Katalanische Lehrergewerkschaften besetzen Bildungsbehörde nach gescheiterter siebter Verhandlungsrunde – neunter Streiktag steht bevor
Fünf katalanische Bildungsgewerkschaften haben die Nacht im Hauptquartier der regionalen Bildungsbehörde in Barcelona verbracht, nachdem eine marathonhafte Verhandlungsrunde ohne Einigung endete. Damit bahnt sich ein neunter Streiktag an.
Das Scheitern
Vertreter von fünf katalanischen Bildungsgewerkschaften – Ustec·Stes, Aspepc·Sps, CGT Ensenyament, La Intersindical und COS – weigerten sich am Donnerstagabend, das Gebäude der Conselleria de Educación y FP zu verlassen, nachdem mehr als fünf Stunden sektorale Gespräche keinen Durchbruch gebracht hatten. Die Gewerkschaften forderten die sofortige Anwesenheit von Bildungsministerin Esther Niubó und erklärten, sie würden das Gebäude nicht verlassen, bis sie mit einem Vorschlag komme, der Fortschritte ermögliche.
Die Behörde hat denselben Vorschlag vorgelegt, ohne sich auch nur einen Millimeter zu bewegen.
Das Eingreifen der Ministerin
Niubó, die sich bereits im Gebäude befand, traf sich schließlich um 21:40 Uhr mit den Gewerkschaftsvertretern. Die Begegnung dauerte kaum sieben Minuten. Sie erklärte ihnen, das Angebot der Regierung sei endgültig, und vereinbarte ein Folgetreffen für Freitag um 10:00 Uhr. Die Gewerkschaften bestanden jedoch darauf, über Nacht zu bleiben, um sofort weiterzuverhandeln.
Der Vorschlag der Behörde an die Gewerkschaften ist gut, und wir bitten die Gewerkschaften, die Situation zu überdenken und das Angebot zu würdigen.
Was auf dem Tisch liegt
Der Vorschlag der Behörde sieht eine Bruttomonatsgehaltserhöhung von etwa 400 Euro pro Lehrer über vier Jahre vor, plus mehr als 7.000 neue Stellenzuweisungen in den nächsten vier Schuljahren. Am Nachmittag spaltete sich der Verhandlungstisch in zwei Ausschüsse – einen für die Bezahlung und einen für inklusive Bildung – aber keiner konnte einen Konsens erzielen.
Die Gegendarstellung der Gewerkschaften
Die Gewerkschaftsführer wiesen die Zahlen der Regierung rundweg zurück. Iolanda Segura, Sprecherin von Ustec·Stes, bezeichnete die 400-Euro-Zahl als „aufgeblähte Zahlen der Behörde“ und sagte, die tatsächliche angebotene Erhöhung betrage nur 120 Euro über vier Jahre. Ignasi Fernández, Generalsekretär von Aspepc·Sps, bestätigte diese Einschätzung und erklärte, es gebe „keinen einzigen Euro mehr auf dem Tisch“. Während die Gewerkschaften Fortschritte in anderen Bereichen anerkannten – wie etwa die Vergütung von Sechsjahreszeiträumen (sexenios) und Lehrstühlen (cátedras) – blieb die Gehaltsfrage der zentrale Streitpunkt.
Die Behörde versteht die Botschaft nicht. Wir geben uns nicht mit 120 Euro im Monat über vier Jahre zufrieden.
Der Protest draußen
Etwa 20 bis 40 Lehrer versammelten sich gegen 22:10 Uhr vor dem Gebäude der Behörde, schlugen auf Töpfe und bliesen Trillerpfeifen. Sie skandierten „Niubó dimisión“ (Niubó tritt zurück) und „Niubó da la cara“ (Niubó stell dich). Die Gewerkschaften bestätigten, dass sie die Nacht im Gebäude verbringen würden und ein neues Treffen mit der Behörde für Freitag um 10:00 Uhr vereinbart hätten.
- Siebte sektorale Sitzung beginnt in der Bildungsbehörde.
- Gespräche teilen sich in zwei Ausschüsse: Gehalt und inklusive Bildung.
- Nach über 5 Stunden erklären die Gewerkschaften, es gebe keine Fortschritte, und fordern Niubós Anwesenheit.
- Niubó trifft die Gewerkschaften für 7 Minuten; erklärt Angebot für endgültig.
- Protestierende versammeln sich vor dem Gebäude; Gewerkschaften bestätigen Übernachtung.
- Delegierte beginnen interne Sitzung im besetzten Gebäude.
- Nächstes Treffen geplant; neunter Streiktag beginnt.
Was als nächstes kommt
Der Freitag ist bereits als Streiktag geplant, mit Aktionen in den Regionen Baix Llobregat und Penedès. Die Gewerkschaften bestehen darauf, dass der Kreislauf der Mobilisierungen weitergeht und dass die Verhandlungen im Rahmen des Streikkomitees hätten stattfinden müssen. Da das Angebot der Behörde als endgültig erklärt wurde und die Gewerkschaften sich weigern, es anzunehmen, scheint sich der Konflikt auf seinen neunten Streiktag zuzuspitzen.

