
Israel stuft Nilkrokodil um, um den Weg für Ben-Gvirs Gefängnisgrabenplan freizumachen
Israels Umweltministerin hat das Nilkrokodil umgestuft und damit den rechtlichen Weg für den Plan des rechtsextremen Sicherheitsministers freigemacht, ein Wüstengefängnis mit krokodilgefüllten Gräben zu umgeben.
Der Vorschlag
Im Dezember 2025 schlug Israels rechtsextremer Minister für Nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, vor, palästinensische Sicherheitshäftlinge in einer Einrichtung unterzubringen, die von krokodilverseuchten Gräben umgeben ist. Die Idee orientierte sich an dem Haftzentrum „Alligator Alcatraz“, das unter der Trump-Administration hastig in den Everglades von Florida eröffnet worden war. Hochrangige Gefängnisbeamte besuchten später eine Krokodilfarm in Hamat Gader auf den besetzten Golanhöhen, um die Machbarkeit des Plans zu prüfen.
Regulatorische Änderung
Am 17. Juli 2026 stufte Umweltministerin Idit Silman das Nilkrokodil von einem geschützten Wildtier, das nur zu Bildungs- und Forschungszwecken gehalten werden durfte, in ein „betreutes Wildtier“ um. Die Änderung erlaubt es Sicherheitsbehörden, Genehmigungen für die Haltung der Reptilien für andere Zwecke zu erhalten. Andere Krokodilarten hatten zuvor dieselbe Einstufung erhalten, um die kommerzielle Zucht für ihre Häute zu ermöglichen. Die Umstufung beseitigt das wichtigste rechtliche Hindernis, das Ben-Gvirs Vorschlag seit seiner ersten Vorstellung blockiert hatte.
Opposition und Warnungen
Die Israelische Natur- und Parkbehörde und der eigene Rechtsberater des Ministeriums hatten Silman gedrängt, nicht fortzufahren. Sie argumentierten, dass gefährliche Raubtiere wie Krokodile nur aus wissenschaftlichen und pädagogischen Gründen gehalten werden sollten und dass frühere Krokodilzuchten in Israel zu Ausbrüchen und Gefahren für Menschenleben geführt hätten. Der Rechtsberater stellte auch fest, dass der Gefängnisdienst zwar Erfahrung mit Hundestaffeln habe, aber keine Fachkenntnisse im Umgang mit gefährlichen Wildtieren besitze.
Obwohl Gefängnisbeamte sagten, sie seien sich des körperlichen Wohlergehens der Tiere bewusst und bereit, es zu gewährleisten, unter anderem aufgrund ihrer Erfahrung mit Hundeteams, scheint die Organisation keine Fachkenntnisse in der Zucht gefährlicher Wildtiere wie Krokodilen zu haben.
Der Berater wies ferner darauf hin, dass es keinen modernen Präzedenzfall für den Einsatz von Krokodilen als Gefängnissicherheitsmaßnahme gebe und dass zunächst eine gründliche Untersuchung der Auswirkungen auf die Gesundheit der Tiere erforderlich wäre.
Floridas gescheitertes Experiment
Die Einrichtung in Florida, die den Plan inspirierte, wurde 2025 eröffnet und wurde zu einem Symbol für die harte Einwanderungspolitik von Präsident Donald Trump. Sie wurde Ende Juni 2026 nach weniger als einem Jahr Betrieb vorzeitig geschlossen, nachdem sie anhaltender Kritik wegen entsetzlicher Zustände, technischer Pannen und hoher Kosten ausgesetzt war. Anders als in den Sümpfen Floridas, wo Alligatoren bereits in freier Wildbahn leben, gibt es in der Negev-Wüste keinen natürlichen Lebensraum für Krokodile.
Was als nächstes passiert
Ein Pilotprojekt soll im Hochsicherheitsgefängnis Ketziot in der Negev-Wüste starten, in dem palästinensische Sicherheitshäftlinge und während des Gaza-Krieges festgenommene Palästinenser untergebracht sind. Die Krokodile würden wahrscheinlich aus dem Reservat Hamat Gader stammen. Ob der Plan tatsächlich umgesetzt wird, bleibt ungewiss. Ben-Gvir, der vor den Herbstwahlen Wahlkampf macht, hat sich zuvor für die Todesstrafe für palästinensische Militante eingesetzt, Wasser und Nahrung für Gefangene rationiert und ein Video veröffentlicht, das ausländische Aktivisten demütigt, die beim Versuch, die Gaza-Blockade zu durchbrechen, gefangen genommen wurden.
- Itamar Ben-Gvir schlägt ein krokodilbewachtes Gefängnis für palästinensische Sicherheitshäftlinge vor, inspiriert von Floridas 'Alligator Alcatraz'.
- Hochrangige Gefängnisbeamte besuchen die Krokodilfarm in Hamat Gader auf den besetzten Golanhöhen für eine vorläufige Bewertung.
- Umweltministerin Idit Silman stuft das Nilkrokodil als 'betreutes Wildtier' ein und beseitigt damit das rechtliche Hindernis für seinen Einsatz in der Gefängnissicherheit.
- Ein Pilotprojekt mit Krokodilen aus Hamat Gader soll im Hochsicherheitsgefängnis Ketziot in der Negev-Wüste starten.


