
Kubas Stromnetz bricht landesweit zusammen, 10 Millionen im Dunkeln; Castros Enkel signalisiert Offenheit für Gespräche mit Trump
Ein landesweiter Stromausfall ließ am Montag 10 Millionen Kubaner ohne Strom, während der Enkel des früheren Führers Raúl Castro sagte, er würde direkt mit Präsident Trump verhandeln.
Landesweiter Blackout
Das kubanische Stromnetz brach am Montagnachmittag vollständig zusammen und ließ etwa 10 Millionen Menschen ohne Strom. Das staatliche Stromunternehmen UNE gab auf X bekannt, dass die Ursachen des Totalausfalls untersucht werden. Der Blackout ist der jüngste in einer Reihe von Ausfällen, die die Insel seit Monaten plagen, mit täglichen Unterbrechungen, die in einigen Regionen Stunden oder sogar Tage dauern. Die Regierung in Havanna macht für die Krise in erster Linie die US-Sanktionen verantwortlich, räumt aber den desolaten Zustand des Stromnetzes ein.
Veraltete Infrastruktur und US-Druck
Das kubanische Stromnetz leidet unter jahrzehntelanger Unterinvestition, große Teile der veralteten Infrastruktur sind in schlechtem Zustand. Kraftwerke fallen häufig aus und müssen notdürftig repariert werden. Die Lage wurde durch ein von Präsident Donald Trump verhängtes US-Ölembargo verschärft, das nach Angaben Havannas die Treibstofflieferungen unterbrochen und die wirtschaftliche und humanitäre Lage verschlechtert hat. Washington will durch Druckmaßnahmen wirtschaftliche und politische Veränderungen auf der Insel erzwingen.
Ein Angebot des Enkels
In einem Interview mit USA Today, seinem ersten mit einem US-Medium, zeigte sich Raúl Guillermo Rodríguez Castro, der 42-jährige Enkel des früheren kubanischen Führers Raúl Castro, offen für direkte Verhandlungen mit Trump. Er sagte:
Ich kann mit jedem verhandeln, den die USA benennen. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, natürlich auch mit Trump.
Rodríguez Castro bekleidet kein Regierungsamt, sondern arbeitet als Leibwächter seines Großvaters und ist unter dem Spitznamen „El Cangrejo“ (Die Krabbe) bekannt. Seine Äußerungen stehen im Gegensatz zur offiziellen Regierungslinie.
Offizielle Reaktion und Beziehungen
Erst wenige Tage zuvor hatte Außenminister Bruno Rodríguez erklärt, Havanna sei nicht an der Haltung der US-Regierung in Fragen der nationalen Souveränität interessiert. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern befinden sich seit Jahren auf einem Tiefpunkt. Das Interview des Enkels, das zwar keine offizielle Politik darstellt, kommt zu einem Zeitpunkt, da die Insel mit ihrer tiefsten Wirtschafts- und Energiekrise seit Jahrzehnten kämpft.


