
Madrider Polizei beschlagnahmt 1.235 Klingenwaffen im zweiten Quartal, ein Anstieg um 13 %, angetrieben durch billige Importe aus dem Internet
Die Nationalpolizei hat zwischen April und Juni 2026 in der Region Madrid 1.235 Messer, Macheten und andere Klingenwaffen beschlagnahmt – ein Anstieg von 12,99 % im Vergleich zum Vorjahresquartal, da billige Importe aus dem Internet eine Zunahme der Straßengewalt befeuern.
Messerangriffe der letzten Wochen führen zu verschärften Maßnahmen
Im vergangenen Monat erlebte Madrid eine Reihe von Angriffen mit Klingenwaffen, die die Nationalpolizei zu verstärkten Kontrollen zwangen. Am 29. Juni wurde ein 35-jähriger Mann bei einer Messerstecherei auf der Plaza de Arturo Barea in Lavapiés schwer verletzt. Mitte Juni wurde ein 49-jähriger Mann bei einem weiteren Angriff in der Calle Santa Bárbara im Stadtteil Centro schwer verletzt. Anfang Juli wurde ein 37-jähriger polizeibekannter Mann wegen versuchten Totschlags festgenommen, nachdem er in Usera einem Mann in den Unterleib gestochen hatte. Diese Vorfälle, so die Polizei, spiegeln ein Muster wider, das die Verstärkung von Präventionsmaßnahmen und die Intensivierung der Streifen in Risikogebieten rechtfertigte.
- Ein 49-jähriger Mann wird in einer Wohnung in der Calle Santa Bárbara (Stadtteil Centro) niedergestochen und schwer verletzt.
- Ein 35-jähriger Mann wird bei einer Messerattacke auf der Plaza de Arturo Barea in Lavapiés schwer verletzt.
- Ein 37-jähriger Mann wird wegen versuchten Totschlags festgenommen, nachdem er in Usera einem Mann in den Unterleib gestochen hat.
Beschlagnahmungen steigen in der gesamten Region
Am 10. Juli veröffentlichte das Madrider Polizeipräsidium Daten, wonach die Beamten im zweiten Quartal 2026 in der Region 1.235 Klingenwaffen beschlagnahmt hatten. Das ist ein Anstieg von 12,99 % gegenüber den 1.093 Waffen, die im gleichen Zeitraum des Jahres 2025 registriert wurden. Das entspricht fast 14 beschlagnahmten Waffen pro Tag. Im gesamten Jahr 2025 hatte dieselbe Einheit bereits 5.337 Waffen und gefährliche Gegenstände beschlagnahmt, davon 4.526 Klingenwaffen (durchschnittlich 420 pro Monat).
Brennpunkte in den Stadtteilen und Anstieg in der U-Bahn
Die Bezirkswache Usera-Villaverde führte mit 161 Beschlagnahmungen, gefolgt von Puente de Vallecas (115) und Alcalá de Henares (102). Centro verzeichnete 74 und Carabanchel 67. Einige Einheiten verzeichneten drastische Zuwächse: Die U-Bahn-Abteilung der Mobilen Brigade beschlagnahmte 29 Waffen, gegenüber 11 im Vorjahr (ein Anstieg um 163 %). Villa de Vallecas stieg um 126 % (von 15 auf 34) und Pozuelo de Alarcón um 125 % (von 4 auf 9). Um die Menschenmengen während der Schutzheiligen- und Stadtteilfeste zu bewältigen, führte die Polizei 18 spezielle Sicherheitseinsätze durch, unter anderem bei San Isidro in Madrid und den Feierlichkeiten in Torrejón de Ardoz, Parla und Getafe.
Militärmesser und automatische Klingen
Polizeidaten zeigen einen starken Anstieg in den gefährlichsten Kategorien. Die Beschlagnahmungen von Militär- oder Nachbildungsmessern und Macheten stiegen um fast 28 %, von 177 im zweiten Quartal 2025 auf 226 in diesem Jahr. Automatikmesser (seit 1993 in Spanien verboten) stiegen um 68 %, von 31 auf 52. Die Polizei achtet bei Routinekontrollen und Sicherheitseinsätzen bei Festen besonders auf diese Waffen.
- Gesamt (Q2 2025)
- 1093 Waffen
- Gesamt (Q2 2026)
- 1235 Waffen
- Militär/Nachbildung (Q2 2025)
- 177 Waffen
- Militär/Nachbildung (Q2 2026)
- 226 Waffen
- Automatikmesser (Q2 2025)
- 31 Waffen
- Automatikmesser (Q2 2026)
- 52 Waffen
Billige Importe aus dem Internet
Laut Polizeiquellen, die von El Mundo zitiert werden, werden viele der beschlagnahmten Klingen auf chinesischen E-Commerce-Plattformen und Second-Hand-Seiten wie Milanuncios gekauft. In den Anzeigen werden sie oft als „Werkzeug“ oder „Küchenutensilien“ getarnt, um den Zoll zu umgehen. Eine taktische Machete kann 20–30 Euro kosten, ein Automatikmesser beginnt bei etwa 30 Euro.
Während Schusswaffen an der Grenze abgefangen werden, werden nicht alle Klingenwaffen entdeckt – wegen der enormen Menge an täglichen Bestellungen.
Verkäufer fügen regelmäßig Haftungsausschlüsse hinzu, in denen sie die Käufer auffordern, die örtlichen Gesetze einzuhalten, doch die Ermittler sagen, die niedrigen Preise und der leichte Zugang machten diese Waffen jedem zugänglich, der Gewalt anwenden wolle.

