Jürgen Klopp verurteilt rassistische Online-Angriffe auf die deutsche Nationalmannschaft nach Niederlage gegen Griechenland
Bundestrainer Jürgen Klopp hat rassistische Online-Angriffe gegen seine Spieler nach einer 0:1-Niederlage gegen Griechenland in der Nations League zurückgewiesen und auf die Solidarität in der Kabine als Vorbild für die Gesellschaft verwiesen.
Pressekonferenz in München
Bundestrainer Jürgen Klopp hat sich am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in München vor dem anstehenden Nations-League-Spiel gegen Serbien an die Journalisten gewandt. Während des Medientermins wurde der 59-Jährige zu einer Welle beleidigender und rassistischer Kommentare befragt, die nach der 0:1-Niederlage gegen Griechenland in Augsburg in den sozialen Netzwerken gegen seine Spieler gerichtet wurden. Zahlreiche Beiträge in den sozialen Netzwerken behaupteten, die deutsche Mannschaft sei „nicht deutsch genug“ oder „nicht weiß genug“. Klopp sagte zunächst, er habe von den Online-Kommentaren nichts mitbekommen, ehe er eine ausführliche Antwort gab, in der er die Anfeindungen zurückwies.
Reaktion auf die Online-Anfeindungen
Die feindseligen Kommentare erschienen vor allem auf X nach dem Spiel in Augsburg, wo rechte Kreise und Landespolitiker der AfD die Startelf gegen Griechenland mit DFB-Mannschaftsfotos aus den frühen 2000er-Jahren verglichen und dabei ausdrücklich auf die Hautfarbe der aktuellen Nationalspieler hinwiesen. Auch der bekannte Rechtsextremist Martin Sellner veröffentlichte Äußerungen gegen die Mannschaft. Klopp spielte die Bedeutung der Kommentare herunter und erklärte, er weigere sich, seine geistige Energie für hasserfüllte Bemerkungen in digitalen Netzwerken zu verschwenden.
Es gibt keinen Grund, auch nur einen Gedanken an diese Leute zu verschwenden. Sie bekommen meine Gedanken nicht. Im normalen Leben habe ich wenig Zeit für Dummheit – und für soziale Medien gar keine.
Klopp reflektierte darüber, wie sich öffentliche Äußerungen im Laufe der Zeit verändert haben, und merkte an, dass Menschen, die früher öffentlich ihre Meinung sagen wollten, einen Leserbrief schreiben mussten. Heutige soziale Medien erlaubten es, Äußerungen herauszuhauen, bevor man nachdenke; die sofortige Verbreitung solcher Botschaften bezeichnete er als irrational.
Mannschaftszusammenhalt und Kabinenkultur
Mit Blick auf die internen Abläufe im Camp der Nationalmannschaft lobte Klopp den starken persönlichen Zusammenhalt seiner Spieler, zu denen mehrere Mitglieder mit Migrationshintergrund gehören. Der Bundestrainer sagte, das Miteinander in der Mannschaft könne nicht besser sein, und schlug die Kultur einer Sportkabine als Beispiel für die ganze Welt vor.
Die Welt könnte sich an einer Sportkabine ein Beispiel nehmen. Dort wird jeder aufgrund der richtigen Fakten respektiert und nicht aufgrund falscher Meinungen herabgewürdigt.
Klopp betonte, dass Vorurteile im Team völlig abwesend seien, und wies darauf hin, dass Diskriminierung in keinem Kader und in keiner Sportart ein Thema sei. Aus seiner Sicht biete der organisch gewachsene gegenseitige Respekt in der Kabine einen klaren Maßstab gegenüber Anfeindungen von außen.
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Nations-League-Spielplan
Die deutsche Nationalmannschaft richtet ihren Blick nun wieder auf das Sportliche, während die Vorbereitung auf das nächste Nations-League-Spiel gegen Serbien läuft, das am Donnerstag um 20:45 Uhr in München angesetzt ist. Die Partie wird live im ZDF übertragen, während die Mannschaft nach der 0:1-Heimniederlage gegen Griechenland in Augsburg die Wende sucht. Klopp und sein Team wollen in der Konkurrenz Punkte sichern und die Online-Kontroverse hinter sich lassen.


