
Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern stellen Kanzler Friedrich Merz und CDU auf die Probe
Die Wähler in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gehen am Sonntag zur Wahl, während Kanzler Friedrich Merz in der Hauptstadt mögliche Verluste und im Nordosten einen Kampf um die 5-Prozent-Hürde erwartet.
Hohe Einsätze in Berlin und im Nordosten
Zwei unterschiedliche deutsche Bundesländer halten am Sonntag, dem 20. September 2026, Landtagswahlen ab, die für Kanzler Friedrich Merz und die Christlich Demokratische Union (CDU) unmittelbare Herausforderungen darstellen. Merz sagte seine Teilnahme an der UN-Generalversammlung in New York zum zweiten Mal in Folge ab, um während der Auszählung in Berlin zu bleiben. Die CDU-Führung berief ihr Präsidium für 17:00 Uhr ein, eine Stunde vor Schließung der Wahllokale und den ersten Prognosen. Die Wahl folgt auf einen Wettbewerb zwei Wochen zuvor in Sachsen-Anhalt, bei dem die Alternative für Deutschland (AfD) 43,8 % der Stimmen gewann, während die CDU auf 17,2 % kam.
Duell der Kandidaten in Mecklenburg-Vorpommern
In Mecklenburg-Vorpommern, einem ländlichen nordöstlichen Bundesland mit 1,57 Millionen Einwohnern und 1,3 Millionen Wahlberechtigten, haben Einwanderung und Wirtschaft den Wahlkampf dominiert. Das Land weist eine Arbeitslosenquote von 8 % auf, was dem Anteil der Einwohner mit ausländischem Hintergrund an der Bevölkerung entspricht. SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, seit Juli 2017 im Amt und 2021 mit 39,6 % der Stimmen wiedergewählt, strebt eine weitere Amtszeit an. Ihr Hauptherausforderer ist Leif-Erik Holm, ein ehemaliger Radiomoderator, der der AfD bei ihrer Gründung 2013 beitrat. Schwesig gestaltete ihren Wahlkampf unter dem Slogan „Die Frau gegen Blau“, um das Anti-AfD-Lager zu bündeln.
Die neue Umfrage zeigt, dass wir vorn liegen. Das motiviert uns, ist aber noch kein Ergebnis.
Was ich denke, passiert; wenn es in Sachsen-Anhalt gut läuft, werden wir es auch hier spüren.
- SPD
- 37 %
- AfD
- 36 %
- CDU
- 6 %
Konservativer Kampf und die Fünf-Prozent-Hürde
Eine Umfrage des öffentlich-rechtlichen Senders ZDF zeigt die SPD mit 37 % vorn, gefolgt von der AfD mit 36 % und der CDU mit 6 %. Die CDU riskiert, unter die 5-Prozent-Hürde zu fallen, die für den Einzug in den Landtag in Schwerin erforderlich ist. Daniel Peters, CDU-Landesvorsitzender und Spitzenkandidat, stellte fest, dass die Partei ums Überleben kämpfe. Die Prognose steht im Gegensatz zu 1990, als die CDU im Land 38,3 % erreichte, und zu 2021, als sie 13,3 % erzielte. Der ZDF zufolge hat die Umfrage für Parteien nahe der 10-Prozent-Marke einen Fehlerspielraum von über zwei Prozentpunkten, wobei 21 % der Wähler noch unentschlossen sind. Acht CDU-Ministerpräsidenten unterzeichneten eine gemeinsame Erklärung zur Unterstützung von Merz, um Führungsstreitigkeiten vor den Ergebnissen zu vermeiden.
- 1990
- 38.3 %
- 2021
- 13.3 %
- ZDF-Umfrage
- 6 %
Der Hauptstadt-Wettstreit und bundespolitische Implikationen
In Berlin, wo vier Millionen Einwohner leben, waren die Verfügbarkeit und die Kosten von Wohnraum das zentrale Wahlkampfthema. Die CDU führt die Hauptstadtverwaltung seit 2023 in einer großen Koalition mit der SPD an, nachdem sie bei der vorherigen Wahl 28 % der Stimmen gewonnen hatte. Die Kandidatin der Linken, Elif Eralp, eine Juristin türkischer Abstammung, kämpft darum, den konservativ geführten Senat abzulösen. Selbst wenn die AfD in Mecklenburg-Vorpommern auf Platz eins landet, halten die anderen Parteien an einer Brandmauer fest, die Koalitionsgespräche mit der Partei ablehnt, sodass Holm keine klaren Wege zu einer parlamentarischen Mehrheit hat. Die Wahllokale in beiden Regionen schließen um 18:00 Uhr.


