Kurz gefasst
- Ende Juli 2026Tausende Migranten gelangen illegal von Marokko aus nach Ceuta
- 15.09.Madrider Spieler verdecken vor dem Elche-Spiel teilweise die Solidaritätsbotschaft für Ceuta
- 17.09.Mbappé erklärt die Entscheidung in einem Interview mit AS
- 20.10.Konaté äußert sich zu der Episode in seiner ersten Pressekonferenz als Spieler von Real Madrid
Das Trikot vor dem Spiel gegen Elche
Die Episode geht auf das LaLiga-Spiel gegen Elche am 15. September 2026 zurück. Vor dem Anpfiff verständigten sich beide Teams darauf, ein Trikot mit einer Solidaritätsbotschaft für Ceuta zu tragen, die von der Asociación Valenciana de Empresarios (AVE) angestoßen worden war. Der Slogan „Todos somos caballas“ griff den gebräuchlichen Spitznamen der Bewohner der Stadt auf, und die Madrider Spieler streiften sich die Trikots im Tunnel hastig über, Sekunden bevor sie auf den Platz gingen. Mbappé, Vinícius Júnior und Konaté hoben den unteren Teil ihrer Trikots an und verdeckten einen Teil der Botschaft. Die Geste folgte, nachdem Ende Juli Tausende Migranten illegal von Marokko aus in die spanische Exklave gelangt waren – eine Krise, von der Konaté nach eigenen Angaben erst im Nachhinein erfuhr.
Was Konaté am Dienstag sagte
Konaté trat am Dienstag, 20. Oktober, in der Pressekonferenz vor dem Champions-League-Spiel von Real Madrid gegen RB Leipzig im Bernabéu vor die Medien. Es war sein erster Auftritt vor der Presse seit seiner Vorstellung als Spieler von Real Madrid. Er sagte, er habe nicht verstanden, was auf dem Trikot stehe, und nicht gewusst, worauf es sich beziehe, deshalb habe er keine Position beziehen können. Er habe später gelesen, was in Ceuta geschehen sei, und könne beide Seiten des Streits nachvollziehen. Mit Blick auf seine eigene Herkunft sagte er, seine Eltern stammten ursprünglich aus Afrika und seien nach Frankreich gegangen, und er glaube, dass viele Menschen in derselben Lage seien. Er sagte außerdem, Menschen, die in dem Land, in das sie kämen, Straftaten begingen, verdienten es, bestraft zu werden, und er ziehe es vor, in der Mitte zu bleiben. Er bezeichnete die Episode als weniger schwerwiegend, als sie dargestellt worden sei, sagte, in Madrid werde alles weit stärker aufgebauscht als erwartet, und erklärte, er sei nicht in sozialen Medien aktiv. Er dankte Mbappé, Tchouaméni und Camavinga, alle Franzosen, für ihre Hilfe bei seiner Eingewöhnung.
Mbappés Erklärung
Zwei Tage nach dem Spiel gab Mbappé der spanischen Sporttageszeitung AS ein Interview, in dem er seine Entscheidung erklärte. Er sagte, die Vereine hätten beschlossen, das Trikot einzubeziehen, und die Spieler hätten es tragen sollen. Er bekundete seine uneingeschränkte Solidarität mit Ceuta und den Opfern dort, sagte aber, er habe auch der Migranten gedenken wollen, die gestorben seien, und derer, die noch unter harten Bedingungen lebten. Er betonte, er habe nichts gegen die Menschen in Ceuta und unterstütze sie voll und ganz. Er sagte, die Position sei nicht einfach gewesen, weil man glauben könne, er sei gegen Ceuta – was er verneinte.
Mourinho und das Leipzig-Spiel
Auch José Mourinho trat am Dienstag vor die Presse, in einem Auftritt, den spanische Medien als einen seiner ruhigsten beschrieben. Er sagte, Vinícius Júnior sei der einzige Spieler, dessen Startplatz er für das Spiel bestätigt habe. Die Vorstellung unantastbarer Spieler wies er zurück: Unantastbar sei nur das Wappen, und es zähle allein das Niveau eines Spielers auf dem Platz. Er sagte, die Mannschaft sei noch weit von dem entfernt, was er sich vorstelle, da sie erst drei oder vier Monate zusammen sei, und die Ansprüche bei Real Madrid seien maximale. Madrid hatte gerade seinen dritten Sieg in Folge seit der Länderspielpause gefeiert, gegen Sevilla. Kovacs wird das Spiel gegen Leipzig leiten, das am Mittwoch, 21. Oktober, um 21:00 Uhr angepfiffen wird – vor dem Clásico gegen Barcelona am Sonntag.