
Sébastien Lecornu schließt Präsidentschaftskandidatur 2027 aus und skizziert Übergangshaushaltsplan
Der französische Premierminister Sébastien Lecornu bestätigte, dass er nicht bei der Präsidentschaftswahl 2027 antreten werde, und forderte die Kandidaten auf, die Regierungsarbeit nicht zu behindern, während er einen reversiblen Haushalt für Anfang 2027 vorbereitet.
Ablehnung der Präsidentschaftskandidatur
Der französische Premierminister Sébastien Lecornu bestätigte am 29. August 2026, dass er nicht bei der Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2027 antreten werde. In einem Interview mit Le Parisien erklärte Lecornu, seine Regierung fungiere strikt als Arbeitsregierung und nicht als Wahlkampfmaschinerie. Er forderte potenzielle Kandidaten aller politischen Parteien auf, die Regierungsarbeit nicht für Wahlkampfzwecke zu behindern. Der Regierungschef betonte, dass die staatlichen Institutionen unabhängig vom Wahlwettbewerb weiterhin öffentliche Dienstleistungen erbringen müssten. Lecornu merkte an, dass er diese Haltung mehrfach bekundet habe und sich nicht an Wahlmanövern beteiligen werde.
Ich weiß nicht, in welcher Sprache ich es sagen muss! Die Regierung ist eine Regierung des Auftrags, keine Regierung auf dem Wahlkampfpfad: Wie ich bereits mehrfach gesagt habe, bin ich kein Kandidat für die Präsidentschaftswahl. Ich beteilige mich nicht am Präsidentschaftswahlkampf.
Übergangshaushalt und Ausgabenkontrolle
Lecornu warnte, dass der Eintritt in das Jahr 2027 ohne ein verabschiedetes Haushaltsgesetz eine äußerst schwere finanzielle Lage für Frankreich schaffen würde. Ein solches Ergebnis würde die bestehende internationale Instabilität mit innerstaatlicher Unordnung verbinden. Da weniger als acht Monate bis zur ersten Runde der Präsidentschaftswahl verbleiben, schlug der Premierminister einen vorläufigen Haushalt für das erste Semester vor. Dieser Rahmen enthält reversible Maßnahmen, die jeder neuen parlamentarischen Mehrheit nach der Wahl völlige Entscheidungsfreiheit geben sollen. Lecornu bezeichnete den bevorstehenden Haushalt als schwierig, bestand jedoch darauf, dass seine Bestimmungen brutale Kürzungen vermeiden würden. Im Rahmen des Plans wird die Zentralregierung die Hauptlast der Ausgabenzurückhaltung tragen, indem sie das Ausgabenwachstum unter der Inflationsrate hält. Die Betriebsausgaben der lokalen Behörden werden genau im Inflationsrhythmus steigen, während die Sozialausgaben aufgrund der Alterung der Bevölkerung die Inflation übersteigen werden.
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Gezielte Sozial-, Gesundheits- und Steuerpolitik
Die Haushaltsstrategie beinhaltet selektive Ausgabenkürzungen, während sie einkommensschwächere Haushalte vor automatischen Einfrierungen schützt. Lecornu bestätigte, dass die Revenu de Solidarité Active (RSA) – die Mindesteinkommensleistung – und niedrige Renten nicht eingefroren werden. Im Gegensatz dazu wird derzeit in Regierungsdiskussionen erwogen, die Inflationsindexierung der höchsten Renten zu streichen. Der Premierminister plant auch, die Sozialpartner in eine formelle Reform einzubeziehen, um Missbräuche bei bezahlten Krankmeldungen einzudämmen. Im Gesundheitswesen beabsichtigt die Regierung zu prüfen, ob die staatlichen Erstattungen für verschreibungspflichtige Medikamente mit begrenztem therapeutischem Nutzen gesenkt werden können. Lecornu erklärte zudem, dass eine Wiederholung der vorübergehenden Zusatzsteuer auf sehr große Unternehmen ein ungünstiges Signal an internationale Investoren senden würde, obwohl die Diskussionen über Einnahmeoptionen offen bleiben.
Parlament und Risiken eines Misstrauensvotums
Der Premierminister räumte die akute politische Verwundbarkeit seines Kabinetts in der Nationalversammlung ein. Da er ohne parlamentarische Mehrheit regiert, erklärte Lecornu, dass er seit seinem Amtsantritt auf die Möglichkeit eines erfolgreichen Misstrauensantrags vorbereitet sei. Er deutete an, dass er die Entscheidung akzeptieren und seine Freiheit zurückgewinnen werde, falls die Abgeordneten den Haushaltsentwurf im Parlament ablehnen. Die Regierung beabsichtigt, das Gesetzespaket in der kommenden Herbstsitzung des Parlaments vorzulegen, ohne die allgemeinen Steuern zu erhöhen. Lecornu rief die Abgeordneten auf, die notwendigen Haushaltsmaßnahmen im gemeinsamen Interesse des Landes zu verabschieden.


