
Ligabue eröffnet Stadiontour in Rom mit Anti-Kriegs-Hymnen vor 54.000 Fans und erhebt die Stimme gegen 56 aktuelle Konflikte
Von der Bühne des römischen Olympiastadions lieferte Luciano Ligabue einen energievollen Auftritt vor über 54.000 Fans, der Rock-Nostalgie mit scharfen politischen Statements gegen globale Konflikte und Gewalt gegen Frauen verband.
Ein Rockritual wird politisch
Luciano Ligabue startete den Stadion-Teil seiner „La notte di certe notti“-Tournee am 12. Juni im Stadio Olimpico in Rom, dem ersten Termin nach einem Warm-up-Konzert in Bibione. Mit 54.000 verkauften Tickets allein für die Hauptstadt und insgesamt 161.000 für die vier Sommer-Stadiontermine wurde das Konzert zu einer Versammlung von Nostalgie und Protest. Die Setlist war in albumbasierte Blöcke unterteilt, begann mit „Balliamo sul mondo“ und endete mit dem Titelsong.
56 Kriege auf den Großbildschirmen
Der markanteste Moment kam mit „Il mio nome è mai più“, der Anti-Kriegs-Kollaboration von 1999 mit Jovanotti und Piero Pelù. Während Ligabue sang, leuchteten auf den Riesenschirmen Botschaften auf: „Schluss mit dem Massaker in Gaza“, „Schluss mit dem Massaker in der Ukraine“, „Schluss mit den Massakern im Sudan“ und „Schluss mit den 56 Massakern, die auf der Welt stattfinden“. Vor dem Konzert sagte Ligabue, der Song sei schmerzlich aktuell geblieben.
Ich singe diesen Song seit 27 Jahren live, und mir ist immer bewusst, dass es nicht nur ein Massaker in Gaza gibt; es gibt eines in der Ukraine, im Sudan und 59 weitere auf der ganzen Welt.
Eine Antwort an De Gregori
Die politische Haltung brachte Ligabue in Gegensatz zu seinem italienischen Liedermacherkollegen Francesco De Gregori, der kürzlich Künstler kritisiert hatte, die von der Bühne aus politische Proklamationen verbreiten. Auf die Bemerkungen angesprochen, würdigte Ligabue De Gregori als Säule der italienischen Musik und einen freien Denker, machte aber seinen Widerspruch deutlich.
Francesco ist ein Schatz der italienischen Musik und Kultur, einer der freiesten Denker. Das mag ich, aber ich teile diesen Gedanken nicht. Ich glaube, er wollte mit einer gewissen Verärgerung zeigen, dass Musik nicht verpflichtet ist, Partei zu ergreifen. Ich versuche, durch meine Lieder zu sprechen.
Gewalt gegen Frauen und eine neue Single
Das Konzert war auch die Live-Premiere von „Nessuno è di qualcuno“, einem unveröffentlichten Titel, der Frauen gewidmet ist, die Gewalt erlitten haben. Ligabue merkte an, dass in Italien jede dritte Frau irgendeine Form von Missbrauch erfährt. Die Einnahmen des Songs gehen an die Stiftung „Una Nessuna Centomila“. Schwarz-Weiß-Videoclips zeigten Schauspieler wie Pierfrancesco Favino, Luca Zingaretti und Fiorella Mannoia, die den Titelsatz mit den Lippen formten.
Familiensache und Kassenzahlen
Auf der Bühne wurde Ligabue von seinem Sohn Lenny am Schlagzeug und einer Reihe von Gitarristen begleitet, die seinen Sound über drei Jahrzehnte geprägt haben. Die Tour geht am 17. Juni im Allianz Stadion in Turin weiter (30.000 Tickets) und endet ihren Stadionlauf am 20. Juni im ausverkauften San Siro in Mailand (57.000 Tickets). Weitere 15 Arenatermine laufen vom 22. September in der Arena di Verona bis zum 24. Oktober im Unipol Dome in Mailand.
- Bibione (Warm-up)
- 20000
- Rom
- 54000
- Turin
- 30000
- Mailand
- 57000
Ligabue bestätigte, dass er nach 2026 eine Pause von italienischen Terminen einlegen wird, und deutete Überraschungen im Ausland für 2027 an. Er wies auch ernsthafte Gespräche über eine Teilnahme am Sanremo-Festival zurück.


