Leipzig restauriert 33-Tonnen-Karl-Marx-Bronzerelief in 50.000-Euro-Projekt
Konservatoren in Leipzig haben mit der ersten umfassenden Reinigung und Wachsversiegelung des massiven 33 Tonnen schweren Bronzereliefs mit dem Titel „Aufbruch“ begonnen, das in den 1970er Jahren geschaffen wurde und jahrzehntelang nicht instand gehalten wurde.
Konservierungsarbeiten auf dem Sportcampus
Restauratoren in Leipzig haben mit der ersten umfassenden Reinigung des Denkmals mit dem Titel „Aufbruch“ seit mehr als fünf Jahrzehnten begonnen. Vier Spezialisten der Berliner Restaurierungsfirma Haber & Brandner arbeiten auf einem Gerüst rund um das Bauwerk, das auf dem Sportcampus der Universität Leipzig steht. Das Team entfernt manuell angesammelte Schmutz- und korrosive Oxidationskrusten, die sich im Laufe von fünfzig Jahren ohne Wartung in der rauen Bronzeoberfläche festgesetzt haben. Sobald die Oberfläche sauber ist, tragen die Arbeiter eine schützende Wachsschicht auf, um das Metall vor Witterungsschäden zu schützen.
Das Ziel ist es, schädliche Oxidationsschichten und Schmutzablagerungen zu entfernen.
Das Restaurierungsprojekt kostet rund 50.000 Euro. Die Finanzierung erfolgt vollständig durch den Freistaat Sachsen als Eigentümer des Werks, so Ingo Fischer, Abteilungsleiter beim Staatsbetrieb für Immobilien- und Baumanagement.
Abmessungen und physikalische Eigenschaften
Die Bronzeskulptur ist ein monumentales Relief aus der DDR-Zeit. Das Bauwerk misst 14,4 Meter in der Breite, 6 Meter in der Höhe und 3 Meter in der Tiefe, bei einem Gesamtgewicht von 33 Tonnen. Sein zentrales Bildelement ist ein vier Meter großer Kopf von Karl Marx, der starr nach links blickt.
- Relief geschaffen von Klaus Schwabe, Frank Ruddigkeit und Rolf Kuhrt
- Relief wieder zusammengesetzt und auf dem Sportcampus der Universität Leipzig aufgestellt
- Konservatoren beginnen erste umfassende Reinigung und Wachsbeschichtung
Da der Bronzeabguss eine grobe, unebene Textur aufweist, hafteten Umweltverschmutzungen und Ruß über die Jahrzehnte fest am Metall. Die Restauratoren stellten fest, dass das Fehlen regelmäßiger Wartung seit der Herstellung dazu führte, dass sich dichte Oxidationskrusten über die gesamte Oberfläche bildeten.
Umsetzung von der Universitätsfassade
Das Kunstwerk war ursprünglich in den 1970er Jahren über dem Haupteingang des Karl-Marx-Universitätskomplexes im Zentrum von Leipzig angebracht. Das sozialistische Gebäude wurde an der Stelle der ehemaligen Universitätskirche St. Pauli errichtet, die auf Befehl der SED-Führung gesprengt worden war. Das Relief hing am Eingang, bis das DDR-Universitätsgebäude vor etwa zwanzig Jahren zum Abriss vorgesehen war.
Arbeiter zerschnitten daraufhin die 33 Tonnen schwere Bronzestruktur in drei Teile und brachten die Stücke in ein Lager. Das Schicksal des Denkmals löste in Leipzig lange und kontroverse öffentliche Debatten darüber aus, wie die Stadt mit prominenten visuellen Symbolen des kommunistischen Regimes umgehen sollte. Im Jahr 2008 setzten die Behörden die drei Teile wieder zusammen und installierten das Relief an seinem heutigen Standort auf dem Universitätssportcampus, wobei damals jedoch keine spezielle Konservierung durchgeführt wurde.
Historischer Kontext und Bewahrung
Das Relief wurde von einem Künstlerkollektiv aus Klaus Schwabe, Frank Ruddigkeit und Rolf Kuhrt entworfen. Rudolf Hiller von Gaertringen, der Leiter der Kunstsammlung der Universität Leipzig, hat die Geschichte des Denkmals verfolgt und festgestellt, dass es seit seiner Entstehung in den 1970er Jahren keine technische Wartung erhalten hatte.
Für uns ist es für die Universitätsgeschichte relevant.
Hiller von Gaertringen räumte ein, dass das Kunstwerk zwar eine schwere ideologische Last aus der DDR-Zeit trägt, aber ein wichtiges Zeitzeugnis und Universitätserbe darstellt. Die laufende Konservierungsmaßnahme zielt darauf ab, die Bronzearbeiten zu stabilisieren und das Denkmal für die Universitätssammlung zu erhalten.


