
Maltas Labour Party sichert sich historischen vierten Wahlsieg in Folge, Mehrheit schrumpft aber
Premierminister Robert Abela erklärte nach der vorgezogenen Parlamentswahl in Malta einen 'historischen' Sieg, der der Labour-Party seit 2013 eine beispiellose vierte Amtszeit in Folge sichert, obwohl erste Ergebnisse auf eine deutlich geringere Mehrheit hindeuten.
Eine historische vierte Amtszeit
Der maltesische Premierminister Robert Abela erklärte seinen Sieg für die Labour-Party bei einer vorgezogenen Parlamentswahl und sicherte sich eine Rekord-vierte Amtszeit in Folge. In einer Rede im staatlichen Sender TVM bezeichnete Abela den Sieg als historisch.
Er versprach, ein Premierminister für alle Bürger zu sein und rief zur nationalen Einheit auf, um das Land gemeinsam voranzubringen. Der Sieg verlängert die Macht der Labour-Party, die 2013 begann.Wir haben Geschichte geschrieben. Das ist ein Sieg für ganz Malta.
Opposition räumt Niederlage ein
Die oppositionelle Nationalistische Partei (PN) räumte am Sonntagmorgen die Niederlage ein. Generalsekretär Charles Bonello bestätigte das Ergebnis auf TVM, während Parteichef Alex Borg eine Videobotschaft in den sozialen Medien veröffentlichte, in der er bestätigte, dass er Abela angerufen hatte, um die Niederlage einzuräumen.
Borg, ein 31-jähriger Anwalt und ehemaliger Mister-World-Malta-Gewinner, wurde erst im September des Vorjahres zum PN-Vorsitzenden gewählt.Das Volk hat gesprochen und wir müssen seinen Willen respektieren. Niemand sollte enttäuscht sein, weil er für Veränderung gestimmt hat. Das ist nicht das Ergebnis, das wir uns gewünscht haben, aber es ist eine klare Botschaft, und wir werden weiter daran arbeiten, eine starke Alternative für das Land zu sein.
Ein schrumpfender Auftrag
Während Labour eine komfortable parlamentarische Mehrheit errang, schien der Siegvorsprung deutlich geringer als 2022, als die Partei 55 Prozent aller abgegebenen Stimmen erhielt. Journalisten, die die Auszählung verfolgten, berichteten von einem Vorsprung von rund 19.000 Stimmen für Labour gegenüber der PN, fast halbiert im Vergleich zur vorherigen Wahl. Die endgültige offizielle Auszählung wurde noch zusammengestellt, der Abschluss der Auszählung wurde im Laufe des Tages erwartet. Die Wahl am Samstag verzeichnete eine Wahlbeteiligung von 87,4 Prozent, ein leichter Anstieg gegenüber der Parlamentswahl 2022.
Vorgezogene Wahl als Risiko
Abela rief die Wahl Ende April aus, fast ein Jahr vor dem eigentlichen Termin. Er verwies auf globale geopolitische Bedenken und nannte insbesondere die Notwendigkeit eines neuen Mandats, um Malta durch eine drohende Energiekrise zu führen, die durch internationale Spannungen, einschließlich der Auswirkungen des Iran-Kriegs auf Tourismus und Inflation, verschärft wurde. Beobachter sahen jedoch auch parteipolitische Kalküle hinter dem Schritt, angesichts des kürzlichen Führungswechsels in der Opposition. Maltas Wirtschaft, die stark von Tourismus, Online-Glücksspiel und Finanzdienstleistungen abhängt, wuchs im letzten Jahr um 4,0 Prozent, aber Bedenken hinsichtlich Lebensqualität, Infrastruktur und Transparenz der Staatsverschuldung standen im Mittelpunkt des Wahlkampfs der Opposition.
Was als Nächstes kommt
Abela, der 2020 die Nachfolge von Joseph Muscat als Labour-Chef und Premierminister antrat, wird voraussichtlich am Montagmorgen vereidigt. Der 48-Jährige warb mit der Stärke der Wirtschaft, Regierungserfahrung und Glaubwürdigkeit. Die Nationalistische Partei, seit 13 Jahren in der Opposition, hatte argumentiert, dass die Lebensqualität trotz Wirtschaftswachstum im kleinsten EU-Staat gesunken sei, und kritisierte Überentwicklung, tägliches Verkehrschaos und die Abhängigkeit von ausländischen Arbeitskräften.
- 2022
- 55 %
- 2026
- 50 %


