Ihre Datenschutzeinstellungen

Wir verwenden Analyse, um Pollar zu verbessern, und mit Ihrer Einwilligung Marketing-Tools (Meta, X), um unsere Werbung zu messen. Sie können dies jederzeit in den Einstellungen ändern.

Datenschutzerklärung
Pollar
StartFragenLiveBriefSucheKarteMärkteBenachrichtigungenFür Sie
SträngeMärkte
NewsroomPollar unterstützen
Datenschutz
Von Leserinnen und Lesern getragen

Kostenlos, und das bleibt so

Keine Werbung. Die Mitgliedschaft hält Pollar unabhängig.

ab3,49 €/Monat

Pollar unterstützen
Mitgliedschaft

Mitglieder sehen dieses Feld nicht.

  • Unterstützer3,49 €/Monat
  • Förderer7,99 €/Monat
Pollar unterstützen

Heutiger Brief

Tabriz, Kyjiw und 45 Grad

Trump weitet Iran-Angriffe aus, Selenskyj wechselt Kommandeure und Hitze setzt Südeuropa zu

Der vergangene halbe Tag brachte eine vertraute Sommermischung: Krieg, Energienerven und Regierungen, die nützlich aussehen wollen. Der Golfkonflikt zog nach Norden in den Iran, die Ukraine wechselte ihren obersten Soldaten, und Südeuropa wappnete sich gegen Hitze, die gewöhnliche Verwaltung heldenhaft wirken lässt.

Brief lesen

Im Rampenlicht

Alle Stränge

Sonstiges · Aktualisiert vor 2 Std.

Kultur, Medien und die neuen Gräben

Die Verabschiedung eines nationalen Gesetzes in Frankreich, das soziale Medien für unter 15-Jährige verbietet, stellt eine konkrete politische Maßnahme auf hoher Ebene dar, die die breiteren EU-Diskussionen über Kindersicherheit und Plattformregulierung beeinflussen könnte.

StartBriefSträngeFragen
Kategorien
KI-generiert·Mehr erfahren
© tagesschau.de
Wahlen·vor 4 Std.

Kretschmer: ‚Wer immer noch von Brandmauern spricht, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt‘

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sagt, die CDU müsse mit jeder Partei reden, auch mit der Linken, da im September Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern anstehen.

Eine direkte Herausforderung der Brandmauer

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat die langjährige „Brandmauer“-Politik der CDU, eine Zusammenarbeit mit AfD und Linker auszuschließen, offen infrage gestellt. In einem Interview mit dem Handelsblatt, das am 22. Juli 2026 veröffentlicht wurde, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU, die politische Arithmetik in Ostdeutschland mache solche Brandmauern obsolet. „Wer immer noch von Brandmauern spricht, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Wir müssen mit jedem reden, der reden will“, so Kretschmer. Seine Äußerungen kommen nur wenige Wochen vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, wo Umfragen darauf hindeuten, dass eine stabile Regierungsbildung ohne die Linke unmöglich sein könnte, wenn die AfD ausgeschlossen wird.

Wer immer noch von Brandmauern spricht, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Wir müssen mit jedem reden, der reden will.

— Michael Kretschmer

Merz hält an der Linie fest

Bundeskanzler Friedrich Merz, der auch die CDU führt, bekräftigte auf seiner Sommerpressekonferenz Mitte Juli die offizielle Haltung der Partei. „Wir haben klare Parteitagsbeschlüsse, und ich habe keinen Anlass, daran zu zweifeln, dass wir uns daran halten werden“, sagte Merz mit Blick auf die Brandmauer gegen AfD und Linke. Auf die Frage, was passieren würde, wenn ohne die Linke keine Mehrheit jenseits der AfD zustande käme, wollte Merz jedoch keine Antwort geben. Dieses Szenario gilt inzwischen sowohl in Sachsen-Anhalt als auch in Mecklenburg-Vorpommern als sehr wahrscheinlich, wo die Wähler im September 2026 an die Urnen gehen.

Wir haben klare Parteitagsbeschlüsse, und ich habe keinen Anlass, daran zu zweifeln, dass wir uns daran halten werden.

— Friedrich Merz

Unabhängigen Pollar unterstützen

Die Mitgliedschaften Unterstützer und Förderer halten jeden Artikel kostenlos lesbar und fügen Offline-Lesen, Audio und einen sponsorenfreien Brief hinzu.

Mitgliedschaftsstufen ansehen

Die ostdeutsche Arithmetik

Kretschmers Vorstoß ist in seiner eigenen Erfahrung als Regierungschef einer Minderheitsregierung in Sachsen begründet. Gemeinsam mit Thüringens CDU-Ministerpräsident Mario Voigt regiert er ohne formelle Koalitionsmehrheit. In Dresden hat Kretschmer einen „Konsultationsmechanismus“ eingerichtet, der allen Fraktionen offensteht. Fast alle Fraktionen wollten teilnehmen, beobachtete er, aber die AfD verweigere sich und agiere als destruktiver Dauerperformer. „Die AfD ist die einzige Fraktion, die von Anfang an gesagt hat: Wir machen nicht mit“, stellte er fest. „Eine Partei wie die AfD schadet dem Land.“ Die AfD setze, so argumentierte er, auf das Scheitern der Regierung statt auf konstruktive Mitarbeit.

