Deutsche Städte statten Obdachlose mit Sonnencreme und Wasserflaschen aus – Hitzewelle erreicht Westen
Während eine Hitzewelle Westdeutschland erfasst, verteilen Hilfsorganisationen in Trier und Mainz Wasser und Sonnencreme an obdachlose Menschen und setzen einen mobilen Kühlbus ein.
Ein Leben ohne kühlen Rückzugsort
Obdachlose leiden während Hitzewellen besonders stark, da sie sich nicht in eine kühle Wohnung zurückziehen können. Vielen fehlt zudem das Geld, um Wasser und Sonnenschutz zu kaufen, berichtet der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in Trier. Hinzu komme, dass die meisten obdachlosen Menschen Vorerkrankungen haben und keinen Zugang zu Informationen über Hitze- und Sonnenschutz.
Trier verteilt Sonnencreme und Mehrwegflaschen
Der SkF verteilt nun Sonnencreme und wiederverwendbare Trinkwasserflaschen an obdachlose und wohnungslose Frauen. Sie können im Café Haltepunkt während der Öffnungszeiten abgeholt werden. Die kleinen Sonnencremeflaschen seien tagsüber leicht zu tragen und ideal für den Aufenthalt im öffentlichen Raum, so der Dienst. Die Wasserflaschen könnten schnell und bequem an den öffentlichen Trinkwasserspendern nachgefüllt werden, deren Adressen auf der Rückseite aufgedruckt sind. Das Café empfängt jährlich rund 800 Besucherinnen.
Die kleinen Sonnencremeflaschen können tagsüber leicht mitgeführt werden und sind daher ideal für den Aufenthalt im öffentlichen Raum.
Mainz startet den „Hitzebus“
In Mainz schickt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) seinen „Hitzebus“ in der kommenden oder der darauffolgenden Woche wieder auf die Straßen. „Wir versuchen, die Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen“, sagte Uwe Link, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Mainz-Hechtsheim. Das ehrenamtliche Team verteilt kalte Getränke, Obst, Sonnencreme, Insektenschutz, Hygieneartikel, Kappen und helle T-Shirts, die sich nicht so schnell aufheizen. „Wir kennen unsere Plätze in der Stadt, an denen man immer Menschen trifft, die etwas brauchen“, ergänzte Link.
Wir versuchen, die Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen.
Versiegelte Flächen und spärlicher Schatten
Die Innenstadt biete obdachlosen Menschen wenige gekühlte oder schattige Rückzugsorte, so Link, aufgrund der vielen versiegelten Flächen. Der Hitzebus ist an heißen Tagen im Einsatz und wird teilweise durch Spenden finanziert. Sowohl die Verteilaktion des SkF in Trier als auch die mobile Hilfe des DRK in Mainz sind ehrenamtliche Initiativen als Antwort auf einen Bedarf, der mit jeder Hitzewelle wächst.

