
Klopp verlässt Interview nach Frage zu Schweinsteigers ‚wilden‘ und ‚unorthodoxen‘ Äußerungen über ivorischen Fußball
Jürgen Klopp weigerte sich, die Äußerungen von Bastian Schweinsteiger zu kommentieren, der die Spielweise der Elfenbeinküste als ‚afrikanischen Fußball‘ bezeichnete, der ‚wild‘ und ‚unorthodox‘ sei. Daraufhin verließ er eine Medienveranstaltung in New York und warf der deutschen Journalistin vor, ihn in eine Zwickmühle gebracht zu haben.
Schweinsteigers Kommentare im Live-Fernsehen
Während der Gruppenphase der Weltmeisterschaft analysierte ARD-Experte Bastian Schweinsteiger den Auftritt der Elfenbeinküste gegen Deutschland. Er beschrieb deren Stil als ‚natürlich ein bisschen afrikanischer Fußball, der manchmal etwas unorthodox, etwas wild und taktisch nicht so geprägt ist‘. Er fügte hinzu, dass Deutschland sich darauf einstellen müsse, dass es ‚manchmal unberechenbar‘ werde. Die Äußerungen fielen nach Deutschlands 2:1-Sieg nach einer frühen Führung der Ivorer.
Die Kritik und der Vorwurf der Stereotypisierung
Schweinsteiger sah sich scharfer Kritik in den sozialen Medien und den Medien ausgesetzt. Der schwarze deutsche Journalist Philipp Awounou schrieb im Spiegel, dass Eigenschaften wie ‚wild‘ und ‚unberechenbar‘ Stereotype mit ‚rassistischen, kolonialen Wurzeln‘ kaschieren. Er betonte, dass er Schweinsteiger nicht für einen Rassisten halte, nannte die Kommentare aber ‚problematisch‘.
Emerse Faé: ‚Man könnte es rassistisch nennen‘
Der ivorische Nationaltrainer Emerse Faé reagierte, nachdem sich seine Mannschaft für die K.o.-Runde qualifiziert hatte. Er sagte, die Kommentare seien traurig und enttäuschend.
Faé verriet, dass er in der Vergangenheit ein großer Bewunderer Schweinsteigers gewesen sei und Freunde ihn wegen dieser Bewunderung sogar Bastian nannten. Er bestand darauf, dass seine Mannschaft nicht nur körperlich, sondern auch taktisch und technisch spiele.Das ist traurig. Man könnte es rassistisch nennen. Als ich seinen Kommentar hörte, war ich enttäuscht. Mir bleibt keine andere Wahl, als es zu akzeptieren.
Klopps Reaktion in New York
Jürgen Klopp, der als Experte für Magenta TV arbeitet, wurde während einer Medienveranstaltung in New York von einer Journalistin der Deutschen Welle auf die Kontroverse angesprochen. Er wehrte sofort ab.
Dann verließ er den Interviewplatz. Zuvor hatte er es als ‚ein ernstes Thema‘ bezeichnet und gesagt, er wisse nicht, was eine angemessene Bemerkung wäre.Und jetzt wollen Sie dieses Thema weiterspinnen. Nein, nein, ich habe keine Chance, diese Frage so zu beantworten, dass es allen gefällt. Sie stellen mich in eine Zwickmühle. Und überraschend: Sie sind Deutsche. Das überrascht mich sehr.
Kontext und Reaktionen
Deutschland hatte das Gruppenspiel nach einem 0:1-Rückstand mit 2:1 gewonnen. Die Kontroverse spielte sich während der von den USA, Mexiko und Kanada ausgerichteten WM 2026 ab. Während viele Fans und Experten darüber diskutierten, ob Schweinsteigers Sprache rassistisch sei, zog die Mannschaft der Elfenbeinküste in die K.o.-Runde ein. Klopps Abgang verlieh einer ohnehin hitzigen Debatte über rassistische Stereotype im Fußballkommentar eine dramatische Wendung.


