
Mann aus Minnesota zu lebenslanger Haft verurteilt wegen politisch motivierten Mordes an der demokratischen Abgeordneten Melissa Hortman
Vance Boelter (59) erhielt zwei aufeinanderfolgende lebenslange Haftstrafen plus 40 Jahre für die Morde an der Sprecherin des Repräsentantenhauses Melissa Hortman und ihrem Ehemann Mark im Jahr 2025 sowie den versuchten Mord an Senator John Hoffman und seiner Frau Yvette.
Vance Boelter, 59, wurde am Donnerstag zu zwei aufeinanderfolgenden lebenslangen Haftstrafen plus 40 Jahren in Bundeshaft verurteilt wegen der politisch motivierten Morde an der Sprecherin des Repräsentantenhauses von Minnesota, Melissa Hortman, und ihrem Ehemann Mark sowie des versuchten Mordes an Staatssenator John Hoffman und seiner Frau Yvette. Die Urteilsverkündung vor dem US-Bezirksgericht in Minneapolis schließt einen Fall ab, der einen kalkulierten Plan zur Enthauptung der demokratischen Führung in der Staatslegislative offenbarte.
Die Nacht der Angriffe
Am 14. Juni 2025 begann Boelter einen methodischen Angriff: Er fuhr einen mit Notlichtern ausgestatteten SUV, trug eine Silikonmaske und eine falsche Polizeiuniform. Zuerst ging er zum Vorstadthaus der Hoffmans, gab sich als Polizeibeamter aus und verschaffte sich Zugang, bevor er das Paar neun- bzw. achtmal vor den Augen ihrer Tochter erschoss. Der 911-Notruf der Tochter löste eine massive Polizeiaktion aus.
Boelter fuhr dann zu den Häusern von zwei weiteren demokratischen Abgeordneten. Bei einem öffnete niemand; beim anderen näherte sich ein Polizist, der ihn für einen Kollegen hielt, seinem Auto, und er fuhr weg. Schließlich erreichte er das Haus der Hortmans, nutzte nach Bezugnahme auf eine gemeldete Schießerei den Vorwand eines „Wohlfahrtschecks“ (welfare check), erschoss Mark Hortman nach einem kurzen Wortwechsel und ging dann nach oben, wo er Melissa Hortman tötete.
Vance Boelter hat einen Angriff auf die Demokratie verübt. Es war ein Akt politischer Gewalt, der das Herz der repräsentativen Regierung traf.
Ein Plan zur Verschiebung der legislativen Macht
Die Staatsanwaltschaft enthüllte, dass Boelter monatelang Informationen über Amtsträger gesammelt und eine Liste von über 45 demokratischen Politikern aus Minnesota mit sich geführt hatte. Sie argumentierten, er habe das Machtgleichgewicht im Bundesstaat genau verfolgt, wo der Senat eine Ein-Stimmen-Mehrheit der Demokraten hatte und das Repräsentantenhaus gleich besetzt war. Wären alle seine Ziele getötet worden, hätte sich die Machtbalance in beiden Kammern verschoben. Diese Beweise, die vor der Urteilsverkündung eingereicht wurden, stellten die Morde als einen gezielten Schlag gegen die repräsentative Regierung dar.
Er wusste, wenn er in allen seiner versuchten Morde in dieser Nacht erfolgreich gewesen wäre … hätte sich die Machtbalance in beiden Kammern verschoben.
Überlebende schildern das Trauma
In emotionalen Opferaussagen beschrieben die Hoffmans dauerhafte körperliche und psychische Narben. John Hoffman sagte, Boelter habe ihm vor dem Abdrücken in die Augen gesehen, und seine Familie erhalte keine Post mehr nach Hause, habe Stahltüren eingebaut und passe ihre täglichen Aufgaben an ihre Verletzungen an.
Das Gericht wird das Urteil des Angeklagten verkünden. Meins dauert für immer an. Der Angeklagte hat nicht einfach beschlossen, Leben zu nehmen. Er versuchte, Menschen zum Schweigen zu bringen und eine Botschaft zu senden, dass Gewalt stärker ist als Demokratie.
Yvette Hoffman, die gegen Boelter kämpfte, bis er floh, sagte dem Gericht, sie sei zu traumatisiert, um zu arbeiten, und nehme wöchentlich an Therapie teil. Sie erinnerte sich, wie sie ihr Blut eine Waschmaschine hinunterrinnen sah, als sie zusammenbrach.
Ich habe gegen ihn gekämpft, Euer Ehren, mit allem, was ich hatte. Und ich habe ihn endlich aus unserem Haus bekommen. Ich werde nie vergessen, wie ich nach unten sah und zusah, wie mein Blut langsam diese weiße Waschmaschine hinunterrann, während ich spürte, wie ich zu Boden sank.
Urteilsverkündung und Nachwirkungen
Boelter bekannte sich im Juni in sechs Anklagepunkten (Mord, Stalking und Waffendelikte) schuldig, um die Todesstrafe zu vermeiden, und akzeptierte die Höchststrafe unterhalb der Hinrichtung. Der Vater und die Geschwister von Mark Hortman äußerten Wut darüber, dass er nicht hingerichtet würde. Boelter sagte in einer kurzen Entschuldigung, er sei „wirklich traurig“ über den Schmerz, den er verursacht habe.
Der Angriff löste die größte Fahndung in der Geschichte Minnesotas aus; Boelter wurde zwei Tage später gefasst. Sein Angriff und die Liste der Amtsträger spiegelten einen breiteren Anstieg politischer Gewalt in den USA wider, aber die Gerichtsakte ließ sein Motiv über die parteipolitische Ausrichtung hinaus unklar.
- Schießt auf Senator John Hoffman und seine Frau Yvette in deren Haus.
- Besucht Häuser von zwei weiteren demokratischen Abgeordneten, nimmt aber keinen Kontakt auf.
- Tötet Sprecherin des Repräsentantenhauses Melissa Hortman und Ehemann Mark, nachdem er sich als Polizist ausgegeben hat.
- Nach größter Fahndung in der Geschichte Minnesotas gefasst.
- Bekennt sich in sechs Anklagepunkten schuldig, vermeidet Todesstrafe.
- Zu zwei aufeinanderfolgenden lebenslangen Haftstrafen plus 40 Jahren verurteilt.


