
Portugal weist Vorwürfe von Steuermehreinnahmen bei Kraftstoff zurück, Preise erreichen Jahreshoch
Umweltministerin Maria da Graça Carvalho bestritt, dass Portugal von steigenden Kraftstoffkosten profitiert, und verwies auf Steuerausgleiche in Höhe von 700 Millionen Euro, während die Preise Jahreshochs erreichten.
Regierung verteidigt Kraftstoffsteuerpolitik
Die portugiesische Umwelt- und Energieministerin Maria da Graça Carvalho wies bei einer dringenden Pressekonferenz in Lissabon am 7. September 2026 die Vorwürfe zurück, die Regierung profitiere von steigenden Kraftstoffpreisen. Die Kraftstoffpreise erreichten am Montag ihr Jahreshoch, wobei Diesel um bis zu 12 Cent pro Liter und Benzin um etwa 10 Cent anstiegen. Die Ministerin betonte, die Exekutive mache keine Gewinne aus der Situation, und verwies auf einen automatischen Mechanismus, der überschüssige Mehrwertsteuereinnahmen durch Rabatte auf die Kraftstoffsteuer (ISP) zurückführt. Seit dem 26. Februar 2026 habe dieser Ausgleichsmechanismus zu Steuererleichterungen in Höhe von mehr als 700 Millionen Euro geführt. Auch Premierminister Luís Montenegro erklärte, der Staat verzichte auf Einnahmen, um die soziale Belastung auszugleichen, und sagte, alle Bürger litten unter der Eskalation.
Die Regierung profitiert nicht von dieser Kraftstoffkrise.
Opposition behauptet Milliardengewinne
Die Regierungserklärungen erfolgten als Reaktion auf Kritik des Generalsekretärs der Sozialistischen Partei (PS), José Luís Carneiro, der bei einem Besuch einer Tankstelle jenseits der Grenze im spanischen Tui sprach. Carneiro argumentierte, der Staat habe zwischen April 2024 und Ende 2025 über 1,048 Milliarden Euro an zusätzlichen Einnahmen aus Kraftstoffsteuern eingenommen. Er erklärte, die Staatskasse verdiene neun Cent pro Liter Diesel und sechs Cent pro Liter Benzin, die in Portugal verkauft werden. Der PS-Chef wies darauf hin, dass Kraftstoff in Spanien zwischen 30 und 40 Cent pro Liter billiger sei, und forderte das Parlament auf, Vorschläge zur Senkung der Mehrwertsteuer auf Kraftstoff von 23 % auf 13 % erneut zu prüfen, was die Preise um 17 Cent pro Liter senken würde. Der PS-Fraktionsvorsitzende Eurico Brilhante Dias untermauerte diese Behauptungen und argumentierte, die offiziellen Staatskonten bestätigten höhere Einnahmen.
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Internationale Faktoren und europäischer Marktkontext
Ministerin Carvalho führte die starken Anstiege auf geopolitische Instabilität im Nahen Osten, Spannungen um die Straße von Hormus und frühere US-Militäreinsätze im Iran zurück. Sie verwies auch auf Schließungen europäischer Raffinerien, darunter eine Anlage in Portugal, die das regionale Angebot verringerten und die Rohölpreise in die Höhe trieben. Carvalho betonte, dass die portugiesischen Kraftstoffkosten weiterhin im Einklang mit der gesamten Europäischen Union stünden, und wies darauf hin, dass die jüngsten Anstiege leicht unter dem EU-Durchschnitt lägen. Während die Zapfsäulenpreise in Portugal weiterhin höher seien als in 18 EU-Mitgliedstaaten, bezeichnete die Ministerin Spanien aufgrund seiner niedrigeren Steuersätze als Ausnahme und merkte an, dass Diesel vor Steuern in Spanien trotz günstigerer Endpreise bis zu 10 Cent teurer sein könne.
Der Preis für Kraftstoffe in Portugal liegt im Einklang mit dem Rest Europas, und die jüngsten Anstiege liegen leicht unter denen in der Europäischen Union.
Gezielte Entlastung und regulatorische Kontrolle
Anstatt allgemeine Steuersenkungen zu beschließen, bestätigte die Exekutive, dass sie gezielte Unterstützung für bestimmte Sektoren beibehalten werde, darunter Landwirtschaft, gewerblicher Verkehr, Taxis und Rettungsdienste. Die Regierung verlängerte den Rabatt von 25 Euro für das Solidaritäts-Gasflaschenprogramm bis zum Jahresende, das Teil eines 100-Millionen-Euro-Pakets für schutzbedürftige Gruppen ist. Carvalho berief sich auf Ökonomen wie Mário Centeno, um gezielte Hilfen als das effizienteste politische Instrument in einer Inflationsphase zu rechtfertigen. Darüber hinaus kündigte die Regierung Pläne an, die Aufsichts- und Sanktionsbefugnisse der Energieregulierungsbehörde ERSE zu erweitern, um die Markttransparenz zu verbessern. Der Personennahverkehrsverband Antrop warnte, dass die Einstellung früherer Unterstützungsmaßnahmen die öffentlichen Nahverkehrsdienstverträge im ganzen Land gefährde.
- ISP-Kraftstoffsteuerrabatt
- 700 Mio. €
- Gezieltes Hilfspaket
- 100 Mio. €


