Laser zielen auf fünf Flugzeuge im Anflug auf den Brüsseler Flughafen über Dilbeek
Fünf Flugzeuge im Anflug auf Landebahn 07L des Brüsseler Flughafens wurden in der Nacht über Dilbeek mit Laserstrahlen beschossen, was Polizeistreifen und erneute Prüfung einer umstrittenen Flugroute auslöste.
Laserangriffe über Dilbeek
Fünf Verkehrsflugzeuge im Anflug auf den Brüsseler Flughafen wurden in der Nacht von Freitag auf Samstag mit Laserstrahlen attackiert. Die Vorfälle ereigneten sich, als die Flugzeuge die Anflugroute auf Landebahn 07L über der Gemeinde Dilbeek navigierten. Die Flugsicherung Skeyes bestätigte die Meldungen, nachdem die Besatzungen von fünf verschiedenen Flügen die Kontrolltürme des Brüsseler Flughafens über Laserlicht benachrichtigt hatten, das in ihre Cockpits gerichtet war. Die erste Störung ereignete sich am Freitagabend um 21:45 Uhr, der letzte Vorfall wurde am frühen Samstagmorgen um 02:43 Uhr registriert. Skeyes-Sprecher Kurt Verwilligen beschrieb die Belastung, der die Flugbesatzungen ausgesetzt waren.
Sie alle hatten einen Laser auf ihr Gesicht gerichtet, zwischen 20:45 Uhr abends und 2:45 Uhr morgens.
Polizeisuche und Sicherheitsmaßnahmen
Alle fünf Flugzeuge beendeten ihre Anflüge und landeten sicher am Brüsseler Flughafen, ohne dass körperliche Verletzungen bei Passagieren oder Besatzung gemeldet wurden. Da Laserstrahlen Piloten blenden und die Cockpitsicht während kritischer Landephasen beeinträchtigen können, alarmierten die Flughafenlotsen sofort die örtliche Polizeizone Dilbeek. Einsatzkräfte schickten Streifen durch das Gebiet, konnten aber keine Verdächtigen ausfindig machen oder die Quelle der Strahlen lokalisieren. Polizeikommissar Koen Luppens skizzierte die taktischen Schwierigkeiten, denen die Beamten vor Ort gegenüberstanden.
Wir haben sofort eine Streife in diese Richtung geschickt. Aber ohne genauen Standort ist das unmöglich. Es ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen.
Die örtliche Polizei hat die Anwohner gebeten, verdächtige Aktivitäten oder Sichtungen zu melden, obwohl keine formelle Strafanzeige erstattet wurde und keine Verdächtigen identifiziert wurden.
Streit um Flugroute RNP 07L
Die Laser-Vorfälle ereigneten sich entlang der Flugroute RNP 07L, die lokal auch als Crucke-Route bekannt ist und auf wachsenden Widerstand in den angrenzenden Gemeinden stößt. Im Rahmen des europäischen GPS-gesteuerten Landeverfahrens folgen Flugzeuge einer direkten Linie über Wohngebiete, bevor sie in Zaventem aufsetzen. Am 11. Juni leitete die Regierung der Region Brüssel-Hauptstadt eine Einstellungsklage gegen die Flugroute ein und berief sich dabei auf Umweltdaten, die zeigen, dass über 270.000 Anwohner unter Lärmbelästigung leiden und dass 96 % der gemessenen Flüge die regionalen Lärmgrenzwerte überschreiten. Die Brüsseler Gemeinden Koekelberg, Schaerbeek und Sint-Jans-Molenbeek schlossen sich dem rechtlichen Widerstand an. Bereits im August hatte eine Bürgerinitiative namens Bruegelvogelvrij, die 42 Familien aus Dilbeek, Lennik und Roosdaal vertritt, eine Klage gegen den belgischen Bundesstaat wegen Lärmbelästigung eingereicht. Die Polizei erklärte, dass es derzeit keine Beweise gebe, die die Laser-Störungen mit der laufenden Flugrouten-Kontroverse in Verbindung bringen.
- Brüsseler Regionalregierung reicht Einstellungsklage gegen Anflugroute RNP 07L ein
- Bürgerinitiative Bruegelvogelvrij reicht Klage gegen belgischen Staat wegen Lärm ein
- Erstes Flugzeug mit Laserpointer über Dilbeek während des Landeanflugs angegriffen
- Fünftes Flugzeug vor sicherer Landung am Brüsseler Flughafen mit Laserstrahl angegriffen
Laser-Trends und strafrechtliche Sanktionen
Das Richten von Lasergeräten auf Flugzeuge stellt nach belgischem Recht eine Straftat dar und kann mit Freiheitsstrafe geahndet werden. Daten von Skeyes zeigen, dass im Jahr 2025 insgesamt 169 Laser-Vorfälle im belgischen Luftraum registriert wurden. Diese Zahl bedeutet einen Anstieg um 80 % im Vergleich zum Vorjahr, nach einem Jahrzehnt stetigen Rückgangs der Laser-Meldungen. Während Laser-Belästigungen im ganzen Land vorkommen, stellt die Erfahrung von fünf gezielten Flügen an einem einzigen Abend über derselben Gemeinde eine konzentrierte Häufung für die Fluglotsen dar. Die belgischen Behörden überwachen weiterhin die Luftraumaktivität um Zaventem, während die Polizei ihre Patrouillen in Dilbeek aufrechterhält.