Eine Partei wie die AfD schadet dem Land.

— Michael Kretschmer
Zeitleiste der Brandmauer-Debatte
  1. 15. Juli 2026Bundeskanzler Merz bekräftigt CDU-Brandmauer auf Sommerpressekonferenz
  2. 22. Juli 2026Kretschmer sagt dem Handelsblatt: ‚Wer immer noch von Brandmauern spricht, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.‘
  3. 1. Sept. 2026Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern

Kritik am Berliner Wirtschaftskurs

Über die Brandmauer-Debatte hinaus übte Kretschmer scharfe Kritik an der Wirtschaftspolitik der Bundesregierung. Er bezeichnete den Kurs des Landes als „katastrophal“ und sagte, das Reformpaket der schwarz-roten Koalition sei gut, aber unzureichend. Das Paket setze zu sehr auf Kürzungen, Bürokratie und das, was er passive Konsolidierung nannte, die eher wie verwaltungstechnischer Leerlauf wirke denn wie ein Wachstumsimpuls. „Sozialausgaben zu kürzen, wird Deutschland nicht auf einen Wachstumspfad bringen“, sagte er. „Passive Konsolidierung führt nicht zu Wachstum.“ Kretschmer forderte weniger Regulierung und warnte, dass Handwerker und Selbstständige „unglaublich frustriert sind, weil Bürokratie und Abgaben sie erdrücken.“ Er forderte die Bundesregierung auf, die Reformen zu beschleunigen: „Die Bundesregierung muss endlich Tempo aufnehmen. Sonst sehe ich schwarz für die nächste Bundestagswahl.“ Das Interview wurde geführt, bevor Jens Spahn als Unionsfraktionschef zurücktrat; Kretschmer wollte sich zu diesem Vorgang danach nicht äußern.

Die Bundesregierung muss endlich Tempo aufnehmen. Sonst sehe ich schwarz für die nächste Bundestagswahl.

— Michael Kretschmer
Dresden · Berlin
Michael KretschmerFriedrich MerzMario VoigtJens Spahn
Friedrich MerzDresdenBerlinJens SpahnMario VoigtMichael Kretschmer

5 Quellen

  • Ostdeutschland: CDU-Politiker Kretschmer hält die Brandmauer für obsolet
    ZEIT ONLINE·vor 4 Std.
  • Michael Kretschmer: "Wer über Brandmauern redet, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt
    Handelsblatt·vor 4 Std.
  • Brandmauer-Debatte: Kretschmer für Gespräche mit allen Parteien
    tagesschau.de·vor 5 Std.
  • CDU-Ministerpräsident: "Wir müssen mit jedem reden, der reden will" - Kretschmer fordert Gespräche mit allen Parteien
    DIE WELT·vor 8 Std.
  • Parteien: Kretschmer: "Wir müssen mit jedem reden, der reden will"
    ZEIT ONLINE·vor 8 Std.

Pollar Weekly abonnieren

Die Woche in Nachrichten, jeden Freitag. Kostenlos.

Kostenlos. Keine Werbung. Jederzeit abbestellbar.

Mehr aus Politik & Wirtschaft
Konflikte·seit 16. Juli·akt. vor 8 Std.
© Franceinfo

Selenskyj ersetzt Armeechef Syrskyj durch Drapatyj nach sechstägigen Protesten über Fedorows Absetzung

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj entließ am Dienstag den Armeechef Oleksandr Syrskyj und ernannte den Befehlshaber der gemeinsamen Streitkräfte, Mychajlo Drapatyj, zu seinem Nachfolger. Damit gab er sechstägigen Straßenprotesten nach, die durch die Absetzung des beliebten Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow ausgelöst worden waren.

Artikel lesen
Konflikte·seit 5. Juli·akt. vor 6 Std.
© Al Jazeera Online

USA greifen Iran in elfter Nacht an, Ziel Täbris – Tanker vor Oman getroffen

Die USA haben die elfte Nacht in Folge Luftangriffe gegen Iran geflogen und dabei erstmals die nordwestliche Stadt Täbris getroffen, während vor Oman ein Tanker getroffen wurde und Huthi-Rebellen eine Blockade Saudi-Arabiens ankündigten.

Artikel lesen
Energie & Handel·vor 6 Std.
© Le Figaro.fr

Trump kündigt ab August 2028 100%-Zoll auf Generika an, der 2029 auf 200 % steigt

Die USA werden ab August 2028 einen Zoll von 100 % auf importierte Generika erheben, der ein Jahr später auf 200 % steigt, kündigte Präsident Donald Trump am Dienstag an, um die Pharmaproduktion zurück auf amerikanischen Boden zu zwingen.

Artikel lesen