
Verwesende Leiche in SUV nahe dem WM-Trainingslager des Iran in Tijuana gefunden
Die Polizei öffnete einen Toyota-SUV, der gegenüber dem Estadio Caliente geparkt war, und entdeckte eine in einen schwarzen Sack eingewickelte, verwesende Leiche, wie die Behörden am Samstag bestätigten.
Eine grausige Entdeckung nahe dem WM-Trainingslager der iranischen Fußballnationalmannschaft wirft einen düsteren Schatten auf die Eröffnungstage des Turniers. Am Freitag öffneten die Behörden in Tijuana, Mexiko, einen grauen Toyota-SUV, der auf einem Supermarktparkplatz direkt gegenüber dem Estadio Caliente abgestellt war, wo die iranische Mannschaft täglich trainiert. Im Kofferraum fanden sie eine in schwarze Plastikfolie eingewickelte, verwesende Leiche mit deutlichen Anzeichen von Gewalteinwirkung.
Nach der Inspektion des Fahrzeugs fanden sie im Kofferraum eine Person, die in einen schwarzen Sack eingewickelt war, mit Anzeichen von Gewalteinwirkung.
Das Fahrzeug mit kalifornischen Kennzeichen stand seit Mittwoch an derselben Stelle, so die Staatsanwaltschaft. Der starke Verwesungsgeruch erregte zunächst die Aufmerksamkeit einer Polizeistreife. Forensikexperten in weißen Schutzanzügen arbeiteten an dem Auto, bevor sie die Leiche entfernten. Der Vorfall, über den die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete, beherrschte schnell die Schlagzeilen, während sich Journalisten in der Nähe des Tatorts versammelten.
- Ein grauer Toyota-SUV mit kalifornischen Kennzeichen wird auf einem Supermarktparkplatz gegenüber dem Estadio Caliente in Tijuana abgestellt.
- Die Polizei öffnet den Kofferraum und findet eine in einen schwarzen Sack eingewickelte, verwesende Leiche; die Leiche weist Anzeichen von Gewalteinwirkung auf.
- Der Iran setzt das Training in derselben Anlage fort, während die Behörden den Mord untersuchen. Das Team reist später nach Los Angeles ab, um sich auf sein WM-Debüt vorzubereiten.
Warum der Iran im gefährlichen Tijuana trainiert
Der Iran hatte ursprünglich geplant, sein WM-Trainingslager in Tucson, Arizona, abzuhalten. Die Einreise der Mannschaft in die USA wurde jedoch aufgrund des anhaltenden Krieges zwischen den beiden Ländern blockiert, was sie zwang, in die Grenzstadt Tijuana südlich von Kalifornien umzuziehen. Diese für Drogenkartellgewalt berüchtigte Stadt verzeichnete laut offiziellen mexikanischen Statistiken im Jahr 2025 mehr als 1.200 Morde. Im Vergleich dazu gab es in ganz Italien in jenem Jahr nur 286 Morde.
Die iranische Mannschaft, bekannt als Team Melli, wohnt in einem Hotel, das nur eine Minute Autofahrt vom Trainingsgelände entfernt liegt. Seit ihrer Ankunft am vergangenen Sonntag wird jede Bewegung zwischen dem Hotel und dem Stadion von einer schweren Sicherheitspräsenz begleitet: Bewaffnete Soldaten der Nationalgarde in mehreren Fahrzeugen eskortieren den Teambus zu jeder Zeit. Am Freitag verließ der Konvoi das Stadion nur Minuten nachdem die Leiche entfernt worden war. Der Kommunikationsbeauftragte des Teams reagierte nicht sofort auf eine AFP-Anfrage zur Frage, ob die Sicherheit weiter verschärft werde.
Weitere Sicherheitsverstöße in den ersten Tagen des Turniers
Während der Vorfall in Tijuana der makaberste ist, ist er nicht der einzige Sicherheitsvorfall in der ersten Woche der erweiterten WM mit 48 Mannschaften. Mehr als 4.000 Kilometer weiter östlich, in Florida, meldete die englische Nationalmannschaft einen Diebstahl von Fußballausrüstung während ihres Umzugs von West Palm Beach zur Teambasis in Kansas City. Zu den gestohlenen Gegenständen gehörten Schuhe der Starspieler Harry Kane, Jude Bellingham und Anthony Gordon sowie Trainingsbälle, Taktiktafeln und Analytegeräte. Die US-Behörden haben in diesem Fall bereits zwei Verdächtige festgenommen.
Die Kombination aus Gewaltverbrechen, schweren Gewitterbedrohungen in ganz Nordamerika, einem leichten Erdbeben im Golf von Mexiko und einer politisch aufgeladenen Atmosphäre hat den Beginn des Turniers 2026 abseits des Platzes ebenso angespannt gemacht wie auf dem Platz.
Was als nächstes kommt
Die Ermittler in Tijuana werten nun die Aufnahmen der Sicherheitskameras aus und versuchen, das Opfer zu identifizieren und die Bewegungen des Fahrzeugs zurückzuverfolgen. Es gibt keine Hinweise auf eine Verbindung zwischen der iranischen Mannschaft oder ihrem Personal und dem Mord. Die Mannschaft soll noch vor ihrem Auftaktspiel der Gruppe G gegen Belgien am Montag nach Los Angeles reisen, einem Spiel, das weltweite Aufmerksamkeit erregen wird. Vorerst dient die Leiche im Auto als düstere Erinnerung an die gewalttätige Unterwelt, die direkt hinter den Stadionzäunen lauert.


