
Baden-Württemberg: Städte geben bis zu sechsstellige Summen für kostenlose Menstruationsprodukte aus
Dutzende Kommunen in Baden-Württemberg bieten in Schulen und öffentlichen Gebäuden nun kostenlose Menstruationsprodukte an. Die jährlichen Kosten reichen von einigen Tausend bis über 100.000 Euro.
Was die Gemeinden anbieten
Viele Städte in Baden-Württemberg stellen in Schulen, öffentlichen Gebäuden und Toiletten nun kostenlose Tampons und Binden zur Verfügung. Spender sind in weiterführenden Schulen, Sporthallen, Rathäusern, Bibliotheken und sogar einem Wildpark installiert. Karlsruhe bietet die Produkte auch in Jugendzentren an. Tübingen hat 26 Spender in Schulen und öffentlichen Gebäuden, während Mannheim zwölf Schulen mit Automaten ausgestattet hat.
Kosten variieren stark
Die jährlichen Ausgaben reichen von 2.300 Euro in Pforzheim bis zu einem niedrigen sechsstelligen Betrag in Freiburg. Heidelberg gibt etwa 38.000 Euro pro Jahr aus, Heilbronn 8.500 Euro. Mannheim hat für die Erstausstattung in den Jahren 2025 und 2026 jeweils 10.000 Euro eingeplant; die Nachfüllungen werden aus den Schulbetriebsmitteln finanziert.
- Heidelberg
- 38000 €/Jahr
- Heilbronn
- 8500 €/Jahr
- Pforzheim
- 2300 €/Jahr
Warum die Programme gestartet wurden
Das Sozialministerium warnt davor, dass ein eingeschränkter Zugang zu Menstruationsprodukten die Gesundheit, die gesellschaftliche Teilhabe und die Bildung beeinträchtigen kann, insbesondere für Menschen mit niedrigem Einkommen. Die Städte wollen Stigmatisierung abbauen und Gleichstellung fördern. Freiburg erklärte:
Durch die Bereitstellung kostenloser Menstruationsprodukte möchten wir Barrieren abbauen, Gesundheit und Chancengleichheit fördern und ein positives Körperbild unterstützen.
Annahme und zukünftige Herausforderungen
Die Städte berichten von einer guten bis sehr guten Akzeptanz. In Konstanz war ein Pilotprojekt aus dem Jahr 2024 so beliebt, dass die Spender oft schnell geleert waren, obwohl das Programm später weitgehend eingestellt wurde. Da die öffentlichen Haushalte enger werden, ist die Zukunft einiger Angebote ungewiss.
- Stuttgart führt Programm ein
- Heidelberg und Freiburg starten Programme
- Tübingen, Ulm und Ludwigsburg beginnen mit Angeboten
- Pforzheim und Heilbronn beginnen; Konstanz führt Pilotprojekt durch (später eingestellt)
- Mannheim führt Programm ein


