
Nach Ausschreitungen bei Champions-League-Feier: Frankreichs Premierminister Lecornu plant Haftung für Randalierer
Premierminister Sébastien Lecornu kündigte am 14. Juni an, dass im Juli ein Gesetzentwurf vorgelegt wird, der Teilnehmer an gewalttätigen öffentlichen Versammlungen dazu verpflichtet, für Reparaturkosten aufzukommen. Der Schritt folgt auf Unruhen, die nach dem Champions-League-Sieg von PSG ausbrachen.
Der Auslöser: Feierlichkeiten und Gewalt
Auf den Sieg von Paris Saint-Germain im Champions-League-Finale folgten öffentliche Ausschreitungen, bei denen Sachschäden entstanden und die lokalen Behörden die Kosten beziffern mussten. Wenige Tage später nutzte der Premierminister die Plattform X, um eine gesetzgeberische Antwort zu skizzieren.
Lecornus Vorschlag
Sébastien Lecornu kündigte am 14. Juni an, dass im Juli ein Gesetzentwurf vor den Ministerrat gebracht wird. Der Text zielt darauf ab, Personen, die an gewalttätigen Versammlungen teilnehmen, bei denen Schäden entstehen, direkt für die Reparaturkosten haftbar zu machen. Der Premierminister betonte, dass die öffentlichen Finanzen bereits stark belastet seien und der Steuerzahler nicht für die Zerstörungen einiger weniger aufkommen dürfe.
In einer Situation, in der unsere öffentlichen Finanzen stark angeschlagen sind und jeder Euro an Steuergeldern verantwortungsvoll eingesetzt werden muss, ist es nicht länger hinnehmbar, dass die Gemeinschaft die Kosten für Zerstörungen trägt, die von einer kleinen Anzahl von Personen verursacht wurden.
Die Regierung gibt an, dass der Beitrag an die finanziellen Möglichkeiten der jeweiligen Person angepasst werden könnte, einschließlich moderater Zahlungen über einen längeren Zeitraum. In einigen Fällen könnten Sozialleistungen im gesetzlich zulässigen Rahmen herangezogen werden, ohne das Existenzminimum der Person zu gefährden.
Zukünftig könnte jeder, der an einer gewalttätigen Versammlung teilnimmt, bei der Schäden verursacht werden, dazu verpflichtet werden, zivilrechtlich zur Reparatur beizutragen. Ein einfaches Prinzip: Wer an kollektiver Gewalt teilnimmt, muss individuell die Konsequenzen tragen.
Die politische Reaktion
Der Präsidentschaftskandidat und ehemalige Premierminister Gabriel Attal begrüßte die Initiative am 15. Juni und erklärte gegenüber BFMTV-RMC, dass seine Fraktion den Gesetzentwurf in der Nationalversammlung unterstützen werde. Er verknüpfte dies mit seinem früheren Vorstoß als Regierungschef, reparative Tätigkeiten für unter 16-Jährige einzuführen, zusammengefasst unter dem Motto „Wer etwas kaputt macht, repariert es“.
Mit meiner Fraktion werden wir das in der Nationalversammlung unterstützen... Es ist eine Maßnahme, die dem, was ich gefordert hatte, eine konkrete Form gibt.
Wie es weitergeht
Der Gesetzentwurf soll im Juli 2026 dem Ministerrat vorgelegt werden. Sollte er verabschiedet werden, würde dies eine neue Front in Frankreichs langjähriger Debatte über die öffentliche Ordnung und das Gleichgewicht zwischen kollektiver Verantwortung und individueller Haftung eröffnen.
- Premierminister Sébastien Lecornu kündigt auf X an, dass im Juli ein Gesetz vorgelegt wird, um Randalierer für öffentliche Schäden zahlen zu lassen.
- Präsidentschaftskandidat Gabriel Attal begrüßt den Vorschlag bei BFMTV-RMC und verspricht parlamentarische Unterstützung.
- Der Gesetzentwurf soll dem Ministerrat vorgelegt werden.


