
AfD gewinnt 44,5 % bei Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, CDU fällt auf 18,5 %
Die Alternative für Deutschland (AfD) erzielte bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 zwischen 44 % und 44,5 % der Stimmen. Damit ist unklar, ob die Partei eine 42-Sitze-Mehrheit im 83 Sitze umfassenden Landtag erreichen kann.
Wahlergebnisse und Sitzprognosen
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 endete mit einem Sieg der Alternative für Deutschland (AfD), die zwischen 44 % und 44,5 % der Stimmen erhielt. Die Christlich Demokratische Union (CDU) erreichte 18,5 %, ein Rückgang gegenüber 37 % bei der Landtagswahl 2021. Die Linke kam auf 9,5 %, die Grünen auf 9 % und die Sozialdemokratische Partei (SPD) auf 8 % bis 9 %. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) lag in den ersten Prognosen zwischen 4,8 % und 5 %. Die Wahlbeteiligung lag zwischen 78 % und 80 % und erreichte damit die höchsten jemals im Land verzeichneten Werte. Nach Veröffentlichung der ersten Hochrechnungen wandte sich AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund an seine Anhänger.
Wir haben genau das bekommen, was wir wollten. Ich weiß noch nicht, ob ich Ministerpräsident werde, aber wir haben bereits Geschichte geschrieben.
- AfD
- 44.5 %
- CDU
- 18.5 %
- Die Linke
- 9.5 %
- Grüne
- 9 %
- SPD
- 8 %
- BSW
- 4.8 %
Koalitionshürden und die Brandmauer
Der 83 Sitze umfassende Landtag in Magdeburg benötigt 42 Sitze für eine absolute Mehrheit. Die ersten Prognosen der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF weisen der AfD 39 bis 41 Sitze zu – knapp unter der absoluten Mehrheit. Sollte die BSW unter die 5-Prozent-Hürde fallen, könnten Sitzneuberechnungen der AfD die verbleibenden Sitze für eine Alleinregierung bringen. Sollte die AfD unter 42 Sitzen bleiben, stehen alle etablierten Parteien vor der traditionellen Brandmauer, die formelle Bündnisse mit der Partei ausschließt. CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann bestätigte, dass ihre Partei an dieser Haltung festhalten werde.
Wir kooperieren nicht mit Extremisten und schon gar nicht mit denen der extremen Rechten.
AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel erklärte, die Wahl gebe der Partei ein klares Mandat zur Bildung einer Landesregierung. Sollte weder eine Koalition noch eine Minderheitsregierung die Zustimmung des Landtags erhalten, droht dem Landtag die Auflösung und Neuwahlen.
Aufstieg und Hintergrund von Ulrich Siegmund
Geboren am 25. Oktober 1990 in Sachsen-Anhalt, arbeitete Siegmund als Kellner und Bauarbeiter, bevor er eine kaufmännische Ausbildung absolvierte und an einer Fernuniversität in Hamburg Psychologie und Betriebswirtschaftslehre studierte. Anschließend gründete er ein Unternehmen für Duftkompositionen, bevor er in die Politik ging. Siegmund trat zunächst der CDU bei, wechselte 2014 zur AfD und wurde 2016 im Alter von 25 Jahren in den Landtag gewählt. 2022 wurde er Co-Vorsitzender der AfD-Fraktion und am 20. Mai 2025 mit über 98 % der Delegiertenstimmen zum Spitzenkandidaten nominiert.
- Geboren in Sachsen-Anhalt
- Wechsel von der CDU zur AfD
- Mit 25 Jahren in den Landtag von Sachsen-Anhalt gewählt
- Wird Co-Vorsitzender der AfD-Fraktion in Magdeburg
- Mit über 98 % Zustimmung zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl nominiert
- Führt die AfD zu 44,5 % bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
Wahlkampfplattform und bundespolitische Auswirkungen
Siegmund baute auf TikTok eine Anhängerschaft von 660.000 Nutzern auf und setzte auf Social-Media-Videokampagnen, die mit der Opposition gegen die Pandemie-Maßnahmen begannen. Laut Bild erhielt die AfD 42 % der Stimmen der 18- bis 24-Jährigen. Das Parteiprogramm setzt auf Massenabschiebungen und Remigration, Kürzungen der öffentlich-rechtlichen Medien sowie die Einführung der Nationalhymne und getrennter Klassen für behinderte Schüler in Schulen. Die Welt berichtete, dass Siegmund vier ehemalige Mitglieder einer verbotenen Neonazi-Jugendgruppe als Berater und Programm-Mitautoren ausgewählt habe. Das Ergebnis erhöht den Druck auf die von Bundeskanzler Friedrich Merz geführte Bundesregierung vor den für den 20. September 2026 in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern anstehenden Landtagswahlen.


