
„La Bola Negra“ gewinnt den Publikumspreis beim 51. Toronto Film Festival
Javier Calvo und Javier Ambrossis queeres Historiendrama „La Bola Negra“ hat am Sonntag beim 51. Toronto International Film Festival den People's Choice Award gewonnen.
Höchste Publikumsehre für spanisches Drama
„La Bola Negra“ unter der Regie des spanischen Filmemacher-Duos Javier Calvo und Javier Ambrossi hat am Sonntag beim Abschluss des 51. Toronto International Film Festival den People's Choice Award gewonnen. Das spanischsprachige Historiendrama erstreckt sich über drei Zeitlinien in den Jahren 1932, 1937 und 2017, konzentriert sich auf das Leben miteinander verbundener schwuler Männer und lässt sich von einer unvollendeten Geschichte von Federico García Lorca inspirieren. Der Film zeigt Singer-Songwriter Guitarricadelafuente in der Hauptrolle, mit Nebenauftritten von Penélope Cruz und Glenn Close. Produziert mit einem Budget von unter 15 Millionen US-Dollar wurde der Film nach seinem Debüt im Mai bei den Filmfestspielen von Cannes von Netflix erworben, wo Calvo und Ambrossi sich den Preis für die beste Regie mit Paweł Pawlikowski teilten. Am Mittwoch hat Spanien den Film offiziell als Beitrag für den besten internationalen Film bei den Academy Awards eingereicht.
Werdegang und Veröffentlichungspläne
Der Sieg ist das erste Mal, dass ein fremdsprachiger Film seit der libanesischen Produktion „Wo gehen wir hin?“ von 2011 den Hauptpublikumspreis in Toronto gewonnen hat. Es ist auch der erste People's-Choice-Award-Gewinn für einen von Netflix verliehenen Film. Der Film wurde am Dienstag bei seiner kanadischen Premiere gezeigt, nach seinem Debüt im Mai in Cannes, wo er 16 Minuten lang Standing Ovations erhielt. Der Kinostart ist für den 16. Oktober 2026 geplant, gefolgt von einer weltweiten Streaming-Veröffentlichung auf Netflix im Dezember. Der Publikumspreis in Toronto ging in der Vergangenheit häufig den Oscar-Nominierungen voraus, mit früheren Gewinnern wie „Nomadland“, „Green Book“, „12 Years a Slave“ und „The King's Speech“.
- Premiere bei den Filmfestspielen von Cannes, Gewinn des Preises für die beste Regie
- Kanadische Premiere beim Toronto International Film Festival
- Auswahl als spanischer Beitrag für den besten internationalen Film bei den Oscars
- Gewinn des People's Choice Award beim 51. Toronto International Film Festival
- Kinostart
- Weltweite Veröffentlichung auf Netflix
Weitere People's-Choice-Gewinner
In der Hauptpublikumskategorie landete Peter Farrellys „I Play Rocky“ auf dem zweiten Platz. Die Amazon-MGM-Produktion schildert die Entstehung von Sylvester Stallones Boxklassiker von 1976 hinter den Kulissen. Der zweite Platz ging an Apples „Being Heumann“ unter der Regie von Sian Heder, das die Behindertenrechtsproteste der Aktivistin Judy Heumann porträtiert. Beide Zweitplatzierten sollen im November in die Kinos kommen.
Internationale und Genre-Auszeichnungen
Der Internationale People's Choice Award ging an „Elsinore“ von Simon Stone. Der Film ist eine Koproduktion zwischen dem Vereinigten Königreich, den USA und Italien, mit den Lucky-Red-Produzenten Andrea Occhipinti und Stefano Massenzi sowie dem Cutter Valerio Bonelli. Andrew Scott porträtiert den schottischen Schauspieler Ian Charleson während seiner Hamlet-Aufführung 1989 am Londoner National Theatre, als er an AIDS erkrankt war, vor seinem Tod im Januar 1990 im Alter von 40 Jahren. „Possible Love“ und „The Assassins“ belegten in der internationalen Kategorie die Plätze zwei und drei.
Dokumentarfilm-Ehrungen und Festivalumfang
In der Dokumentarfilmkategorie sicherte sich Barry Avrichs „Darlene Love: I Know Where I've Been“ den People's Choice Award. Der Film untersucht Loves nicht genannte Studioarbeit für Produzent Phil Spector in den 1960er Jahren und enthält Interviews mit Bruce Springsteen, Dionne Warwick und David Letterman. „Black Sunflowers“ und „The Ultra Runner“ belegten die Plätze zwei und drei im Dokumentarfilmbereich. Der Midnight-Madness-Preis ging an Matthew Rankins „Ladies and Gentlemen, Brian Mulroney“, gefolgt von „The Spiral“ und „Arrested Memory“. Insgesamt zeigte das Festival 294 Spielfilme aus 70 Ländern an 11 Tagen und überprüfte die Stimmen der Zuschauer anhand von Ticket-E-Mails und IP-Adressen.


