
Saudi-geführte Koalition ordnet Evakuierung in Sanaa vor Spezialoperation an, Houthis drohen Riad
Die Koalition will Zivilisten in Kürze auffordern, einen Standort der Ölgesellschaft im Zentrum von Sanaa vor einer Spezialoperation zu verlassen; die Houthis haben eine schwere Antwort gegen Riad angekündigt, sollte die Hauptstadt angegriffen werden.
Koalition kündigt Sanaa-Operation an
Am Dienstag, dem 13. Oktober 2026, erklärte die Saudi-geführte Koalition, sie werde Zivilisten in Kürze zur Evakuierung eines Standorts in Sanaa auffordern, der von den Houthis kontrollierten Hauptstadt des Jemen, und zwar vor einer von ihr als Spezialoperation bezeichneten Aktion. Koalitionssprecher Turki al-Maliki erklärte auf X, das gemeinsame Kommando bitte Zivilisten, die zentrale al-Sabaha-Station der jemenitischen Ölgesellschaft in Sanaa zu verlassen, und veröffentlichte eine Karte, die den Standort zeigt. Die förmliche Warnung wurde bislang nicht ausgesprochen, die Operation selbst hat also noch nicht begonnen. Art und Ziele der geplanten Operation wurden nicht genannt, ein Zeitrahmen über die kommenden Stunden hinaus wurde nicht angegeben.
Houthi-Drohung gegen Riad
Die Houthis antworteten auf die Ankündigung mit einer direkten Drohung gegen die Hauptstadt Saudi-Arabiens. Der militärische Sprecher der Houthis, Yahya Saree, schrieb auf X, jeder Angriff auf Sanaa werde eine schwere und schmerzhafte Antwort in Riad nach sich ziehen. Die Drohung folgt auf Houthi-Angriffe auf den Hauptflughafen Riads in den Tagen vor dem 13. Oktober, die die saudische Regierung sichtbar unter Druck gesetzt haben. Saudi-Arabien gab zudem bekannt, drei Drohnen nördlich von Riad abgefangen zu haben – einer Stadt, die jemenitische Rebellen in den Tagen vor der Ankündigung angegriffen hatten. Die Houthis riefen Anwohner in der Nähe saudischer Ölanlagen zusätzlich dazu auf, sich von diesen zu entfernen.
Reisewarnungen und Flughafenschließung
Die französische Botschaft in Saudi-Arabien riet französischen Staatsbürgern nachdrücklich von Reisen zum oder Transitreisen über den König-Khalid-Flughafen in Riad, den König-Abdulaziz-Flughafen in Dschidda und den König-Fahd-Flughafen in Dammam ab. Sie riet zudem von nicht zwingend erforderlichen Reisen nach Riad, Dschidda und Dammam ab, außer aus zwingenden Gründen. Als Grund nannte die Botschaft die Sicherheitslage. Der König-Khalid-Flughafen in Riad soll bis zum 17. Oktober geschlossen bleiben, mitten in der Eskalation zwischen Saudi-Arabien und den Houthis im benachbarten Jemen.
Druck auf Riad und offene Fragen
Saudi-Arabien führt seit mehr als einem Jahrzehnt eine Militärkoalition gegen die pro-iranischen Houthis im Jemen an. Berichte beschreiben die Regierung von Kronprinz Mohammed bin Salman nach den Angriffen auf den Hauptflughafen Riads, die bis ins Herz der saudischen Infrastruktur reichten, als zunehmend unter Druck. Mehrere zentrale Details bleiben offen: der Zeitpunkt der Operation, die Größe des über die al-Sabaha-Station hinaus zu räumenden Gebiets und ob die Houthis ihre angedrohte Antwort gegen Riad tatsächlich ausführen werden. Die kommenden Stunden werden zeigen, ob der Warnung Angriffe auf Sanaa folgen.


