet wurde. Die Warnung von Italmopa vor weiteren Werksstilllegungen hängt davon ab, ob die Proteste andauern. Die Warnung von Confagricoltura vor vernichteten Erzeugnissen hängt davon ab, ob der Transport auf Sizilien wiederhergestellt wird. Die Artikel nennen für keine dieser Entwicklungen ein Datum.