
Ehemaliger Wirtschaftsminister Bruno Le Maire fordert 'Systemwechsel' vor französischer Präsidentschaftswahl 2027
Zwei Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem Amt skizziert Bruno Le Maire ein Präsidentschaftsprogramm, das auf 'Bruch' und einem neuen französischen Modell beruht, ohne offiziell seine Kandidatur anzukündigen.
Eine 'schleichende Regimekrise'
In einem Interview mit La Tribune Dimanche, das am 26. Juli 2026 veröffentlicht wurde, erklärte der ehemalige Wirtschaftsminister Bruno Le Maire, Frankreich stecke in einer 'crise de régime larvée' (schleichenden Regimekrise) und müsse strukturelle Veränderungen anstreben, statt nur punktuelle Reformen durchzuführen. Er hatte das Finanzressort von 2017 bis 2024 inne und ist seit seinem Ausscheiden aus der Regierung vor zwei Jahren ohne politisches Amt.
Unser Modell ist am Ende. Es bringt nicht mehr die Ergebnisse, die das französische Volk zu erwarten berechtigt ist – weder für seine Wirtschaft, noch für seine alltägliche Sicherheit, noch für die Bildung seiner Kinder. Ich sage es mit Nachdruck: Notlösungen werden nicht mehr ausreichen. Es ist Zeit, ein anderes Frankreich aufzubauen.
Drei Prioritäten
Le Maire legte drei Prioritäten für eine Präsidentschaft dar. Die erste ist die Wiederherstellung des Wohlstands für ein französisches Volk, das, wie er sagte, über Jahrzehnte hinweg eine beschleunigte Verarmung erlebt, und er bestand darauf, dass 'Arbeit sich lohnen muss' und Unternehmen befreit werden müssen. Die zweite ist die Wiederherstellung der Staatsautorität, mit derselben Regel, die überall, für alle und jederzeit gilt. Er fügte hinzu, dass 'die Angst die Seiten wechseln muss.'
Die dritte Priorität ist Deutschland. Le Maire argumentierte, dass Frankreich nur mit Deutschland ein Europa aufbauen könne, das der chinesischen und amerikanischen Macht widerstehen kann. Er führte keine spezifischen institutionellen oder diplomatischen Mechanismen aus.
Ein Präsident über den Dingen
Zu seinen Vorschlägen gehörte, dass das Staatsoberhaupt über der täglichen Regierungsarbeit stehen sollte, indem es vorgibt, wohin Frankreich gehen soll, aber nicht anstelle der Regierung regiert. Diese Sprache erinnert an gaullistische Vorstellungen von der Präsidentschaft, jedoch mit einer schärferen Kritik am gegenwärtigen System.
Ich will das System ändern, nicht das System reformieren! Dreißig Jahre Erfahrung haben mich zu dieser einfachen Schlussfolgerung geführt: Reformen sind unzureichend, strukturelle Veränderungen sind notwendig.
Die überfüllte Mitte-rechts-Spur
Der ehemalige Wirtschaftsminister betritt ein Feld, das bereits von mehreren Mitte-rechts-Figuren belegt ist, darunter Édouard Philippe, Gabriel Attal und Bruno Retailleau. Le Maire behauptete, sein Unterschied liege in der Tiefe des Wandels: Wo andere reformieren würden, würde er neu aufbauen. Dennoch hielt er sich mit einer offiziellen Kandidatur zurück.
Meine Rolle wird es sein, diese Wahl zu vertreten. Wie weit? Die Zukunft wird es zeigen.
Keiner der drei Artikel enthält Reaktionen der anderen erklärten oder wahrscheinlichen Kandidaten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

