
La bola negra stellt am Dienstag einen spanischen Kinorekord auf – Gesamteinnahmen über 6,6 Millionen Euro
Das Drama von Javier Calvo und Javier Ambrossi zog am Dienstag dank Seniorenrabatt mehr als zwei Drittel der spanischen Kinobesucher an und trieb die heimischen Zuschauerzahlen vor dem US-Start auf fast eine Million.
Rekorddienstag und Schub an den heimischen Kinokassen
Der Spielfilm La bola negra von Javier Calvo und Javier Ambrossi erzielte den einnahmestärksten Dienstag einer spanischen Produktion in der Geschichte der heimischen Kinokassen, wie Rentrak Spain bestätigte. Der Film spielte am Dienstag, dem 29. September 2026, mehr als 1 Million Euro ein und zog über zwei Drittel aller Kinobesucher im Land an – dank des staatlich geförderten Seniorentickets (martes sénior, das Bürgerinnen und Bürgern ab 65 Jahren Kinokarten für 2 Euro bietet). Der Branchenanalyst Pau Brunet schätzte, dass die kumulierten Einspielergebnisse bis Dienstagabend 6,6 Millionen Euro erreichten; die Gesamtbesucherzahl dürfte am 30. September 2026 die Marke von einer Million überschreiten. Der Film war am Freitag, dem 25. September 2026, gestartet und spielte an seinen ersten drei Tagen mit 610.000 Besuchern fast 4,7 Millionen Euro ein. Dieser Start ist der zweitgrößte eines spanischen Films in den vergangenen zehn Jahren – nur Santiago Seguras Komödie Torrente, presidente liegt davor – und übertrifft zugleich den spanischen Start von Christopher Nolans The Odyssey mit 4,47 Millionen Euro.
- Startwochenende
- 4.7 Mio. €
- Bis Montag
- 5.3 Mio. €
- Bis Dienstag
- 6.6 Mio. €
Stärkstes Kinojahr für den spanischen Film seit einem Jahrzehnt
Der kommerzielle Erfolg von La bola negra folgt einem breiteren Aufwärtstrend des spanischen Kinomarkts im Jahr 2026. Die kumulierten Ticketverkäufe heimischer Produktionen überschritten Ende September 83 Millionen Euro und übertrafen damit die Gesamtjahreswerte von 2022, 2023, 2024 und 2025 – bei noch drei verbleibenden Monaten im Kalenderjahr. Daten von Comscore Movies zeigten, dass die Besucherzahlen bis Ende August im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent und die Einspielergebnisse um 47 Prozent gestiegen waren. Branchenprognosen gehen davon aus, dass La bola negra in Spanien ein Endergebnis zwischen 20 und 30 Millionen Euro erreichen wird. Sollte der Film gemeinsam mit Torrente, presidente (die mit über 28 Millionen Euro die vierterfolgreichste spanische Produktion der Geschichte ist) die Marke von 25 Millionen Euro überschreiten, wäre 2026 das erste Jahr in der Geschichte des spanischen Kinos, in dem zwei heimische Titel diese Schwelle übertreffen – und damit der bisherige Rekord aus dem Jahr 2001 übertroffen, als The Others 27 Millionen Euro und Torrente 2 22 Millionen Euro einspielten.
Auszeichnungen und internationale Verwertung
Die Einspielergebnisse folgen der kritischen Anerkennung auf dem internationalen Festivalparcours. Die Produktion erhielt in Cannes einen geteilten Preis für die beste Regie, dazu den Publikumspreis der Internationalen Filmfestspiele von San Sebastián und den People's Choice Award der Internationalen Filmfestspiele von Toronto, wo sie der erste nicht englischsprachige Titel seit 2011 war, der diese Auszeichnung gewann. Spanien wählte La bola negra offiziell als Landesbeitrag für den Oscar in der Kategorie Bester internationaler Film aus, während der von Guitarricadelafuente und Raül Refree komponierte Originalsong La nieve für eine Oscar-Berücksichtigung eingereicht wurde.
In den Vereinigten Staaten plante Netflix eine limitierte Kinoveröffentlichung ab dem 16. Oktober 2026, bevor am 2. Dezember 2026 das weltweite Streaming-Debüt folgt. Diese sechswöchige Laufzeit ist das längste exklusive Kinofenster, das Netflix je vor der Aufnahme eines Films in seinen Streaming-Katalog aufgesetzt hat. In Spanien liegt der Kinoverleih bei Elastica Films, die Streaming-Rechte hält zunächst der Koproduzent Movistar Plus+. Zum Ensemble gehören Glenn Close, Penélope Cruz, Guitarricadelafuente, Carlos González, Lorenzo Zurzolo und Miguel Bernardeau.
- Kinopremiere in ganz Spanien mit fast 4,7 Millionen Euro Einspielergebnis an drei Tagen
- Seniorenrabatt am Dienstag treibt das Tagesergebnis über eine Million Euro
- Beginn der limitierten Kinoveröffentlichung in den Vereinigten Staaten im Verleih von Netflix
- Weltweiter Streaming-Start auf Netflix
Lorca als Inspiration und die Zusammenarbeit mit Almodóvar
Das Drehbuch verbindet drei Geschichten aus unterschiedlichen Kapiteln der modernen spanischen Geschichte: 1932 während der Zweiten Republik, 1937 während des Spanischen Bürgerkriegs und 2017. Die Handlung stützt sich auf Alberto Conejeros Theaterstück La piedra oscura, das sich mit dem unvollendeten Werk befasst, das Federico García Lorca vor seiner Ermordung im August 1936 hinterließ. Koproduziert von Movistar Plus+, Suma Content, Le Pacte und El Deseo von Pedro und Agustín Almodóvar, entstand die Produktion aus dem kreativen Austausch zwischen den Regisseuren und Almodóvar nach ihrem Dokumentarfilmprojekt Pedro x Javis aus dem Jahr 2025.
In einem Interview mit Fotogramas erinnerte sich Javier Ambrossi an ein Gespräch in Almodóvars Haus, das das zentrale Motiv der Begierde im Drehbuch entscheidend prägte.
Wir saßen bei ihm zu Hause und aßen die Kroketten seiner Schwestern, und ich sagte ihm, dass ich mich mit der Begierde nicht gut verstehe. Er antwortete: „Na, dann musst du es eben tun, oder?“ Und ich dachte: „Verdammt, stimmt. Ich muss begehren.“ Und genau dort fügte sich das zusammen, was man im Film sieht: jemanden so zu begehren, dass man kaum atmen kann, dass es den Körper verzehrt.
Zur internationalen Promotion des Films gehörten Auftritte in den Vereinigten Staaten, wo Schauspieler Carlos González gemeinsam mit seinen Co-Stars Penélope Cruz und Glenn Close vor dem Herbststart an Branchenveranstaltungen teilnahm.


